Kriegsmarine dunkelblaues Schiffchen für Mannschaften der "Vorpostenflottille Abschnitt Kanal"

Kammerstück, hergestellt im besetzen Frankreich.  um 1942. Schiffchen aus dunkelblauem Tuch, komplett mit Bevo-gewebtem Hoheitsadler und Kokarde. Auf der linken Seite aufgenäht das emaillierte Wappen der Vorpostenflottille Abschnitt Kanal. Innen blaues Futter, mit Herstellerstempel " "drapiere Parisienne Paris". Größe 59, Zustand 2-
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1.250,00

Kriegsmarine dunkelblaues Schiffchen für Mannschaften der "Vorpostenflottille Abschnitt Kanal"

Diese dunkelblaue Kriegsmarine-Schiffchen für Mannschaften der Vorpostenflottille Abschnitt Kanal repräsentiert einen bemerkenswerten Aspekt der deutschen Seekriegsführung während des Zweiten Weltkriegs. Als Kammerstück – ein persönlich beschaffter oder angefertigter Gegenstand – demonstriert diese Kopfbedeckung den Stolz der Mannschaften auf ihre Einheit in einem oft übersehenen Bereich der Kriegsmarine.

Die Vorpostenflottillen wurden ab September 1939 aufgestellt, um Küstengebiete zu kontrollieren, die reguläre Kriegsschiffe nicht ausreichend patrouillieren konnten. Nach der Kapitulation Frankreichs, der Niederlande und Norwegens im Jahr 1940 musste die Kriegsmarine eine Küstenlinie vom Polarkreis bis nach Spanien schützen. Die Vorpostenboote waren typischerweise umgebaute Fischereitrawler, bewaffnet mit 88-mm-Geschützen, Flugabwehrwaffen, Wasserbomben und Minenräumausrüstung. Diese Schiffe wurden von 60 bis 70 Mann besetzt, die hauptsächlich aus den Marinereserven stammten.

Während des Zweiten Weltkriegs waren mehrere hundert Vorpostenboote aktiv, organisiert in über 120 Flottillen. Mehr als 30 Vorpostenflottillen wurden etabliert, um vor deutschen, Kanal-, Ostsee- und skandinavischen Küsten zu operieren. Die Bezeichnung Abschnitt Kanal weist auf Operationen im Ärmelkanal hin. Die im Kanalsektor operierenden Flottillen führten Sicherheitsoperationen durch, einschließlich der Teilnahme an der Operation Cerberus (dem Kanaldurchbruch) im Februar 1942. Die 18. Vorpostenflottille operierte von Brügge und Ostende (Belgien) aus von Oktober 1940 bis zur Invasion in der Normandie im Juni 1944.

Die Verluste unter den Vorpostenflottillen waren beträchtlich aufgrund der alliierten Luftüberlegenheit, Minen und Angriffe von Schnellbooten. Trotz dieser Gefahren erfüllten die Mannschaften ihre Aufgaben in der Küstenpatrouille, Geleitschutz, Minenräumung und U-Boot-Abwehr. Mehrere Träger des Ritterkreuzes dienten in Vorpostenflottillen, darunter Korvettenkapitän Kurt Loewer (11. Vorpostenflottille), Korvettenkapitän Heinz Stamer (8. Vorpostenflottille) und Oberleutnant zur See Erich Wulff (18. Vorpostenflottille).

Dieses spezifische Schiffchen wurde um 1942 in Frankreich während der deutschen Besatzung hergestellt. Der Herstellerstempel im Inneren zeigt “Drapiere Parisienne Paris”. Die Kriegsmarine requirierte viele zivile Werkstätten in den besetzten Gebieten für die Uniformproduktion. Französische Hersteller produzierten während der Jahre 1940 bis 1944 erhebliche Mengen an Kriegsmarine-Schiffchen.

Das Schiffchen ist aus dunkelblauem Wolltuch mit blauem Innenfutter gefertigt und entspricht der Größe 59. Die Vorderseite zeigt den maschinell aufgenähten, Bevo-gewebten Hoheitsadler der Kriegsmarine sowie die dreifarbige Kokarde in den Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot. Auf der linken Seite ist das emaillierte Metallabzeichen der Vorpostenflottille Abschnitt Kanal aufgenäht. Die dunkelblauen Woll-Schiffchen wurden für den regulären Dienst hergestellt, während weiße Baumwollversionen für tropisches und sommerliches Tragen produziert wurden und feldgraue Wollvarianten für Küstenartilleriepersonal existierten.

Solche personalisierten Schiffchen mit Einheitsabzeichen waren halboffizielle Gegenstände, die privat beschafft oder als Kammerstücke angefertigt wurden, um den Stolz auf die Einheit zu demonstrieren. Sie unterschieden sich von der Standardausgabe durch diese zusätzlichen Einheitsinsignien. Offiziersvarianten waren mit Goldpaspelierung und höherwertiger Verarbeitung ausgestattet.

Nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 wurden die Vorpostenflottillen aufgelöst. Einige Flottillen wurden als Minenräumflottillen umbenannt und von den alliierten Streitkräften zur Räumung von Minen aus europäischen Gewässern eingesetzt. Die Kriegsmarine wurde im August 1946 offiziell von der Alliierten Kontrollkommission aufgelöst. Überlebende Kriegsmarine-Schiffchen mit Einheitsabzeichen wurden zu Sammlerstücken. Das emaillierte Abzeichen der Vorpostenflottille Abschnitt Kanal gilt in der Sammlerliteratur als selten.