Österreich K.u.K. Monarchie Königlicher St.-Stephans-Orden Bruststern zum Großkreuz

Der Bruststern ist eine Fertigung der Firma Rothe, Wien, um 1900. Der Sternkorpus aus Silber brillantiert, das Medaillon mit Auflagen in Gold, fein emailliert. Rückseitig die Nadel punziert "FR. Rothe Wien" und 2 x "A" mit Strich. Auf dem rückseitigen Medaillon gepunzt "FR" im Rhombus (= Fa. Rothe Wien 1885-1922), Windhundkopf 3A (= 800 Silber 1872-1922) und "A" (Amtsmarke für Nebenteile Edelmetall). Nur leicht getragen, in besonders schönem Zustand.
Nur minimal getragen, in besonders schönem Zustand.

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9.800,00

Österreich K.u.K. Monarchie Königlicher St.-Stephans-Orden Bruststern zum Großkreuz

Der Bruststern zum Großkreuz des Königlichen St.-Stephans-Ordens repräsentiert eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Diese prachtvolle Fertigung der renommierten Firma Franz Rothe aus Wien stammt aus der Zeit um 1900 und verkörpert die höchste handwerkliche Qualität der k.u.k. Ordensmanufaktur.

Der Königliche St.-Stephans-Orden wurde am 5. Mai 1764 von Kaiserin Maria Theresia gestiftet und zu Ehren des heiligen Stephan I., des ersten christlichen Königs von Ungarn, benannt. Die Ordensstiftung erfolgte in einer Zeit, in der die Habsburgermonarchie ihre Beziehungen zum Königreich Ungarn festigen wollte. Der Orden war als höchste zivile Auszeichnung der Monarchie konzipiert und stand in seiner Bedeutung nur dem Militär-Maria-Theresien-Orden nach.

Die Ordensklassen umfassten das Großkreuz, den Komtur mit Stern und den Ritter. Das Großkreuz, zu dem dieser Bruststern gehörte, stellte die höchste Stufe dar und war nur einer sehr begrenzten Anzahl von Personen vorbehalten. Zu den Trägern zählten Mitglieder des Kaiserhauses, hohe Würdenträger, verdiente Staatsmänner und ausländische Monarchen sowie Diplomaten höchsten Ranges.

Die Firma Franz Rothe in Wien etablierte sich als eine der führenden Manufakturen für Orden und Ehrenzeichen der k.u.k. Monarchie. Das Unternehmen existierte von 1885 bis 1922 und war bekannt für seine außergewöhnliche handwerkliche Präzision und die Verwendung hochwertiger Materialien. Die charakteristische Punzierung “FR. Rothe Wien” sowie die Amtsmarken belegen die Authentizität und Qualität der Fertigung.

Der vorliegende Bruststern zeigt die typische Gestaltung dieser Auszeichnung: Ein brillantierter Silberstern mit einem zentralen Medaillon, das mit Goldauflagen versehen und fein emailliert ist. Die Brillantierung des Silbers erzeugte einen funkelnden Effekt, der die Pracht der Auszeichnung noch verstärkte. Das zentrale Medaillon trug üblicherweise das grüne Kreuz des Ordens auf rotem Grund, umgeben von der Ordensdevise.

Die Punzierungen auf der Rückseite sind von besonderer historischer Bedeutung: Das “FR” im Rhombus identifiziert die Firma Rothe im Zeitraum 1885-1922. Der Windhundkopf mit der Kennzeichnung 3A war die österreichische Feingehaltsmarke für 800er Silber, gültig von 1872 bis 1922. Das zusätzliche “A” diente als Amtsmarke für Nebenteile aus Edelmetall. Diese Punzierungen ermöglichen eine präzise Datierung und belegen die Einhaltung der strengen österreichischen Vorschriften für Edelmetallverarbeitung.

Die Verleihung des St.-Stephans-Ordens war an strenge Kriterien gebunden. Die Ordensstatuten legten fest, dass die Empfänger sich durch besondere Verdienste um den Staat, die Dynastie oder durch herausragende kulturelle und wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet haben mussten. Im Gegensatz zu vielen anderen Orden war der St.-Stephans-Orden nicht an militärische Verdienste gebunden, sondern würdigte zivile Leistungen.

Der erhaltene Zustand dieses Bruststerns - nur minimal getragen - deutet darauf hin, dass er entweder nur zu seltenen zeremoniellen Anlässen getragen wurde oder möglicherweise als Ersatzstück für besondere Gelegenheiten gefertigt wurde. Träger hoher Orden besaßen häufig mehrere Ausfertigungen ihrer Auszeichnungen: eine für den täglichen Gebrauch und eine besonders prächtige für Galaveranstaltungen.

Das Jahr 1900, um das herum dieser Stern gefertigt wurde, war eine bedeutende Epoche für die Habsburgermonarchie. Unter der Regierung von Kaiser Franz Joseph I. erlebte die Donaumonarchie eine späte Blüte, stand aber bereits vor den Herausforderungen des neuen Jahrhunderts. Die Ordensverleihungen dienten auch dazu, die Einheit des Vielvölkerstaates zu demonstrieren und Loyalitäten zu belohnen.

Mit dem Zusammenbruch der k.u.k. Monarchie im Jahr 1918 endete auch die Ära der österreichisch-ungarischen Orden. Die Republik Österreich schaffte zunächst alle monarchischen Auszeichnungen ab, wodurch der St.-Stephans-Orden zu einem historischen Zeugnis wurde. Die Firma Rothe stellte ihre Produktion nach dem Ende der Monarchie ein und wurde 1922 geschlossen.

Heute sind Bruststerne zum Großkreuz des St.-Stephans-Ordens, insbesondere in dieser außergewöhnlichen Erhaltung und von einem so renommierten Hersteller wie Rothe, bedeutende Sammlerstücke und museale Objekte. Sie dokumentieren nicht nur die kunsthandwerkliche Meisterschaft der Wiener Goldschmiede- und Juwelierkunst, sondern auch die komplexe Hierarchie und das Zeremoniell einer der bedeutendsten europäischen Monarchien.