Pressefoto, Besetzung Frankreichs 1940:
Pressefotografie aus der Besetzung Frankreichs 1940
Die deutschen Pressefotos aus dem Westfeldzug 1940 stellen ein bedeutendes zeithistorisches Dokument dar, das sowohl die militärische Kriegsführung als auch die propagandistische Inszenierung des Dritten Reiches widerspiegelt. Diese Fotografien wurden im Rahmen der Kriegsberichterstattung angefertigt und dienten der gezielten Lenkung der öffentlichen Meinung im In- und Ausland.
Der Westfeldzug, der am 10. Mai 1940 begann, führte innerhalb weniger Wochen zur Besetzung der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs und weiter Teile Frankreichs. Die deutsche Wehrmacht setzte dabei erstmals in großem Maßstab die Taktik des Blitzkrieges um, die auf schnelle Panzervorstöße und enge Luftunterstützung setzte. Am 14. Juni 1940 marschierten deutsche Truppen in Paris ein, und am 22. Juni wurde im Wald von Compiègne der Waffenstillstand unterzeichnet – symbolträchtig im selben Eisenbahnwaggon, in dem 1918 Deutschland die Niederlage akzeptieren musste.
Die Propaganda-Kompanien (PK) der Wehrmacht spielten eine zentrale Rolle bei der Dokumentation dieser Ereignisse. Diese Einheiten wurden 1938 auf Anregung von Propagandaminister Joseph Goebbels geschaffen und dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) unterstellt. Die PK-Männer waren ausgebildete Journalisten, Fotografen und Kameraleute, die gleichzeitig Soldaten waren und mit den kämpfenden Truppen vorrückten. Ihre Aufgabe bestand darin, Material für die Wochenschau, Zeitungen und Illustrierte zu liefern.
Die technische Ausstattung der Kriegsberichterstatter umfasste moderne Kameras wie die Leica oder Contax, die aufgrund ihrer Kompaktheit und Zuverlässigkeit besonders für den Fronteinsatz geeignet waren. Die Standardformate der Pressefotos lagen typischerweise bei 13 x 18 cm oder 9 x 12 cm, was dem beschriebenen Objekt entspricht. Diese Abzüge wurden meist auf Barytpapier angefertigt und trugen häufig auf der Rückseite Stempel der Propagandaabteilungen, Bildunterschriften und Zensurangaben.
Die Motive der Frankreich-Fotografien waren vielfältig: Sie zeigten marschierende Truppen, Panzerkolonnen, eroberte Städte, kapitulierte französische Soldaten, aber auch inszenierte Aufnahmen deutscher Soldaten vor berühmten Wahrzeichen wie dem Eiffelturm oder dem Arc de Triomphe. Besonders beliebt waren Bilder, die die vermeintliche Überlegenheit der deutschen Wehrmacht und die Disziplin der Truppen demonstrierten. Die Fotografien sollten im Inland den Siegeswillen stärken und im Ausland die militärische Macht Deutschlands unterstreichen.
Die Kontrolle über das Bildmaterial war streng reglementiert. Alle Aufnahmen mussten die Zensur der Propagandaabteilungen passieren, bevor sie veröffentlicht werden durften. Die Reichspressekammer und das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda überwachten die Verbreitung. Bilder, die gefallene deutsche Soldaten, zerstörte deutsche Fahrzeuge oder andere negative Aspekte zeigten, wurden in der Regel nicht zur Veröffentlichung freigegeben.
Für Sammler und Historiker sind diese Pressefotos heute wichtige Quellen zur Erforschung der Kriegsführung und Propagandaarbeit des Zweiten Weltkriegs. Der Erhaltungszustand solcher Fotografien wird üblicherweise nach einer Skala von 1 (hervorragend) bis 5 (schlecht) bewertet, wobei Zustand 2 einem sehr guten Erhaltungszustand mit möglicherweise geringen Gebrauchsspuren entspricht.
Die Authentizität historischer Pressefotos lässt sich durch verschiedene Merkmale überprüfen: die Papierqualität und -beschaffenheit der damaligen Zeit, eventuelle Rückseitenstempel, Beschriftungen in zeitgenössischer Schrift, sowie die fotografische Technik und Bildkomposition. Originale Abzüge aus der Zeit unterscheiden sich deutlich von späteren Reproduktionen.
Nach Kriegsende wurden große Mengen deutscher Pressefotografien von den Alliierten beschlagnahmt und archiviert. Viele befinden sich heute in staatlichen Archiven wie dem Bundesarchiv in Koblenz, dem National Archives in Washington oder dem Imperial War Museum in London. Private Sammlungen ergänzen diese öffentlichen Bestände und tragen zur Bewahrung dieses visuellen Erbes bei.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Fotografien erfordert einen kritischen Blick, da sie primär als Propagandainstrumente geschaffen wurden und die Realität des Krieges oft verzerrt darstellten. Dennoch bieten sie unschätzbare Einblicke in die Zeit und dienen als Mahnmal gegen Krieg und totalitäre Systeme.