SA/SS Ringkragen für Fahnenträger

um 1936. Schwere Nickelausführung mit aufgelegtem Stern und Medaillon, der Parteiadler mit dem Sonnenrad, rückseitig mit dunkelblauer Filzabdeckung. Komplett mit der schweren Tragekette. Beide Zierrosetten fehlen. Getragen, Zustand 2-.
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900,00

SA/SS Ringkragen für Fahnenträger

Der SA/SS Ringkragen für Fahnenträger repräsentiert ein bedeutsames Stück der nationalsozialistischen Uniformgeschichte und zeigt die komplexe Entwicklung paramilitärischer Organisationen im Dritten Reich. Diese spezielle Ausrüstung stammt aus der Zeit um 1936, einem entscheidenden Jahr in der Geschichte der NS-Bewegung.

Die Sturmabteilung (SA) und die Schutzstaffel (SS) verwendeten verschiedene zeremonielle Ausrüstungsgegenstände, um ihre organisatorische Hierarchie und ideologische Bedeutung zu demonstrieren. Der Ringkragen diente speziell den Fahnenträgern beider Organisationen und symbolisierte ihre wichtige Rolle bei Paraden, Aufmärschen und anderen propagandistischen Veranstaltungen.

Die schwere Nickelausführung des beschriebenen Objekts deutet auf die hochwertige Verarbeitung hin, die für solche zeremoniellen Gegenstände typisch war. Das aufgelegte Medaillon mit dem Parteiadler und dem Sonnenrad zeigt die charakteristische NS-Symbolik, die ab Mitte der 1930er Jahre standardisiert wurde. Diese Symbole waren nicht nur dekorativ, sondern dienten der ideologischen Indoktrination und der Schaffung einer einheitlichen visuellen Identität.

Die Zeit um 1936 war besonders bedeutsam für die Entwicklung der NS-Organisationen. Nach der “Nacht der langen Messer” 1934 hatte die SS ihre Position gegenüber der SA erheblich gestärkt. Dennoch behielten beide Organisationen ihre zeremoniellen Funktionen bei, wobei Fahnenträger eine besonders sichtbare Rolle spielten.

Die dunkelblaue Filzabdeckung auf der Rückseite war praktisch motiviert und sollte die Uniform des Trägers schützen. Die schwere Tragekette ermöglichte es, das Gewicht des Ringkragens gleichmäßig zu verteilen, was bei längeren zeremoniellen Anlässen wichtig war.

Solche Objekte wurden nach strengen Vorschriften hergestellt und ausgegeben. Die Uniformvorschriften der SA und SS waren detailliert dokumentiert und regelten nicht nur das Aussehen, sondern auch die Verwendung solcher zeremoniellen Ausrüstung. Fahnenträger mussten bestimmte Qualifikationen erfüllen und wurden sorgfältig ausgewählt.

Nach 1945 wurden viele dieser Gegenstände zerstört oder gingen verloren. Heute dienen erhaltene Exemplare als wichtige historische Quellen für das Verständnis der NS-Zeit und ihrer visuellen Propaganda. Sie erinnern an die Bedeutung von Symbolen und Zeremonien in totalitären Systemen.