Wehrmacht Heer feldgraue lange Hose M40 für Mannschaften

Kammerstück. Fertigung aus feldgrauem Tuch, alle Knöpfe vorhanden. Innen weißes Futter mit Kammerstempel, Maße: Hosen-Bundumfang ca. 82 cm, Gesamtlänge ca. 106 cm. Die Hosenbeine wurden zeitgenössisch erweitert, Zustand 2-.
468899
1.200,00

Wehrmacht Heer feldgraue lange Hose M40 für Mannschaften

Die hier beschriebene feldgraue Hose M40 für Mannschaften der Wehrmacht Heer repräsentiert ein typisches Kleidungsstück der deutschen Landstreitkräfte während des Zweiten Weltkriegs. Diese Uniformhose verkörpert die fortlaufende Entwicklung und Vereinfachung der Wehrmacht-Bekleidung, die durch die zunehmenden Materialknappheiten und Produktionsanforderungen des Krieges notwendig wurde.

Das Modell 1940 (M40) stellte eine bedeutende Vereinfachung gegenüber den früheren Modellen dar. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurde schnell deutlich, dass die Wehrmacht ihre Bekleidungsproduktion drastisch steigern musste. Die Heeresverordnungsblätter von 1940 führten verschiedene Vereinfachungen ein, um die Produktion zu beschleunigen und Material zu sparen. Die M40-Hose unterschied sich von ihren Vorgängern durch vereinfachte Schnittmuster, reduzierte Nähte und einen geringeren Stoffverbrauch.

Die Fertigung aus feldgrauem Tuch entsprach der charakteristischen Farbe der Wehrmacht-Uniformen. Feldgrau, wörtlich “Feldgrau”, war seit 1907/1910 die Standardfarbe der deutschen Armee und sollte eine bessere Tarnung im Feld gewährleisten. Der genaue Farbton variierte während der Kriegsjahre erheblich, abhängig von der Verfügbarkeit der Farbstoffe und den verschiedenen Herstellern. Frühe Kriegsproduktionen zeigten oft einen grünlich-grauen Ton, während spätere Produktionen häufig bräunlicher oder matter ausfielen.

Das Vorhandensein aller Knöpfe ist bei Erhaltungsstücken bemerkenswert, da diese oft verloren gingen oder durch Ersatzknöpfe ausgetauscht wurden. Die Knöpfe der Wehrmacht waren typischerweise aus gepresstem Metall oder zunehmend aus Ersatzmaterialien wie Bakelit oder Holz gefertigt, je nach Produktionsjahr und Materialverfügbarkeit. Sie trugen häufig das Hoheitszeichen oder waren schlicht gehalten.

Besonders aufschlussreich ist das weiße Futter mit Kammerstempel im Inneren. Der Kammerstempel war ein offizieller Stempel, der die Ausgabe durch eine militärische Bekleidungskammer dokumentierte. Diese Stempel enthielten typischerweise Informationen über die ausgebende Einheit, das Ausgabedatum und manchmal eine Registriernummer. Kammerstücke waren offiziell ausgegebene Uniformteile im Gegensatz zu privat beschafften Stücken. Das weiße Futter diente sowohl dem Tragekomfort als auch der Haltbarkeit der Hose.

Die angegebenen Maße – Bundumfang von etwa 82 cm und Gesamtlänge von etwa 106 cm – entsprechen einer mittleren Konfektionsgröße. Die Wehrmacht verwendete ein standardisiertes Größensystem für ihre Bekleidung, das in den Heeres-Verordnungsblättern und Bekleidungsvorschriften detailliert festgelegt war. Die Größeneinteilung erfolgte nach Körpergröße und Brustumfang, wobei für jede Größenkategorie entsprechende Hosenlängen und Bundweiten vorgesehen waren.

Ein besonders interessantes Detail ist die Tatsache, dass die Hosenbeine zeitgenössisch erweitert wurden. Solche Modifikationen waren während des Krieges nicht ungewöhnlich und konnten verschiedene Gründe haben. Soldaten änderten ihre Uniformen oft, um sie an persönliche Bedürfnisse oder klimatische Bedingungen anzupassen. In diesem Fall könnte die Erweiterung notwendig gewesen sein, um das Tragen dickerer Unterbekleidung bei Wintereinsätzen zu ermöglichen, oder sie wurde vorgenommen, um die Hose an einen anderen Träger anzupassen. Solche feldmäßigen Änderungen sind wichtige Zeugnisse der tatsächlichen Verwendung und geben Einblick in den Alltag der Soldaten.

Die Langhosenform war die Standardausführung für die meisten Truppengattungen der Wehrmacht. Sie wurde über den Schaftstiefeln oder mit Gamaschen getragen. Die Hose verfügte typischerweise über Seitentaschen, Gesäßtaschen und oft eine kleine Uhrtasche. Der Verschluss erfolgte durch Knöpfe, wobei die Knopfleiste unterschiedlich ausgeführt sein konnte.

Die Erhaltung als Kammerstück mit vollständiger Knopfausstattung und lesbarem Stempel macht dieses Exemplar zu einem wertvollen historischen Dokument. Solche Stücke erlauben es Militärhistorikern, die Entwicklung der Uniformierung, Produktionsstandards und logistische Systeme der Wehrmacht nachzuvollziehen. Die zeitgenössischen Modifikationen fügen eine weitere Dimension hinzu, indem sie die praktische Verwendung und Anpassung der Ausrüstung durch die Soldaten dokumentieren.

Uniformstücke wie diese Hose sind wichtige materielle Zeugnisse einer dunklen Periode der deutschen Geschichte. Sie werden heute in Museen, privaten Sammlungen und für Forschungszwecke bewahrt, um das Verständnis für die militärische Organisation, die Alltagserfahrungen der Soldaten und die materielle Kultur des Zweiten Weltkriegs zu fördern.

r