ADAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - "Automobil-Club Pirmasens 1904 - Sternfahrt 1926"

Buntmetall.Ca. 100 x 60 mm, mit emaillierten Einlagen.
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85,00

ADAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - "Automobil-Club Pirmasens 1904 - Sternfahrt 1926"

Die vorliegende ADAC-Teilnehmerplakette repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der frühen deutschen Automobilgeschichte und der Entwicklung des organisierten Motorsports in der Weimarer Republik. Diese nichttragbare Plakette wurde anlässlich der Sternfahrt 1926 vom Automobil-Club Pirmasens ausgegeben, der bereits 1904 gegründet worden war.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) wurde am 24. Mai 1903 in Stuttgart als “Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung” gegründet und entwickelte sich rasch zur bedeutendsten Interessenvertretung deutscher Kraftfahrer. In den 1920er Jahren erlebte Deutschland trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten einen erheblichen Aufschwung der Automobilisierung. Regionale Automobilclubs wie der in Pirmasens spielten eine zentrale Rolle bei der Förderung des Kraftfahrwesens und der Organisation von Veranstaltungen.

Der Automobil-Club Pirmasens, gegründet 1904, gehörte zu den frühen regionalen Automobilvereinigungen in der Pfalz. Pirmasens, bekannt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie, verfügte über eine wohlhabende Unternehmerschaft, die zu den ersten Automobilbesitzern in der Region zählte. Die Gründung eines eigenen Automobilclubs nur wenige Jahre nach der Jahrhundertwende bezeugt den Pioniergeist und die technische Aufgeschlossenheit der Stadt.

Sternfahrten waren in den 1920er und 1930er Jahren beliebte motorsportliche Veranstaltungen. Bei diesen Events starteten die Teilnehmer von verschiedenen Ausgangspunkten und fuhren sternförmig zu einem gemeinsamen Zielpunkt zusammen. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie waren sportliche Wettbewerbe, gesellschaftliche Events und demonstrierten die zunehmende Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit von Kraftfahrzeugen. Gleichzeitig förderten sie das Zusammengehörigkeitsgefühl unter Automobilisten und warben für die noch junge Automobilkultur.

Die Plakette selbst besteht aus Buntmetall mit emaillierten Einlagen und misst etwa 100 x 60 mm. Die Verwendung von Email war für solche Abzeichen typisch, da es Langlebigkeit und farbliche Brillanz garantierte. Nichttragbare Plaketten dieser Art wurden üblicherweise an den Fahrzeugen selbst angebracht, oft am Kühlergrill oder an der Karosserie, um die Teilnahme an der Veranstaltung sichtbar zu dokumentieren. Sie dienten als Stolz und Prestigeobjekt für ihre Besitzer.

Das Jahr 1926 war für die deutsche Automobilindustrie von besonderer Bedeutung. In diesem Jahr fusionierte die Daimler-Motoren-Gesellschaft mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG, was zur Entstehung der Marke Mercedes-Benz führte. Die deutsche Wirtschaft befand sich in einer Phase relativer Stabilisierung nach der Hyperinflation von 1923, was sich positiv auf den Automobilsektor auswirkte.

Solche Teilnehmerplaketten sind heute begehrte Sammlerstücke, da sie die frühe Automobilgeschichte dokumentieren. Sie geben Einblick in die regionale Clubstruktur, die Organisation von Motorsportveranstaltungen und die gesellschaftliche Bedeutung des Automobils in der Zwischenkriegszeit. Für Historiker sind sie wertvolle Quellen zur Erforschung der Verkehrsgeschichte, der regionalen Wirtschaftsentwicklung und der Freizeitkultur des frühen 20. Jahrhunderts.

Die Erhaltung solcher Objekte ist von kulturhistorischer Bedeutung, da sie materielle Zeugnisse einer transformativen Epoche darstellen, in der das Automobil von einem Luxusgut weniger Privilegierter zu einem zunehmend verbreiteten Verkehrsmittel wurde. Die Verbindung zum ADAC unterstreicht zudem die Bedeutung organisierter Interessenvertretung für die Entwicklung der Automobilkultur in Deutschland.

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