Ehrenblatt des deutschen Heeres - Ausgabe vom 14. August 1942

DinA4 Doppelblatt im gebrauchten Zustand.
348201
100,00

Ehrenblatt des deutschen Heeres - Ausgabe vom 14. August 1942

Das Ehrenblatt des deutschen Heeres stellte während des Zweiten Weltkrieges eine der höchsten Formen der militärischen Anerkennung im nationalsozialistischen Deutschland dar. Die vorliegende Ausgabe vom 14. August 1942 repräsentiert ein bedeutendes Zeitdokument aus einer entscheidenden Phase des Krieges, als die Wehrmacht ihre größte territoriale Ausdehnung erreichte.

Das Ehrenblatt wurde durch Adolf Hitler am 1. September 1939, dem Tag des Überfalls auf Polen, gestiftet und entwickelte sich zu einer besonderen Form der Ehrung für Angehörige der Wehrmacht. Im Gegensatz zu traditionellen Orden und Ehrenzeichen bestand die Auszeichnung in der namentlichen Erwähnung in diesem offiziellen Blatt, das vom Oberkommando des Heeres (OKH) herausgegeben wurde. Die Veröffentlichung erfolgte unregelmäßig, meist mehrmals monatlich, abhängig von der Anzahl der zu ehrenden Soldaten.

Die rechtliche Grundlage bildete die “Verordnung über die Ehrung von Angehörigen der Wehrmacht” vom 25. August 1939. Eine Nennung im Ehrenblatt konnte für außergewöhnliche Tapferkeit vor dem Feind erfolgen, die nicht bereits durch die Verleihung des Ritterkreuzes gewürdigt wurde, oder posthum für gefallene Soldaten, die durch besonderen Heldenmut aufgefallen waren. Die Erwähnung stellte eine permanente Würdigung dar und wurde in der Personalakte des Soldaten vermerkt.

Im Sommer 1942, als diese konkrete Ausgabe erschien, befand sich die Wehrmacht in der Offensive an der Ostfront. Die Operation Blau, der deutsche Vorstoß in Richtung Kaukasus und Stalingrad, war in vollem Gange. Gleichzeitig tobten in Nordafrika schwere Kämpfe um die Kontrolle Ägyptens, und im Atlantik erreichte der U-Boot-Krieg seinen Höhepunkt. Die in dieser Ausgabe erwähnten Soldaten waren vermutlich an diesen verschiedenen Fronten eingesetzt.

Das Format als DIN A4 Doppelblatt entsprach dem Standardformat aller Ehrenblattsausgaben. Die Gestaltung war schlicht und funktional gehalten: Der Reichsadler mit Hakenkreuz prangte üblicherweise im Kopf des Dokuments, gefolgt von der offiziellen Überschrift. Die Namen der Geehrten wurden mit Rang, Einheit und einer kurzen Beschreibung derTat aufgeführt. Jede Ausgabe wurde nummeriert und datiert, wodurch eine lückenlose Dokumentation gewährleistet wurde.

Die Bedeutung einer Nennung im Ehrenblatt ging über die individuelle Ehrung hinaus. Sie diente auch der Propaganda und sollte die Moral der Truppe und der Heimatfront stärken. Die Ausgaben wurden nicht nur an die betroffenen Einheiten verteilt, sondern auch in Kasernen ausgehängt und in militärischen Publikationen erwähnt. Angehörige der im Ehrenblatt Erwähnten erhielten eine beglaubigte Abschrift.

Aus militärhistorischer Sicht sind diese Dokumente heute wertvolle Quellen für die Forschung. Sie ermöglichen Rückschlüsse auf die Schwerpunkte der Kampfhandlungen, die Verluste einzelner Einheiten und die Propaganda-Strategien des NS-Regimes. Die Ausgabe vom 14. August 1942 fällt in eine Zeit, in der die deutsche Kriegführung noch von Erfolgen geprägt schien, sich aber bereits die Vorzeichen der kommenden Katastrophen abzeichneten.

Der “gebrauchte Zustand” des vorliegenden Exemplars ist typisch für diese Dokumente. Sie wurden in großer Auflage auf einfachem Papier gedruckt und waren für den täglichen Gebrauch in militärischen Dienststellen bestimmt. Viele Exemplare gingen im Kriegsverlauf verloren oder wurden bei Kriegsende bewusst vernichtet. Erhaltene Ausgaben zeigen häufig Gebrauchsspuren wie Faltungen, Verfärbungen oder Stempel von militärischen Dienststellen.

Nach Kriegsende wurden die Nennungen im Ehrenblatt von der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Ordensgesetzes von 1957 als Teil der Anerkennungskultur behandelt. Die Nennung selbst blieb als historische Tatsache bestehen, auch wenn die ideologische Einbettung kritisch zu bewerten ist.

Für Sammler und Historiker repräsentieren solche Dokumente wichtige Zeitdokumente, die Einblick in das militärische Auszeichnungswesen des Dritten Reiches geben. Sie dokumentieren individuelle Schicksale und ermöglichen die Rekonstruktion von Einsätzen und Kampfhandlungen. Gleichzeitig erfordern sie eine kritische Auseinandersetzung mit ihrer Entstehung im Kontext eines verbrecherischen Regimes und eines Angriffskrieges.