III. Reich - Deutsches Frauenwerk, Hausgehilfinnen - Ehrung

für ein Fräulein Krömpel, für 6- Jährige treue Pflichterfüllung bei der Familie Müller, ausgestellt am 12. November 1941, Zustand 2
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III. Reich - Deutsches Frauenwerk, Hausgehilfinnen - Ehrung

Die vorliegende Urkunde des Deutschen Frauenwerks für Hausgehilfinnen-Ehrung aus dem Jahr 1941 repräsentiert ein bemerkenswertes Zeugnis der nationalsozialistischen Sozialpolitik und Arbeitswelt während des Zweiten Weltkriegs. Diese Ehrung wurde einem Fräulein Krömpel für sechsjährige treue Pflichterfüllung bei der Familie Müller verliehen und dokumentiert die systematische Erfassung und Regulierung häuslicher Dienstleistungen im Dritten Reich.

Das Deutsche Frauenwerk (DFW) wurde 1933 als Dachorganisation aller nationalsozialistischen Frauenverbände gegründet und entwickelte sich schnell zur größten Frauenorganisation im nationalsozialistischen Deutschland. Unter der Leitung von Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 als Reichsfrauenführerin fungierte, sollte das DFW die ideologische Ausrichtung und praktische Schulung deutscher Frauen im Sinne der NS-Weltanschauung koordinieren. Bis 1939 hatte das Deutsche Frauenwerk etwa 10 Millionen Mitglieder.

Die Hausgehilfinnen-Ehrung war Teil eines umfassenden Systems zur Anerkennung und Kontrolle häuslicher Dienstverhältnisse. In einer Zeit, in der Hausangestellte noch eine bedeutende Rolle im bürgerlichen Haushalt spielten, versuchte das Regime durch solche Auszeichnungen mehrere Ziele zu erreichen: Erstens sollte der Berufsstand der Hausgehilfinnen aufgewertet und attraktiver gemacht werden, da gerade in Kriegszeiten ein erheblicher Mangel an häuslichem Personal herrschte. Zweitens diente die Ehrung der ideologischen Durchdringung auch privater Arbeitsverhältnisse mit nationalsozialistischen Werten wie Treue, Pflichterfüllung und Dienst an der Volksgemeinschaft.

Das Ausstellungsdatum 12. November 1941 ist historisch bedeutsam. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Deutsche Reich im zweiten Jahr des Krieges gegen die Sowjetunion und hatte gerade die Schlacht um Moskau begonnen. Die Heimatfront gewann zunehmend an Bedeutung, und die Aufrechterhaltung der häuslichen Ordnung wurde als kriegswichtiger Beitrag betrachtet. Die Tatsache, dass solche Ehrungen auch in dieser kritischen Phase des Krieges weiterhin ausgestellt wurden, unterstreicht die Bedeutung, die das Regime der symbolischen Durchdringung aller Lebensbereiche beimaß.

Die sechsjährige Dienstzeit, die hier geehrt wurde, deutet darauf hin, dass das Dienstverhältnis 1935 begann, also zwei Jahre nach der nationalsozialistischen Machtergreifung. Dies war eine Zeit, in der das Regime verstärkt versuchte, traditionelle Berufsstrukturen zu erhalten und gleichzeitig ideologisch zu überformen. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit von 1934 hatte bereits neue Rahmenbedingungen für Arbeitsverhältnisse geschaffen, wobei auch häusliche Dienstverhältnisse erfasst wurden.

Solche Ehrenurkunden wurden auf speziellem Papier gedruckt und trugen häufig die Symbole des Deutschen Frauenwerks sowie der NS-Frauenschaft. Sie waren Teil eines ausgeklügelten Systems von Auszeichnungen und Anerkennungen, das von einfachen Dankschreiben bis zu materiellen Vergünstigungen reichte. Die Verleihung wurde in der Regel durch lokale Dienststellen des DFW vorgenommen und in entsprechenden Registern dokumentiert.

Aus sozialhistorischer Perspektive bieten solche Dokumente wichtige Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt einfacher Menschen während der NS-Zeit. Sie zeigen, wie das Regime versuchte, auch vermeintlich unpolitische Bereiche wie häusliche Dienstverhältnisse zu erfassen und für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Gleichzeitig dokumentieren sie reale Arbeitsverhältnisse und Biografien von Menschen, die in den großen historischen Darstellungen oft unsichtbar bleiben.

Die Bewahrung solcher Dokumente ist für die historische Forschung von erheblicher Bedeutung. Sie ergänzen das Bild der NS-Gesellschaft um wichtige Facetten und helfen zu verstehen, wie totalitäre Herrschaft funktionierte – nicht nur durch Zwang und Terror, sondern auch durch die scheinbare Anerkennung und Wertschätzung alltäglicher Arbeit, die jedoch stets ideologisch überformt und instrumentalisiert wurde.

Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Urkunde hin, was angesichts des Alters von über 80 Jahren bemerkenswert ist. Solche Dokumente wurden oft in Familien aufbewahrt und später als historische Zeugnisse erkannt und bewahrt.

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