III. Reich Feldflasche für Parteiorganisationen

Komplett mit Filzbezug und Lederriemen. Mottenschaden, Zustand 2-.
445801
70,00

III. Reich Feldflasche für Parteiorganisationen

Die Feldflasche für Parteiorganisationen des Dritten Reiches stellt ein interessantes Beispiel für die Ausstattungsgegenstände dar, die nicht für die reguläre Wehrmacht, sondern für die verschiedenen politischen Gliederungen der NSDAP hergestellt wurden. Diese speziellen Feldflaschen unterschieden sich in Material, Kennzeichnung und teilweise auch in der Form von den standardmäßigen Wehrmachtsmodellen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 existierten neben der Wehrmacht zahlreiche paramilitärische und politische Organisationen, die eigene Uniformen und Ausrüstungsgegenstände führten. Zu diesen Parteiorganisationen gehörten die SA (Sturmabteilung), die SS (Schutzstaffel), das NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps), die HJ (Hitlerjugend), der RAD (Reichsarbeitsdienst) und weitere Gruppierungen. Jede dieser Organisationen hatte spezifische Ausrüstungsvorschriften und Beschaffungswege.

Die typische Feldflasche für Parteiorganisationen bestand meist aus emailliertem Stahlblech und hatte ein Fassungsvermögen von etwa 0,8 Litern. Der charakteristische Filzbezug diente mehreren praktischen Zwecken: Er schützte die Flasche vor Beschädigungen, isolierte den Inhalt und dämpfte Geräusche während des Tragens. Die Farbe des Filzbezugs variierte je nach Organisation – von graugrün über braun bis zu anderen organisationsspezifischen Farbtönen.

Der Lederriemen ermöglichte das Tragen der Feldflasche über der Schulter oder am Koppel. Diese Riemen waren in der Regel mit Metallschnallen oder -haken versehen und wiesen oft Herstellerstempel auf. Die Kombination aus Feldflasche, Bezug und Riemen bildete eine funktionale Einheit, die bei Geländeübungen, Lagern, Aufmärschen und anderen Aktivitäten der Parteiorganisationen zum Einsatz kam.

Im Gegensatz zu den Wehrmachtsflaschen, die standardisiert nach militärischen Vorschriften gefertigt wurden, zeigten Parteiflaschen oft eine größere Variationsbreite. Die Beschaffung erfolgte nicht immer zentral, sondern konnte auch über lokale Zulieferer und verschiedene Hersteller organisiert werden. Dies führte zu Unterschieden in Qualität, Ausführung und Details.

Die Kennzeichnung dieser Feldflaschen erfolgte häufig durch Stempel oder Prägungen, die den Hersteller, das Produktionsjahr oder die zugehörige Organisation angaben. Manche Exemplare trugen auch die charakteristischen Symbole der jeweiligen Gliederung. Der Reichsarbeitsdienst beispielsweise verwendete ab 1935 eigene Ausrüstungsgegenstände, die sich von Wehrmacht-Material unterschieden.

Der erwähnte Mottenschaden am Filzbezug ist ein typisches Alterungsmerkmal dieser Objekte. Wolle und Filz waren natürliche Materialien, die besonders anfällig für Insektenfraß waren, wenn sie nicht sachgerecht gelagert wurden. Solche Gebrauchsspuren belegen die authentische Herkunft und das Alter dieser historischen Gegenstände.

Nach 1945 wurden diese Ausrüstungsgegenstände im Rahmen der Entnazifizierung größtenteils eingezogen und vernichtet. Erhaltene Exemplare gelangten oft als Beutestücke oder Souvenirs in private Sammlungen. Heute sind sie Studienobjekte für Militärhistoriker und Sammler, die sich mit der Sachkultur und materiellen Hinterlassenschaften dieser Epoche befassen.

Aus wissenschaftlicher Perspektive dokumentieren solche Objekte die Militarisierung der Gesellschaft im Dritten Reich. Die Ausstattung zahlreicher Parteiorganisationen mit quasi-militärischer Ausrüstung war Teil des Systems, das große Teile der Bevölkerung in hierarchische, uniformierte Strukturen einband. Die Feldflasche als alltäglicher Gebrauchsgegenstand symbolisiert diese Durchdringung des zivilen Lebens mit militärischen Elementen.

Die Erhaltung solcher historischer Objekte dient ausschließlich der wissenschaftlichen Dokumentation und historischen Bildung. Sie ermöglicht es Forschern, die materielle Kultur, Produktionstechniken und organisatorischen Strukturen dieser Zeit zu untersuchen und zu verstehen.