Knötel Uniformtafel "Preussische Artillerie" 1750,

Zustand 2.
456502
15,00

Knötel Uniformtafel "Preussische Artillerie" 1750,

Die Knötel Uniformtafeln stellen eine der bedeutendsten Dokumentationen der europäischen Militärgeschichte dar und sind für Historiker, Sammler und Uniformologen von unschätzbarem Wert. Diese spezielle Tafel zeigt die Preußische Artillerie um 1750, eine Epoche, die für die Entwicklung der preußischen Militärmacht unter König Friedrich II., bekannt als Friedrich der Große, von entscheidender Bedeutung war.

Richard Knötel (1857-1914) war ein deutscher Maler und Illustrator, der sich auf militärhistorische Darstellungen spezialisierte. Er setzte das Werk seines Vaters Richard Knötel senior fort und schuf zusammen mit seinem Sohn Herbert Knötel ein monumentales Werk zur Uniformkunde. Die Knötel-Familie produzierte über drei Generationen hinweg mehr als 3.000 Uniformtafeln, die nahezu alle europäischen Armeen vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert dokumentieren.

Die preußische Artillerie der Mitte des 18. Jahrhunderts durchlief unter Friedrich dem Großen eine grundlegende Modernisierung. Bei seinem Regierungsantritt 1740 fand Friedrich eine relativ rückständige Artillerietruppe vor, die er systematisch reformierte. Die Schlesischen Kriege (1740-1742, 1744-1745) und der Siebenjährige Krieg (1756-1763) erforderten eine leistungsfähige und mobile Artillerie, die den taktischen Anforderungen der friderizianischen Kriegsführung entsprach.

Die Uniform der preußischen Artilleristen um 1750 unterschied sich deutlich von der Infanterie. Während die Infanterie überwiegend blaue Röcke mit verschiedenfarbigen Aufschlägen trug, waren die Artilleristen traditionell in dunkelblauen Rock mit schwarzen oder roten Aufschlägen gekleidet. Die Kopfbedeckung bestand aus dem charakteristischen Dreispitz, der für alle preußischen Truppen dieser Zeit typisch war. Die Artilleristen trugen üblicherweise auch Lederzeug und Patronentaschen, obwohl ihre Bewaffnung sich von der Infanterie unterschied.

Die preußische Artillerie war in verschiedene Einheiten gegliedert: Feldartillerie, Festungsartillerie und Garnisonsartillerie. Um 1750 verfügte Preußen über etwa 20 Artilleriekompanien mit insgesamt rund 3.000 Mann. Die Bewaffnung umfasste verschiedene Kaliber von 3-pfündigen bis zu 24-pfündigen Geschützen sowie Haubitzen und Mörser.

Die Knötel-Tafeln zeichnen sich durch ihre akribische historische Genauigkeit aus. Richard Knötel studierte intensiv zeitgenössische Quellen, darunter Uniformreglements, Kriegsakten, zeitgenössische Stiche und erhaltene Uniformstücke in Museen und Sammlungen. Seine Arbeiten basieren auf den preußischen Uniformreglementen von 1743 und 1753, die detaillierte Vorschriften über Schnitt, Farbe und Ausstattung der Uniformen enthielten.

Der Zustand 2 dieser Tafel deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das möglicherweise leichte Gebrauchsspuren aufweist, aber dennoch in einem sammlerfreundlichen Zustand ist. Originaldrucke der Knötel-Tafeln aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind heute begehrte Sammlerstücke. Viele Tafeln wurden in verschiedenen Publikationen veröffentlicht, darunter die berühmte Serie “Uniformenkunde”, die zwischen 1890 und 1921 erschien.

Die Bedeutung dieser Uniformtafeln geht weit über den reinen Sammlerwert hinaus. Sie sind unverzichtbare Forschungsinstrumente für Militärhistoriker, die sich mit der Entwicklung von Uniformen, militärischer Organisation und der Sozialgeschichte der Armee befassen. Die Tafeln dokumentieren nicht nur die Offiziersränge, sondern auch Unteroffiziere, gemeine Soldaten und teilweise auch die Zivilbediensteten der Armee.

Die preußische Artillerie um 1750 repräsentiert einen Wendepunkt in der Militärgeschichte. Friedrich der Große erkannte die Bedeutung der Artillerie als entscheidende Waffengattung und förderte ihre technische und taktische Entwicklung. Die reitende Artillerie, eine preußische Innovation, ermöglichte eine nie dagewesene Beweglichkeit auf dem Schlachtfeld.

Für Sammler und Museen sind authentische Knötel-Tafeln wichtige Ergänzungen zu uniformkundlichen Sammlungen. Sie ergänzen erhaltene Originaluniformen, Ausrüstungsgegenstände und Waffen und ermöglichen eine umfassende Dokumentation der militärischen Bekleidungsgeschichte. Die wissenschaftliche Anerkennung der Knötel-Arbeiten ist unbestritten, und sie werden regelmäßig in Ausstellungen und Publikationen zitiert.