Kriegsmarine Brustadler für Mannschaften Küstenartillerie - Landeinheiten

Bevo gewebte Ausführung auf grün, Zustand 2.
422402
75,00

Kriegsmarine Brustadler für Mannschaften Küstenartillerie - Landeinheiten

Der Kriegsmarine Brustadler für Mannschaften der Küstenartillerie stellt ein charakteristisches Abzeichen der deutschen Marinestreitkräfte während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses spezielle Brustabzeichen wurde von Mannschaftsdienstgraden getragen, die in den Landeinheiten der Küstenartillerie der Kriegsmarine ihren Dienst versahen.

Die Küstenartillerie bildete einen wichtigen Bestandteil der deutschen Verteidigungsstrategie während des Zweiten Weltkriegs. Diese Einheiten waren für die Verteidigung der Küsten, Häfen und Marinestützpunkte gegen feindliche See- und Luftangriffe zuständig. Im Gegensatz zu den auf Schiffen dienenden Marinesoldaten waren die Angehörigen der Küstenartillerie hauptsächlich an Land stationiert, obwohl sie organisatorisch zur Kriegsmarine gehörten.

Das vorliegende Exemplar zeigt die typische Bevo-Ausführung, eine gewebte Variante des Brustadlers. Die Firma BeVo (Barmer Verband oder Bandweberei) aus Wuppertal war einer der bekanntesten Hersteller von gewebten Abzeichen für die Wehrmacht und ihre Teilstreitkräfte. Die Bevo-Technik ermöglichte die maschinelle Herstellung von detaillierten, langlebigen Abzeichen, die kostengünstiger als gestickte oder metallene Varianten waren.

Die grüne Grundfarbe des Abzeichens ist charakteristisch für die Landeinheiten der Kriegsmarine. Während Marinesoldaten auf Schiffen ihre Abzeichen auf dunkelblauen Uniformen trugen, verwendeten die Landeinheiten der Marine grüne Uniformen, die den Uniformen der Wehrmacht ähnelten. Diese Farbgebung diente der besseren Tarnung bei Landeinsätzen und unterschied die Küstenartilleristen optisch von ihren Kameraden auf See.

Der Adler selbst folgte den offiziellen Vorschriften der Kriegsmarine. Das Hoheitszeichen zeigt den Reichsadler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hält. Die Gestaltung unterschied sich von den Adlern der Wehrmacht und der Luftwaffe durch die spezifische Flügelstellung und Proportionen, die in den Bekleidungsvorschriften der Kriegsmarine festgelegt waren.

Für Mannschaften, also die unteren Dienstgrade vom Matrosen bis zum Obergefreiten, galten besondere Bestimmungen bezüglich der Abzeichen. Im Gegensatz zu Unteroffizieren und Offizieren, die teilweise metallene oder aufwendiger gestickte Varianten trugen, verwendeten Mannschaftsdienstgrade in der Regel die praktischeren und kostengünstigeren gewebten Ausführungen.

Die organisatorische Eingliederung der Küstenartillerie in die Kriegsmarine hatte historische Gründe. Seit der Kaiserlichen Marine war die Verteidigung von Marinestützpunkten und Küstenabschnitten Aufgabe der Marine selbst. Diese Tradition wurde in der Kriegsmarine fortgeführt. Die Küstenartillerie verfügte über verschiedene Waffensysteme, von leichten Geschützen bis zu schweren Batterieanlagen mit Kalibern von 28 cm und mehr.

Während des Krieges wuchs die Bedeutung der Küstenartillerie stetig. Besonders an der Atlantikküste im Rahmen des Atlantikwalls, aber auch an der Nord- und Ostseeküste sowie im Mittelmeerraum wurden umfangreiche Befestigungsanlagen errichtet. Tausende von Marinesoldaten versahen ihren Dienst in diesen Einheiten.

Die Herstellung von Uniformabzeichen während des Krieges unterlag strengen Kontrollen. Hersteller mussten zugelassen sein, und die Abzeichen mussten den offiziellen Vorschriften entsprechen. Dennoch gab es Variationen in Qualität und Ausführung, je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt. Gegen Kriegsende verschlechterte sich oft die Qualität aufgrund von Materialmangel.

Das Tragen des Brustadlers war für alle Angehörigen der Kriegsmarine vorgeschrieben. Er wurde auf der rechten Brustseite der Uniform angebracht, wobei genaue Vorschriften über Position und Befestigung existierten. Das Abzeichen symbolisierte die Zugehörigkeit zur Kriegsmarine und diente der militärischen Identifikation.

Heute sind solche Abzeichen wichtige militärhistorische Sammlerstücke, die Einblick in die Organisation, Uniformierung und materielle Kultur der deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs geben. Sie dokumentieren die komplexe Struktur der Kriegsmarine mit ihren verschiedenen Teilbereichen und die unterschiedlichen Uniformvarianten für verschiedene Einsatzbereiche.

r