III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Siegerplakette - " DDAC Gau XI Bayer. Ostmark 10. Ratisbona-Bergrennen 1935 "
Die vorliegende Siegerplakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Motorsportgeschichte während der Zeit des Dritten Reiches. Diese vergoldete und teilweise emaillierte Buntmetallplakette wurde anlässlich des 10. Ratisbona-Bergrennens am 11. August 1935 im DDAC Gau XI Bayerische Ostmark verliehen.
Der Deutsche Automobil-Club (DDAC) entstand 1933 durch die Gleichschaltung verschiedener deutscher Automobilclubs unter nationalsozialistischer Herrschaft. Der DDAC wurde zum monopolistischen Dachverband des deutschen Kraftfahrwesens und unterstand dem Korpsführer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), Adolf Hühnlein. Die Organisation spielte eine zentrale Rolle bei der Förderung der Motorisierung in Deutschland, was sowohl zivile als auch militärische Bedeutung hatte. Die Nazis erkannten den propagandistischen Wert des Motorsports und nutzten ihn zur Demonstration deutscher technischer Überlegenheit.
Der DDAC Gau XI Bayerische Ostmark umfasste das Gebiet um Regensburg (historisch als Ratisbona bekannt) und die östlichen Teile Bayerns. Die regionale Gliederung des DDAC folgte der nationalsozialistischen Gaustruktur und ermöglichte eine flächendeckende Organisation von Motorsportveranstaltungen im gesamten Reich.
Das Ratisbona-Bergrennen war eine bedeutende regionale Motorsportveranstaltung, die die Tradition europäischer Bergrennen fortsetzte. Bergrennen waren in den 1920er und 1930er Jahren eine besonders populäre Form des Motorsports, bei der Fahrer einzeln gegen die Uhr antraten, um eine bergauf führende Strecke in kürzest möglicher Zeit zu bewältigen. Diese Veranstaltungen zogen sowohl Amateure als auch professionelle Rennfahrer an und dienten als Testfeld für technische Innovationen im Automobilbau.
Die Gravur auf der Rückseite der Plakette nennt Alfred Richter als Preisträger, der auf einem Bugatti in der Klasse III nicht nur den ersten Preis gewann, sondern auch die beste Zeit aller teilnehmenden Fahrzeuge erzielte. Bugatti war eine französische Automobilmarke, die für ihre technisch hochentwickelten und erfolgreichen Rennwagen bekannt war. Trotz der zunehmend nationalistischen Ausrichtung des deutschen Motorsports waren ausländische Fahrzeugmarken in den mittleren und kleineren Klassen noch vertreten, während die großen Rennen zunehmend von Mercedes-Benz und Auto Union dominiert wurden.
Die Klasseneinteilung bei Motorsportveranstaltungen dieser Zeit erfolgte üblicherweise nach Hubraum. Klasse III dürfte Fahrzeuge mit mittlerem Hubraum umfasst haben, typischerweise zwischen 1,5 und 3 Litern, obwohl die genauen Klassengrenzen je nach Veranstaltung variieren konnten.
Solche nichttragbaren Plaketten wurden als Erinnerungs- und Ehrenzeichen verliehen und hatten repräsentativen Charakter. Im Gegensatz zu tragbaren Medaillen oder Abzeichen waren sie zur Aufbewahrung und Ausstellung bestimmt. Die Verwendung von vergoldetem Buntmetall und Emaillearbeiten zeugt von der handwerklichen Qualität dieser Auszeichnungen. Die teilweise Emaillierung, typischerweise in den Farben des DDAC-Emblems (häufig Rot, Weiß und Schwarz mit Hakenkreuz), verlieh der Plakette besonderen ästhetischen Wert.
Das Jahr 1935 markierte eine Phase intensiver Motorsportaktivitäten im Dritten Reich. Die Regierung unter Hitler förderte den Rennsport massiv durch finanzielle Zuwendungen an die deutschen Hersteller. Dies war Teil einer umfassenderen Strategie zur Förderung der Automobilindustrie und zur Vorbereitung auf die militärische Motorisierung. Die propagandistische Verwertung von Motorsporterfolgen diente der Demonstration technologischer Leistungsfähigkeit und sollte das internationale Prestige des nationalsozialistischen Deutschland steigern.
Nichttragbare Plaketten wie diese sind heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Organisationsstrukturen des Motorsports während des Dritten Reiches geben. Sie dokumentieren lokale Veranstaltungen, die neben den großen internationalen Rennen stattfanden und zur Breitenwirkung des Motorsports beitrugen. Für Sammler und Historiker sind solche Objekte von Interesse, da sie sowohl sporthistorische als auch zeitgeschichtliche Aspekte verbinden und die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Organisationen illustrieren.
Die Erhaltung solcher Plaketten in gutem Zustand ist bemerkenswert, da viele nach dem Krieg aufgrund der NS-Symbolik vernichtet wurden. Sie sind heute Teil des kulturellen Erbes und dienen als Anschauungsmaterial für die Erforschung der Alltagskultur und Sportgeschichte dieser Epoche.