Elastolin - Heer 2 Offiziere im Marsch

7,5 cm, Zustand 2.
319105
25,00

Elastolin - Heer 2 Offiziere im Marsch

Die beschriebene Elastolin-Figur stellt zwei Heeresoffiziere im Marsch dar und ist ein charakteristisches Beispiel für die deutsche Spielzeugproduktion der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit einer Größe von 7,5 cm entspricht diese Figur dem klassischen Format der Hausser-Elastolin-Serie, die zwischen den 1920er Jahren und dem Ende des Zweiten Weltkriegs produziert wurde.

Die Firma O. & M. Hausser wurde 1904 in Ludwigsburg gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Hersteller von Massefiguren in Deutschland. Der Markenname Elastolin bezeichnete das patentierte Material, aus dem die Figuren gefertigt wurden – eine Masse aus Sägemehl, Leim, Kasein und anderen Bindemitteln, die über einen Drahtkern modelliert wurde. Diese Technik ermöglichte eine detailreiche Gestaltung bei gleichzeitig robuster Konstruktion, was die Figuren für den Spielzeugmarkt ideal machte.

Die Darstellung von Offizieren der Wehrmacht-Heer im Marsch reflektiert die militärische Realität des Dritten Reiches. Offiziere trugen charakteristische Uniformen, die sich durch Rangabzeichen, Schulterstücke und spezifische Ausrüstungsgegenstände von den einfachen Soldaten unterschieden. Die typische Marschhaltung mit erhobenem Bein und schwingenden Armen war ein häufiges Motiv in der Darstellung militärischer Figuren dieser Epoche und sollte Dynamik und militärische Disziplin vermitteln.

Die Produktion solcher Figuren diente nicht nur dem Spielzeugmarkt, sondern hatte auch eine propagandistische Funktion. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden militärische Spielzeuge gezielt eingesetzt, um bereits Kinder an militärische Strukturen und Werte heranzuführen. Die detailgetreue Wiedergabe von Uniformen und Ausrüstung sollte Respekt vor der Wehrmacht erzeugen und militärische Tugenden wie Gehorsam und Disziplin fördern.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der Sammlerbewertung einem sehr guten Erhaltungszustand mit minimalen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert, da Elastolin-Figuren als Spielzeug konzipiert waren und intensive Nutzung erfuhren. Die Materialeigenschaften machten die Figuren zwar robust, aber anfällig für Beschädigungen durch Feuchtigkeit, mechanische Belastung und Farbabplatzungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Wehrmacht-Figuren eingestellt, und Hausser stellte auf zivile und historische Themen um. Die überlebenden Militärfiguren aus der NS-Zeit wurden zu gesuchten Sammlerobjekten, allerdings stets mit der kritischen Reflexion ihrer historischen Entstehungskontexte. Heute werden solche Objekte vor allem aus militärhistorischem und kulturgeschichtlichem Interesse gesammelt, wobei sie als Zeugnisse der Alltagskultur und Propagandageschichte des Dritten Reiches verstanden werden.

Die 7,5-cm-Serie von Elastolin war die Standardgröße und umfasste ein breites Spektrum an militärischen und zivilen Figuren, Fahrzeugen und Zubehör. Sammler schätzen besonders Sets und seltene Varianten, wobei der Erhaltungszustand, die Originalbemalung und die Vollständigkeit von Ausrüstungsdetails maßgeblich den Wert bestimmen.

Die wissenschaftliche Betrachtung solcher Objekte erfordert eine differenzierte Auseinandersetzung mit ihrer Doppelnatur als Spielzeug und Propagandamittel. Sie dokumentieren nicht nur die technische Entwicklung der Spielzeugindustrie, sondern auch die Militarisierung der Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Instrumentalisierung der Kindheit für politische Zwecke.