Elastolin - Heer Offizier am dreibeinigen Scherenfernrohr

7,5 cm, Zustand 2.
357205
40,00

Elastolin - Heer Offizier am dreibeinigen Scherenfernrohr

Die vorliegende Elastolin-Figur stellt einen Offizier der deutschen Wehrmacht (Heer) an einem dreibeinigen Scherenfernrohr dar und repräsentiert ein typisches Sammlerstück deutscher Spielzeugproduktion aus der Zeit zwischen den 1930er und 1940er Jahren. Mit einer Höhe von 7,5 cm gehört diese Figur zur klassischen Standardgröße der Elastolin-Masseproduktion.

Die Firma Elastolin war ein Markenname der O. & M. Hausser Firma in Ludwigsburg, die seit 1904 Spielzeugfiguren herstellte. Die Figuren wurden aus einer speziellen Masse gefertigt, die hauptsächlich aus Sägemehl, Leim, Kasein und anderen Bindemitteln bestand. Diese Komposition machte die Figuren relativ robust und gleichzeitig detailliert modellierbar. Elastolin entwickelte sich zu einem der führenden Hersteller von Militärfiguren in Deutschland und konkurrierte direkt mit der Firma Lineol.

Das dargestellte Scherenfernrohr (auch Scherenteleskop genannt) war ein wichtiges Beobachtungsinstrument der Wehrmacht. Diese Geräte, typischerweise mit Bezeichnungen wie Scherenfernrohr 14 Z.F. oder 10 x 80, wurden von verschiedenen Herstellern wie Carl Zeiss, Emil Busch AG oder Hensoldt produziert. Das charakteristische Scherengestell ermöglichte eine stabile Aufstellung und präzise Höhenverstellung des optischen Instruments. Die dreibeinige Montierung sorgte für einen sicheren Stand im Gelände.

In der militärischen Praxis der Wehrmacht wurden Scherenfernrohre vor allem von der Artillerie, Flakeinheiten und Beobachtungsposten eingesetzt. Offiziere und speziell ausgebildete Beobachter nutzten diese Instrumente zur Zielerfassung, Entfernungsschätzung und Gefechtsfeldaufklärung. Die hohe Vergrößerung und Lichtstärke dieser Fernrohre machten sie besonders wertvoll für die Artilleriebeobachtung und Feuerleitung.

Die Uniformdarstellung auf der Elastolin-Figur entspricht den Uniformvorschriften der Wehrmacht, die durch die Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) geregelt waren. Offiziere des Heeres trugen die charakteristische feldgraue Uniform mit entsprechenden Rangabzeichen an Schulterklappen und Kragenspiegel. Die detaillierte Darstellung solcher militärischer Ausrüstungsgegenstände auf Spielzeugfiguren spiegelte die damalige gesellschaftliche Militarisierung wider.

Sammlergeschichtlicher Kontext: Elastolin-Figuren aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sind heute begehrte Sammlerobjekte. Der Zustand wird üblicherweise auf einer Skala von 1 (neuwertig) bis 6 (sehr schlecht) bewertet. Ein Zustand 2 bezeichnet eine Figur mit leichten Gebrauchsspuren, aber ohne größere Beschädigungen, was für das Alter dieser Stücke als sehr gut gilt. Die Farbgebung ist weitgehend erhalten, möglicherweise mit minimalen Abnutzungserscheinungen.

Die Produktion solcher Militärfiguren wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst eingestellt. Die Firma Hausser setzte später die Produktion unter verschiedenen Bedingungen fort, wobei moderne Reproduktionen existieren. Authentische Vorkriegs- und Kriegsfiguren lassen sich durch Materialzusammensetzung, Markierungen und Herstellungsmerkmale identifizieren.

Der historische Wert solcher Objekte liegt nicht nur in ihrer handwerklichen Qualität, sondern auch in ihrer Funktion als zeitgeschichtliche Dokumente. Sie dokumentieren die Spielzeugkultur einer Epoche und reflektieren die militärische Ästhetik und Propaganda der damaligen Zeit. Für Sammler militärhistorischer Objekte sind sie wichtige Zeugnisse der deutschen Spielzeugindustrie und ihrer Verflechtung mit der militärischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.