Knötel Uniformtafel "Bosniaken-Regiment" 1798,

Zustand 2.
456505
15,00

Knötel Uniformtafel "Bosniaken-Regiment" 1798,

Die Knötel Uniformtafel des Bosniaken-Regiments aus dem Jahr 1798 repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der militärhistorischen Dokumentation aus der Zeit der Habsburgermonarchie. Diese Uniformdarstellung gehört zu einer umfangreichen Serie von militärischen Bekleidungstafeln, die die vielfältige Zusammensetzung der österreichischen Streitkräfte am Ende des 18. Jahrhunderts dokumentieren.

Das Bosniaken-Regiment war eine besondere Einheit innerhalb der kaiserlich-königlichen Armee, die sich durch ihre charakteristische orientalische Uniformierung auszeichnete. Die Bosniaken waren ursprünglich aus dem Grenzgebiet zwischen dem Habsburgerreich und dem Osmanischen Reich rekrutierte Soldaten, die für ihre Tapferkeit und ihre besonderen militärischen Fähigkeiten bekannt waren. Im späten 18. Jahrhundert bildeten sie eine eigenständige Truppengattung, die sowohl als leichte Kavallerie als auch für Aufklärungsmissionen eingesetzt wurde.

Die Familie Knötel spielte eine herausragende Rolle in der Dokumentation militärischer Uniformen. Richard Knötel der Ältere (1857-1914) und seine Nachfolger schufen ein monumentales Werk zur Darstellung historischer Militäruniformen. Obwohl die bekanntesten Arbeiten der Knötels aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert stammen, bezogen sie sich häufig auf ältere Vorlagen und historische Quellen aus dem 18. Jahrhundert, um authentische Darstellungen früherer Epochen zu schaffen.

Das Jahr 1798 markiert eine bedeutsame Periode in der europäischen Militärgeschichte. Die Habsburgermonarchie befand sich zu diesem Zeitpunkt im Krieg gegen das revolutionäre Frankreich im Rahmen der Koalitionskriege. Die österreichische Armee durchlief eine Phase der Reorganisation und Modernisierung, wobei gleichzeitig traditionelle Regimenter wie die Bosniaken ihre charakteristische Identität behielten. Die militärische Bekleidung dieser Zeit war nicht nur funktional, sondern diente auch der Identifikation und der Demonstration von Tradition und Zugehörigkeit.

Die Uniformierung der Bosniaken-Regimenter zeichnete sich durch spezifische orientalische Elemente aus, die ihre historischen Wurzeln im Grenzland zwischen christlichem Europa und dem Osmanischen Reich widerspiegelten. Typische Merkmale umfassten Pelzmützen, reich verzierte Dolmane mit Schnurverzierungen, weite Hosen und charakteristische Stiefel. Die Farbgebung variierte je nach Regiment, folgte aber bestimmten Regulierungen der kaiserlichen Armee.

Uniformtafeln wie diese dienten mehreren wichtigen Zwecken. Sie waren zunächst praktische Hilfsmittel für die Herstellung und Standardisierung militärischer Bekleidung. Schneider und Ausrüster konnten anhand solcher Tafeln die korrekten Uniformen anfertigen. Gleichzeitig besaßen sie einen repräsentativen Charakter und dokumentierten die Vielfalt und den Glanz der kaiserlichen Streitkräfte. Für spätere Generationen wurden sie zu unschätzbaren Quellen für die Militärgeschichtsforschung.

Die Erhaltung solcher historischer Dokumente ist von großer wissenschaftlicher Bedeutung. Der angegebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das trotz seines Alters seine dokumentarische und ästhetische Qualität bewahrt hat. Solche Tafeln wurden ursprünglich auf hochwertigem Papier gedruckt oder handkoloriert, wobei große Sorgfalt auf die Detailtreue der Darstellung gelegt wurde.

Die Bosniaken-Regimenter bildeten einen integralen Bestandteil der österreichischen Militärtradition bis in das 19. Jahrhundert hinein. Sie verkörperten die multiethnische Zusammensetzung der Habsburgermonarchie und demonstrierten die Fähigkeit des Reiches, verschiedene kulturelle und militärische Traditionen in seine Streitkräfte zu integrieren. Während der Napoleonischen Kriege und darüber hinaus behielten diese Einheiten ihre Bedeutung und ihre charakteristische Erscheinung.

Für Sammler und Historiker stellen originale Uniformtafeln aus dem 18. Jahrhundert heute seltene und wertvolle Objekte dar. Sie bieten nicht nur visuelle Informationen über die militärische Bekleidung, sondern erlauben auch Rückschlüsse auf Herstellungstechniken, soziale Hierarchien innerhalb der Armee und die Bedeutung visueller Repräsentation im militärischen Kontext der Aufklärungszeit.

Die Knötel-Uniformtafeln insgesamt stellen ein einzigartiges Corpus militärhistorischer Dokumentation dar, das bis heute als Standardreferenz für Forscher, Museen und Interessierte dient. Die Verbindung von künstlerischer Qualität und historischer Genauigkeit macht diese Werke zu unverzichtbaren Quellen für das Verständnis der europäischen Militärgeschichte.