Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Gold
Die Schießauszeichnung in Gold des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Veteranen- und Schützengeschichte zwischen den Weltkriegen. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder des DRKB verliehen, die außergewöhnliche Schießleistungen bei den regelmäßig durchgeführten Schießübungen und Wettkämpfen des Bundes erbracht hatten.
Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser entstand im Jahr 1921 durch den Zusammenschluss verschiedener Veteranenverbände der kaiserlichen Armee. Der Name bezog sich auf das Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, ein monumentales Nationaldenkmal, das Kaiser Wilhelm I. gewidmet war. Der DRKB verstand sich als überparteiliche Organisation ehemaliger Soldaten, die das Andenken an die gefallenen Kameraden bewahren und die Kameradschaft unter den Veteranen fördern wollte. In seiner Blütezeit vereinte der Bund mehrere Millionen Mitglieder in tausenden lokalen Vereinen im gesamten Deutschen Reich.
Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden in mehreren Stufen verliehen, wobei die goldene Ausführung die höchste Stufe darstellte. Unterhalb dieser rangierten die silberne und die bronzene Variante. Diese Abstufung entsprach dem traditionellen deutschen System militärischer und sportlicher Auszeichnungen. Die Verleihung erfolgte nach festgelegten Reglementen, die bestimmte Mindestleistungen beim Schießen mit dem Gewehr oder anderen Waffen voraussetzten.
Das vorliegende Exemplar wird als zweite Form bezeichnet, was auf eine Änderung im Design oder in den Herstellungsmodalitäten hinweist. Solche Modifikationen waren bei Verbandsabzeichen durchaus üblich und erfolgten oft aus praktischen oder ästhetischen Gründen, manchmal auch aufgrund geänderter Satzungen oder neuer Herstellungsverträge mit verschiedenen Produzenten. Die erste Form dieser Auszeichnung wurde wahrscheinlich in den frühen bis mittleren 1920er Jahren eingeführt, während die zweite Form vermutlich ab den späten 1920er oder frühen 1930er Jahren zur Ausgabe kam.
Die Konstruktion mit langer Nadel ist charakteristisch für deutsche Auszeichnungen und Abzeichen dieser Periode. Diese Nadelkonstruktion ermöglichte das sichere Befestigen der Auszeichnung an der Uniform oder der Zivilkleidung. Die Nadel wurde durch die Stoffschichten gesteckt und auf der Rückseite mit einer Gegenscheibe oder einem Verschluss gesichert. Diese praktische Trageweise unterschied sich von Orden, die üblicherweise an Bändern getragen wurden.
Die Schießausbildung und -übungen hatten im DRKB mehrere Funktionen. Einerseits dienten sie der Aufrechterhaltung soldatischer Fertigkeiten und der Wehrhaftigkeit, andererseits boten sie einen sportlichen Wettkampfcharakter, der die Kameradschaft stärkte. In der Zeit der Weimarer Republik, als Deutschland durch den Versailler Vertrag militärischen Beschränkungen unterworfen war, erhielten solche zivilen Schützenaktivitäten eine besondere Bedeutung. Sie bewegten sich in einem Spannungsfeld zwischen sportlicher Tradition, Veteranenpflege und dem Wunsch nach Bewahrung militärischer Traditionen.
Die Goldausführung der Schießauszeichnung war typischerweise aus vergoldetem Metall gefertigt. Das Design umfasste üblicherweise symbolische Elemente, die auf den Kyffhäuser-Bund verwiesen, oft kombiniert mit Schützenemblemen wie gekreuzten Gewehren oder Zielscheiben. Die handwerkliche Qualität solcher Auszeichnungen variierte je nach Hersteller, wobei renommierte Firmen wie verschiedene Prägeanstalten in Berlin, München oder anderen deutschen Städten solche Abzeichen produzierten.
Der Zustand 2 des beschriebenen Exemplars deutet auf eine sehr gute Erhaltung hin. In der Numismatik und Phaleristik bezeichnet diese Zustandsangabe ein Objekt mit minimalen Gebrauchsspuren, bei dem die Vergoldung weitgehend erhalten ist und die Details noch klar erkennbar sind. Solche gut erhaltenen Exemplare sind heute geschätzte Sammlerstücke, die wichtige Zeugnisse der deutschen Veteranenkultur der Zwischenkriegszeit darstellen.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der DRKB zunehmend in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert und verlor schrittweise seine Eigenständigkeit. 1943 wurde er schließlich offiziell aufgelöst. Die Auszeichnungen aus der Zeit vor dieser Gleichschaltung dokumentieren jedoch eine Phase, in der der Bund noch als relativ eigenständige Veteranenorganisation agierte.
Heute sind solche Schießauszeichnungen des DRKB wichtige militärhistorische Objekte, die Einblick in die Veteranenkultur, das Vereinswesen und die paramilitärischen Traditionen der Weimarer Republik geben. Sie werden von Sammlern militärhistorischer Auszeichnungen geschätzt und in Museen als Zeugnisse dieser historischen Epoche bewahrt.