III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DDAC Gau Hochland Durch Bayerns Berge 1935 - Für erfolgreiche Fahrt H Spörl "

Bronze, 41 mm, Zustand 2.
340706
240,00

III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DDAC Gau Hochland Durch Bayerns Berge 1935 - Für erfolgreiche Fahrt H Spörl "

Die vorliegende Plakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) aus dem Jahr 1935 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der motorsportlichen Kultur im nationalsozialistischen Deutschland. Diese nicht tragbare Teilnehmerplakette wurde anlässlich der Veranstaltung “Durch Bayerns Berge” im DDAC Gau Hochland verliehen und dokumentiert die enge Verflechtung von Automobilsport, Freizeitgestaltung und politischer Organisation im Dritten Reich.

Der Deutsche Automobil-Club wurde nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 grundlegend umstrukturiert. Als Teil der Gleichschaltungspolitik wurden alle bestehenden Automobilclubs aufgelöst oder in den DDAC integriert, der dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) untergeordnet wurde. Der DDAC entwickelte sich zu einer Massenorganisation mit Millionen von Mitgliedern und diente nicht nur der Förderung des Motorsports, sondern auch der ideologischen Durchdringung der Bevölkerung.

Die Organisation des DDAC folgte dem nationalsozialistischen Gau-System. Der Gau Hochland umfasste das oberbayerische Gebiet mit seinen charakteristischen Alpenregionen. Diese geografische Einteilung ermöglichte eine straffe administrative Kontrolle und die Durchführung regionaler Veranstaltungen, die sowohl sportlichen als auch propagandistischen Zwecken dienten.

Motorsportveranstaltungen wie “Durch Bayerns Berge” waren im Dritten Reich von besonderer Bedeutung. Sie demonstrierten einerseits die technische Leistungsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie und andererseits die organisatorischen Fähigkeiten des Regimes. Die Alpenstraßen boten dabei eine ideale Kulisse für anspruchsvolle Zuverlässigkeitsfahrten, bei denen die Teilnehmer ihre fahrerischen Fähigkeiten und die Belastbarkeit ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen konnten.

Die Plakette selbst ist aus Bronze gefertigt und hat einen Durchmesser von 41 Millimetern. Die Inschrift verweist auf eine “erfolgreiche Fahrt” und nennt den Nachnamen H. Spörl, vermutlich den Teilnehmer oder Gewinner dieser spezifischen Kategorie. Solche Plaketten wurden nicht als tragbare Auszeichnungen konzipiert, sondern dienten als Erinnerungsstücke und Nachweise der sportlichen Leistung. Sie wurden typischerweise auf Holzsockeln montiert oder in Vitrinen präsentiert.

Das Jahr 1935 markiert einen wichtigen Zeitpunkt in der Entwicklung des deutschen Motorsports. Die Automobilindustrie erlebte einen erheblichen Aufschwung, und die spektakulären Erfolge deutscher Rennwagen bei internationalen Grand-Prix-Rennen trugen zur nationalsozialistischen Prestigepolitik bei. Gleichzeitig wurde der Motorsport zunehmend militarisiert und in die Wehrerziehung integriert, da Fahrkenntnisse und technisches Verständnis als kriegswichtige Fähigkeiten betrachtet wurden.

Die Vergabe solcher Plaketten folgte einem ausgeklügelten System. Teilnehmer mussten bestimmte Kriterien erfüllen, um als “erfolgreich” zu gelten. Dies konnte die fehlerfreie Bewältigung der Strecke, das Einhalten bestimmter Zeitvorgaben oder das Bestehen technischer Prüfungen umfassen. Die Veranstaltungen wurden von offiziellen DDAC-Sportkommissaren überwacht, die die Einhaltung der Regularien kontrollierten.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Quellen. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte des Motorsports, sondern auch die Alltagskultur und die Organisationsstrukturen des Dritten Reiches. Die Verbindung von Sport, Technik und Politik wird in diesen scheinbar unpolitischen Erinnerungsstücken deutlich sichtbar. Sammler und Historiker schätzen diese Plaketten als authentische Zeitzeugnisse, die Einblick in die Freizeitgestaltung und die gesellschaftlichen Strukturen der 1930er Jahre gewähren.

Die Erhaltung in Zustand 2 deutet auf eine gute Qualität hin, bei der möglicherweise leichte Gebrauchsspuren oder Patinierung vorhanden sind, die grundlegende Lesbarkeit und das Erscheinungsbild aber nicht beeinträchtigt sind. Dies ist für ein über 85 Jahre altes Objekt bemerkenswert und zeugt von der Wertschätzung, die solchen Erinnerungsstücken von ihren Besitzern entgegengebracht wurde.