III. Reich - bronzene Erinnerungsmedaille "Des Reiches Kronzier in des Reiches Mitte"

1938, Medaille von Karl Götz. Bronze, 36 mm, mit Randprägung " Bayer. Hauptmünzamt ", Zustand 2.
459006
250,00

III. Reich - bronzene Erinnerungsmedaille "Des Reiches Kronzier in des Reiches Mitte"

Die bronzene Erinnerungsmedaille “Des Reiches Kronzier in des Reiches Mitte” aus dem Jahr 1938 stellt ein bemerkenswertes Beispiel der deutschen Medaillenkunst des Dritten Reiches dar. Diese Medaille wurde vom renommierten Medailleur Karl Goetz (1875-1950) entworfen, einem der bedeutendsten deutschen Medaillenkünstler des 20. Jahrhunderts.

Karl Goetz hatte sich bereits während des Ersten Weltkriegs und der Weimarer Republik einen Namen als kritischer und technisch versierter Medailleur gemacht. Seine Arbeiten zeichneten sich durch präzise Gravur, symbolische Tiefe und oft satirische Kommentare zu zeitgenössischen Ereignissen aus. Nach 1933 passte sich Goetz den veränderten politischen Verhältnissen an und schuf zahlreiche Medaillen für das NS-Regime, obwohl seine künstlerische Qualität unbestritten blieb.

Die Medaille mit einem Durchmesser von 36 mm wurde im Bayerischen Hauptmünzamt in München geprägt, wie die Randprägung belegt. Das Bayerische Hauptmünzamt war eine der wichtigsten Prägestätten in Deutschland und für die Herstellung von Münzen, Medaillen und Orden zuständig. Die Randprägung diente als Herkunftsnachweis und Qualitätsmerkmal.

Der Titel “Des Reiches Kronzier in des Reiches Mitte” bezieht sich auf das Jahr 1938, ein entscheidendes Jahr in der NS-Expansionspolitik. Im März 1938 erfolgte der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, im Oktober die Annexion des Sudetenlandes nach dem Münchner Abkommen. Die Formulierung “Kronzier” (Kronschmuck) und “des Reiches Mitte” deutet auf die propagandistische Bedeutung dieser territorialen Erweiterungen hin, die als Wiederherstellung eines “Großdeutschen Reiches” dargestellt wurden.

Erinnerungsmedaillen dieser Art waren im Dritten Reich weit verbreitet und dienten mehreren Zwecken. Sie sollten wichtige politische Ereignisse verherrlichen, die Bevölkerung an die vermeintlichen Erfolge des Regimes erinnern und eine emotionale Bindung an die NS-Ideologie schaffen. Solche Medaillen wurden oft als Sammlerstücke vertrieben oder bei besonderen Anlässen überreicht.

Die Herstellung in Bronze war üblich für nicht-offizielle Erinnerungsmedaillen. Bronze bot eine kostengünstige Alternative zu edleren Metallen und ermöglichte eine größere Verbreitung. Die Prägung war dennoch von hoher Qualität, wie es bei Arbeiten aus dem Bayerischen Hauptmünzamt zu erwarten war.

Der Zustand 2 entspricht in der numismatischen Bewertungsskala einem sehr guten bis vorzüglichen Erhaltungszustand. Dies bedeutet, dass die Medaille minimale Gebrauchsspuren aufweist, aber die Details der Prägung noch klar erkennbar sind. Für Sammler und Historiker ist der Erhaltungszustand ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung solcher Objekte.

Karl Goetz' Werk aus der NS-Zeit bleibt kunsthistorisch umstritten. Während seine technische Meisterschaft unbestritten ist, werfen seine Arbeiten für das Regime Fragen nach künstlerischer Verantwortung und politischer Komplizenschaft auf. Nach 1945 wurden viele seiner NS-Medaillen aus dem öffentlichen Verkehr gezogen, sind aber heute wichtige Zeugnisse der Propagandakunst des Dritten Reiches.

Heute werden solche Medaillen in historischen Sammlungen, Museen und privaten Kollektionen aufbewahrt. Sie dienen als Anschauungsmaterial für die Erforschung der NS-Propaganda, der Medaillenkunst und der politischen Geschichte Deutschlands in den 1930er Jahren. Der Handel mit solchen Objekten unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Regelungen, um sicherzustellen, dass sie ausschließlich zu wissenschaftlichen, dokumentarischen oder künstlerischen Zwecken verwendet werden.