Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

frühe emaillierte Ausführung ( 1920-1933 ), Hersteller : Steinhauer & Lück Lüdenscheid GES.GESCH., an Nadel. Stark getragener Zustand mit Gebrauchsspuren, rückseitig die Nadel repariert, Zustand 3.
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120,00

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

Das NSDAP-Mitgliedsabzeichen stellt eines der bedeutendsten Symbole der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland dar und dokumentiert die organisatorische Entwicklung einer Partei, die letztendlich zur Errichtung einer Diktatur und zu verheerenden weltgeschichtlichen Folgen führte. Das vorliegende Exemplar aus der frühen emallierten Ausführung (1920-1933) wurde vom Hersteller Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid produziert und trägt die Markierung “GES.GESCH.” (gesetzlich geschützt).

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei entwickelte sich aus der 1919 gegründeten Deutschen Arbeiterpartei (DAP). Nach Adolf Hitlers Eintritt im September 1919 und seiner zunehmenden Dominanz wurde die Partei im Februar 1920 in NSDAP umbenannt. Das Parteiabzeichen, oft als Parteiabzeichen der NSDAP oder umgangssprachlich als “Goldenes Parteiabzeichen” im Volksmund bezeichnet (obwohl die regulären Mitgliedsabzeichen versilbert waren), wurde zum zentralen Erkennungszeichen der Parteimitglieder.

Die frühen Abzeichen aus der Zeit von 1920 bis 1933, zu denen das beschriebene Objekt gehört, unterscheiden sich in mehreren Aspekten von späteren Ausführungen. Sie wurden in der Kampfzeit der Bewegung getragen, jener Periode vor der Machtübernahme, die von den Nationalsozialisten später besonders verklärt wurde. Die Herstellung dieser frühen Abzeichen erfolgte bei verschiedenen autorisierten Firmen, wobei Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid zu den wichtigsten Produzenten zählte. Diese Firma war spezialisiert auf Metallwaren und Abzeichen und belieferte die NSDAP über viele Jahre.

Die emaillierte Ausführung zeigt das charakteristische Design: ein Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund, umgeben von einem silberfarbenen Kranz. Die Emailletechnik dieser frühen Stücke war aufwendig und anfällig für Beschädigungen bei starker Beanspruchung. Der stark getragene Zustand des vorliegenden Abzeichens mit seinen Gebrauchsspuren und der reparierten Nadel auf der Rückseite deutet darauf hin, dass dieses Abzeichen über einen längeren Zeitraum aktiv getragen wurde, möglicherweise durch ein Mitglied, das in der turbulenten Kampfzeit der Bewegung aktiv war.

Die Vergabe der Mitgliedsabzeichen war streng reglementiert. Jedes Parteimitglied erhielt nach Zahlung des Mitgliedsbeitrags und der Aufnahme ein solches Abzeichen. Die Mitgliedsnummer wurde in den Parteiakten festgehalten, und das Tragen des Abzeichens war sowohl Ausdruck der Zugehörigkeit als auch ein politisches Statement. In der Weimarer Republik war das öffentliche Tragen solcher Abzeichen durchaus mit Risiken verbunden, da es zu Konfrontationen mit politischen Gegnern führen konnte.

Nach dem gescheiterten Hitler-Putsch vom 9. November 1923 in München wurde die NSDAP verboten, und das Tragen der Parteiabzeichen war untersagt. Erst nach der Neugründung der Partei am 27. Februar 1925 wurden wieder Mitgliedsabzeichen ausgegeben. Die Unterscheidung zwischen Abzeichen aus der Zeit vor und nach 1923 sowie vor und nach 1933 ist für die historische Einordnung von großer Bedeutung.

Die Markierung “GES.GESCH.” auf der Rückseite belegt, dass das Design rechtlich geschützt war. Die NSDAP ging streng gegen die Herstellung gefälschter oder nicht autorisierter Abzeichen vor, sowohl aus finanziellen Gründen als auch zur Kontrolle der Symbolik. Die Partei achtete penibel auf die korrekte Herstellung und Verteilung ihrer Hoheitszeichen.

Nach der Machtergreifung im Januar 1933 veränderte sich die Bedeutung des Mitgliedsabzeichens grundlegend. Was zuvor ein Zeichen der Zugehörigkeit zu einer oppositionellen, oft verfolgten Bewegung gewesen war, wurde nun zum Symbol der herrschenden Partei und in vielen Bereichen faktisch zur Voraussetzung für Karrieren in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Mitgliederzahl explodierte nach 1933, und die frühen Parteimitglieder, die sogenannten “Alten Kämpfer”, erhielten besondere Anerkennung.

Aus historischer Perspektive sind diese Abzeichen heute wichtige Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Bewegung, ihrer organisatorischen Struktur und ihrer sozialen Zusammensetzung. Sie dokumentieren die Ausbreitung einer Ideologie, die zu unermesslichem Leid, zum Zweiten Weltkrieg und zum Holocaust führte. Der getragene Zustand dieses spezifischen Abzeichens erzählt stumm von der individuellen Beteiligung eines Menschen an dieser verhängnisvollen Bewegung und mahnt zur historischen Verantwortung und Erinnerung.