Datenblatt zur Verleihung der kroatischen Bronzenen Tapferkeitsmedaille
Das vorliegende Dokument stellt ein Datenblatt zur Verleihung der kroatischen Bronzenen Tapferkeitsmedaille dar, das am 14. September 1943 an einen deutschen Obergefreiten der 1. Kompanie des Landesschützen-Bataillons 924 ausgestellt wurde. Die Auszeichnung erfolgte für vorbildliches Verhalten als Munitionsträger bei den Kämpfen um Suhaca, einem Ort im besetzten Jugoslawien während des Zweiten Weltkriegs.
Die Kroatische Tapferkeitsmedaille (kroatisch: Medalja za Hrabrost) wurde vom Unabhängigen Staat Kroatien (Nezavisna Država Hrvatska, NDH) eingeführt, einem Vasallenstaat der Achsenmächte, der von 1941 bis 1945 unter der Herrschaft der faschistischen Ustascha-Bewegung stand. Diese Auszeichnung wurde in drei Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Die bronzene Variante stellte die niedrigste Stufe dar und wurde für Tapferkeit und außergewöhnlichen Einsatz im Kampf verliehen.
Das Landesschützen-Bataillon 924 gehörte zu den deutschen Sicherungseinheiten, die in den besetzten Gebieten Südosteuropas eingesetzt wurden. Diese Bataillone bestanden häufig aus älteren Jahrgängen und waren primär für Besatzungsaufgaben, Sicherungsdienste und die Bekämpfung von Partisaneneinheiten zuständig. Im Jahr 1943 intensivierte sich der Partisanenkrieg in Jugoslawien erheblich, wobei die kommunistischen Partisanen unter Josip Broz Tito sowie die royalistischen Tschetniks den Besatzungsmächten zunehmend Widerstand leisteten.
Die Kämpfe um Suhaca fanden im Kontext der deutschen Anti-Partisanenoperationen statt, die 1943 ihren Höhepunkt erreichten. Die Wehrmacht und ihre Verbündeten führten zahlreiche Operationen durch, um die Kontrolle über strategisch wichtige Gebiete und Verkehrswege zu behalten. Munitionsträger spielten in diesen oft kleinräumigen und intensiven Gefechten eine entscheidende Rolle, da die Versorgung der kämpfenden Truppe unter schwierigen Geländebedingungen und unter feindlichem Feuer erfolgen musste.
Die Zusammenarbeit zwischen deutschen Truppen und dem kroatischen Ustascha-Regime manifestierte sich auch im Auszeichnungswesen. Deutsche Soldaten, die an der Seite kroatischer Einheiten kämpften oder in deren Operationsgebieten eingesetzt waren, konnten kroatische Auszeichnungen erhalten. Dies war Teil der allgemeinen Praxis der Achsenmächte, durch gegenseitige Ordensverleihungen die militärische und politische Zusammenarbeit zu dokumentieren und zu fördern.
Das Datenblatt zur Verleihung selbst ist ein wichtiges militärhistorisches Dokument. Solche Verleihungsurkunden und Datenblätter dokumentierten nicht nur die Auszeichnung selbst, sondern auch die spezifischen Umstände und Gründe der Verleihung. Sie enthielten typischerweise Angaben zur Person des Ausgezeichneten, seiner Einheit, dem Datum der Verleihung sowie eine Beschreibung der Tat, die zur Auszeichnung führte. Diese Dokumente sind heute wichtige Quellen für die militärgeschichtliche Forschung, da sie Einblicke in die Kriegführung, die Organisation militärischer Einheiten und die individuellen Schicksale von Soldaten geben.
Der gebrauchte Zustand des Dokuments unterstreicht seine Authentizität und historische Bedeutung. Viele solcher Dokumente wurden von den Soldaten selbst aufbewahrt und überstanden den Krieg in Privatbesitz. Sie zeugen von einer Zeit intensiver militärischer Auseinandersetzungen auf dem Balkan, die durch extreme Brutalität und einen erbitterten Partisanenkrieg gekennzeichnet war.
Die militärhistorische Bedeutung solcher Dokumente liegt nicht nur in ihrem dokumentarischen Wert, sondern auch darin, dass sie die komplexen Bündnisstrukturen der Achsenmächte und die Realität des Krieges auf individueller Ebene verdeutlichen. Die Verleihung einer Tapferkeitsmedaille an einen einfachen Obergefreiten für seine Tätigkeit als Munitionsträger zeigt, dass auch vermeintlich nachrangige Aufgaben im Kampfgeschehen von entscheidender Bedeutung waren und entsprechende Anerkennung fanden.