Die Ketten des Preussischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler 1701 - 1918,

Osnabrück, Biblio Verlag, 1995, Gebundene Ausgabe, Ganzleineneinband, DIN A4, 159 Seiten, mit teilweise farbigen Abbildungen, Auflagenhöhe 500 Exemplare, Zustand 2
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50,00

Die Ketten des Preussischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler 1701 - 1918,

Das vorliegende Werk behandelt die Ordensketten des Preußischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler, der höchsten Auszeichnung des Königreichs Preußen von seiner Stiftung im Jahre 1701 bis zum Ende der Monarchie 1918. Diese vom Biblio Verlag in Osnabrück 1995 in einer limitierten Auflage von nur 500 Exemplaren herausgegebene wissenschaftliche Publikation dokumentiert auf 159 Seiten die kunsthistorische und herrschaftspolitische Entwicklung dieser bedeutendsten preußischen Auszeichnung.

Der Schwarze Adlerorden wurde am 17. Januar 1701 von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg gestiftet, unmittelbar bevor er sich am 18. Januar 1701 in Königsberg als Friedrich I. zum “König in Preußen” krönte. Die Stiftung des Ordens war somit untrennbar mit der Erhebung Brandenburg-Preußens zum Königreich verbunden und sollte die neue königliche Würde symbolisch unterstreichen. Der Orden wurde bewusst als höchste Auszeichnung konzipiert und stand in direkter Konkurrenz zu anderen bedeutenden europäischen Orden wie dem englischen Hosenbandorden oder dem französischen Orden vom Heiligen Geist.

Die Ordenskette stellte das prächtigste und kostbarste Element der Ordensinsignien dar. Sie wurde ausschließlich bei den feierlichsten Gelegenheiten getragen und bestand aus kunstvoll gefertigten goldenen Gliedern, die mit Email, Edelsteinen und Perlen verziert waren. Die Kettenglieder zeigten typischerweise das preußische Wappen, gekrönte Adler, Ordenskreuze und die Devise “SUUM CUIQUE” (Jedem das Seine), die seit 1701 das Ordensmotto bildete. An der Kette hing das Ordenskreuz, ein goldenes, weiß emailliertes Kreuz mit dem schwarzen preußischen Adler im Zentrum.

Die Verleihung des Schwarzen Adlerordens war streng limitiert und unterlag strengen Statuten. Ursprünglich war die Zahl der Ritter auf 30 beschränkt, doch diese Begrenzung wurde im Laufe der Zeit aufgehoben. Der Orden wurde hauptsächlich an Mitglieder des Hochadels, ausländische Monarchen und Prinzen sowie vereinzelt an verdiente Staatsmänner und Militärs verliehen. Die Empfänger waren in der Regel bereits Träger anderer hoher Auszeichnungen und gehörten zur obersten Gesellschaftsschicht Europas.

Im Laufe der mehr als zwei Jahrhunderte seiner Existenz unterlag die Gestaltung der Ordenskette verschiedenen stilistischen Veränderungen, die den jeweiligen kunsthistorischen Epochen und persönlichen Vorlieben der regierenden Monarchen entsprachen. Unter Friedrich Wilhelm I. (1713-1740), dem “Soldatenkönig”, erfuhr der Orden eine eher schlichte Gestaltung, während unter Friedrich II. dem Großen (1740-1786) rokoko-beeinflusste Elemente hinzukamen. Die Ordensketten des 19. Jahrhunderts zeigten zunehmend historistische Tendenzen und wurden immer aufwendiger gefertigt.

Die handwerkliche Ausführung der Ordensketten oblag den renommiertesten Goldschmieden und Juwelieren ihrer Zeit, vornehmlich in Berlin ansässigen Hoflieferanten. Jede Kette war ein Unikat von höchster künstlerischer und materieller Qualität. Die Herstellung einer vollständigen Ordenskette konnte mehrere Monate in Anspruch nehmen und verschlang beträchtliche Summen aus der königlichen Schatulle.

Mit dem Ende der Monarchie im November 1918 und der Abdankung Kaiser Wilhelms II. endete auch die Verleihungspraxis des Schwarzen Adlerordens. Die Weimarer Republik schaffte alle monarchischen Orden und Ehrenzeichen ab, wodurch der Schwarze Adlerorden zu einem historischen Relikt wurde. Viele der Ordensketten befinden sich heute in Museen, Sammlungen und Archiven, wo sie als bedeutende Zeugnisse preußischer Herrschaftsrepräsentation bewahrt werden.

Das wissenschaftliche Werk aus dem Biblio Verlag dokumentiert diese Entwicklung umfassend anhand von historischen Quellen, Archivmaterialien und fotografischen Abbildungen erhaltener Exemplare. Die teilweise farbigen Illustrationen ermöglichen es, die Pracht und kunsthandwerkliche Meisterschaft dieser Objekte nachzuvollziehen. Für Sammler, Historiker und Kunsthistoriker stellt diese limitierte Publikation eine unverzichtbare Referenzquelle dar, die das Verständnis für die symbolische und materielle Kultur der preußischen Monarchie vertieft.