Wehrmacht Heer Eichenlaubkranz für die Schirmmütze

Feinzink, mit Kokarde, 1 Splint fehlt. Getragen, Zustand 2.
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20,00

Wehrmacht Heer Eichenlaubkranz für die Schirmmütze

Der Eichenlaubkranz für die Schirmmütze der Wehrmacht Heer stellt ein charakteristisches Insignium der deutschen Militäruniform während des Zweiten Weltkrieges dar. Dieses spezielle Exemplar aus Feinzink mit zugehöriger Kokarde repräsentiert die standardisierte Kopfbedeckungsgarnitur der Landstreitkräfte zwischen 1935 und 1945.

Die Entwicklung der Wehrmacht-Kopfbedeckungsabzeichen nahm ihren Anfang mit der offiziellen Gründung der Wehrmacht am 16. März 1935, als das nationalsozialistische Deutschland die Wiederaufrüstung proklamierte. Die Heeresdienstvorschrift (HDv) und spätere Bekleidungsvorschriften regelten präzise die Ausführung und Trageweise aller Uniformbestandteile. Der Eichenlaubkranz als Symbol hatte in der deutschen Militärtradition eine lange Geschichte und wurde bereits in den preußischen Streitkräften verwendet.

Die Schirmmütze (Visor cap) der Wehrmacht war die offizielle Kopfbedeckung für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften im Ausgehanzug und bei besonderen Anlässen. Der Eichenlaubkranz umrahmte die mittig platzierte nationale Kokarde in den Farben Schwarz-Weiß-Rot, die das Deutsche Reich symbolisierte. Die Kokarde selbst war ein kreisförmiges Abzeichen, das die Reichsfarben trug und durch eine silberfarbene oder aluminiumfarbene Umrandung eingefasst wurde.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch zahlreiche Zulieferbetriebe im gesamten Reichsgebiet. Feinzink als Material bot mehrere Vorteile: Es war kostengünstig in der Produktion, ließ sich gut formen und prägen, und war gleichzeitig ausreichend robust für den militärischen Gebrauch. Im Vergleich zu frühen Ausführungen aus Tombak oder anderen Metalllegierungen wurde Feinzink besonders in den späteren Kriegsjahren häufiger verwendet, als Materialknappheit zur Rationierung führte.

Die Befestigung des Eichenlaubkranzes erfolgte mittels zweier oder dreier Splinte (Drahtösen) auf der Rückseite, die durch das Mützentuch gestochen und dann umgebogen wurden. Das Fehlen eines Splints bei diesem Exemplar ist ein typischer Befund bei getragenen Stücken und deutet auf Feldgebrauch oder spätere Reparaturversuche hin. Die Abnutzungsspuren entsprechen dem angegebenen Erhaltungszustand und bestätigen die authentische Verwendung während der Dienstzeit.

Die Symbolik des Eichenlaubes in der deutschen Militärgeschichte reicht bis in die Befreiungskriege zurück. Die Eiche galt als Symbol für Stärke, Beständigkeit und deutsche Tugenden. Das preußische Eiserne Kreuz wurde bereits mit Eichenlaub für besondere Tapferkeit ausgezeichnet, eine Tradition, die die Wehrmacht fortführte. Der stilisierte Eichenlaubkranz auf der Schirmmütze verband somit militärische Tradition mit der zeitgenössischen Uniformgestaltung.

Verschiedene Ranggruppen trugen leicht unterschiedliche Ausführungen der Schirmmütze. Während Generale goldene oder goldfarbene Stickereien auf dem Mützenschirm und Hutband trugen, verwendeten Offiziere silberfarbene oder aluminiumfarbene Kordeln. Unteroffiziere und Mannschaften trugen schlichtere Ausführungen. Der Eichenlaubkranz selbst blieb jedoch in seiner Grundform über alle Ranggruppen hinweg einheitlich, wobei die Materialqualität und Verarbeitung variieren konnte.

Die Tragevorschriften waren streng geregelt. Die Schirmmütze wurde zu Dienstuniformen, Ausgehuniformen und bei offiziellen Anlässen getragen. Im Feld bevorzugten die Soldaten meist die praktischere Feldmütze (Einheitsfeldmütze M43) oder den Stahlhelm. Die Schirmmütze blieb jedoch ein wichtiger Bestandteil der militärischen Garderobe und wurde bei Heimaturlaub, Truppenbesichtigungen und in Garnisonen getragen.

Nach Kriegsende 1945 wurden alle Wehrmacht-Insignien durch die Alliierten verboten. Viele Uniformstücke wurden vernichtet, eingeschmolzen oder von Soldaten als Erinnerungsstücke aufbewahrt. Die Sammlung und Erforschung solcher militärhistorischer Objekte dient heute dem wissenschaftlichen Verständnis dieser Epoche. In Deutschland ist das Tragen von Wehrmacht-Uniformteilen mit verfassungsfeindlichen Symbolen gesetzlich verboten, während die rein militärhistorische Sammlung und Dokumentation zu Bildungszwecken zulässig bleibt.

Dieses Exemplar dokumentiert die Materialkultur der Wehrmacht und gibt Einblick in die industrielle Fertigung militärischer Ausrüstung während des Zweiten Weltkrieges. Der Erhaltungszustand mit Gebrauchsspuren macht es zu einem authentischen Zeugnis der Zeit und unterstreicht seine historische Bedeutung für die militärgeschichtliche Forschung.

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