Wehrmacht Portraitfoto, Angehöriger des Infanterie-Regiment 76

Ca. Postkartengröße. Zustand 2.
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8,00

Wehrmacht Portraitfoto, Angehöriger des Infanterie-Regiment 76

Das vorliegende Portraitfoto zeigt einen Angehörigen des Infanterie-Regiments 76, einer traditionsreichen Einheit der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Solche Portraitfotos in Postkartengröße waren ein allgegenwärtiges Phänomen der militärischen Kultur jener Zeit und dienten sowohl persönlichen als auch dokumentarischen Zwecken.

Das Infanterie-Regiment 76 hatte seine Wurzeln in der Reichswehr der Weimarer Republik und wurde bei der Aufstellung der Wehrmacht im Zuge der Aufrüstung ab 1935 formiert. Das Regiment war Teil der 26. Infanterie-Division, die im August 1936 in Köln aufgestellt wurde. Diese Division gehörte zum Wehrkreis VI und rekrutierte ihre Soldaten hauptsächlich aus dem Rheinland und Westfalen.

Portraitfotografien von Soldaten in Postkartengröße, typischerweise im Format 9x14 cm oder 10x15 cm, waren in der Zeit von 1933 bis 1945 äußerst verbreitet. Diese Aufnahmen wurden üblicherweise in professionellen Fotostudios angefertigt, die sich oft in der Nähe von Kasernen oder in Garnisonsstädten befanden. Die Fotografen waren mit den militärischen Uniformvorschriften bestens vertraut und arrangierten die Aufnahmen nach etablierten Konventionen: Der Soldat wurde meist in Halbfigur oder als Brustbild dargestellt, in vorschriftsmäßiger Uniform mit sichtbaren Rangabzeichen, Orden und Auszeichnungen.

Die 26. Infanterie-Division mit dem Infanterie-Regiment 76 nahm an zahlreichen Feldzügen teil. Bereits 1939 war die Division am Überfall auf Polen beteiligt, gefolgt vom Westfeldzug 1940 gegen Frankreich. Ab Juni 1941 kämpfte die Division im Rahmen des Unternehmens Barbarossa an der Ostfront. Das Regiment erlebte die schweren Kämpfe bei Smolensk, vor Moskau im Winter 1941/42, und war in die jahrelangen Auseinandersetzungen im mittleren Abschnitt der Ostfront verwickelt.

Die Funktion solcher Portraitfotos war vielfältig. Primär dienten sie als persönliche Erinnerungsstücke, die an Familienmitglieder, Ehefrauen, Verlobte oder Eltern verschickt wurden. Auf der Rückseite befanden sich häufig handschriftliche Widmungen, Daten und Ortsangaben. Diese Fotografien waren materielle Verbindungen zwischen der Front und der Heimat, greifbare Beweise der Existenz und des Wohlergehens des Soldaten in einer Zeit extremer Unsicherheit.

Die Uniformierung und Ausrüstung der Wehrmacht folgte strengen Vorschriften, die in den Heeresdienstvorschriften (H.Dv.) und Anzugsordnungen festgelegt waren. Für Portraitaufnahmen wurde üblicherweise der Dienstanzug oder die Ausgehanuniform getragen. Sichtbare Elemente umfassten typischerweise den Waffenrock (Feldbluse), die Schirmmütze oder Feldmütze, Kragenspiegel mit Waffenfarbe (beim Infanterie-Regiment 76 weiß für Infanterie), Schulterklappen mit Regimentsnummer und eventuell erworbene Auszeichnungen wie das Eiserne Kreuz, Verwundetenabzeichen oder Kampfabzeichen.

Die fotografische Dokumentation des Militärdienstes hatte auch eine propagandistische Dimension. Das NS-Regime nutzte die visuelle Darstellung seiner Soldaten zur Förderung des Wehrmachtsbildes als moderne, professionelle Streitkraft. Gleichzeitig dokumentieren diese Fotografien heute die individuellen Schicksale hunderttausender junger Männer, die in den Krieg zogen.

Nach Kriegsende wurden viele dieser Fotografien zu wichtigen Dokumenten für Familienforschung und militärhistorische Studien. Sie ermöglichen die Identifikation von Einheiten, die Datierung durch Uniformdetails und Auszeichnungen sowie die Rekonstruktion von Lebensläufen. Die Zustandsbezeichnung “2” deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was bei Fotografien dieses Alters auf sachgemäße Aufbewahrung hinweist.

Das Infanterie-Regiment 76 erlitt während des Krieges erhebliche Verluste, besonders an der Ostfront. Die 26. Infanterie-Division wurde mehrfach aufgefrischt und reorganisiert. Im Jahr 1945 kapitulierte die Division in Kurland, wo sie im Zuge der Heeresgruppe Kurland eingekesselt war.

Heute sind solche Portraitfotos wichtige Zeitdokumente, die über die rein militärhistorische Bedeutung hinaus sozial- und kulturgeschichtliche Einblicke gewähren. Sie zeigen die Konventionen der Selbstdarstellung, die Bedeutung von militärischer Ehre und Identität sowie die materielle Kultur einer vergangenen Epoche. Für Sammler und Historiker bieten sie wertvolle Informationen über Uniformierung, Organisation und die individuellen Gesichter hinter der Geschichte.

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