Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Große Ehrennadel der Schießauszeichnung

2. Form, an Nadel, Zustand 2-3.
372812
€ 40,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Große Ehrennadel der Schießauszeichnung

Die Große Ehrennadel der Schießauszeichnung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Veteranenorganisationen der Weimarer Republik und des Dritten Reiches dar. Diese Auszeichnung in ihrer zweiten Form repräsentiert die Tradition des Schießsportwesens innerhalb der paramilitärischen Veteranenverbände zwischen 1921 und 1943.

Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser entstand 1921 durch den Zusammenschluss verschiedener Veteranenvereine und benannte sich nach dem legendären Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, einem Symbol deutscher Nationalgeschichte. Die Organisation vereinte ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges und älterer Konflikte und entwickelte sich zu einem der größten Veteranenverbände der Zwischenkriegszeit mit zeitweise über vier Millionen Mitgliedern.

Das Schießwesen bildete einen zentralen Bestandteil der Aktivitäten des DRKB. In einer Zeit, in der Deutschland durch den Versailler Vertrag militärisch stark eingeschränkt war, dienten Schießwettbewerbe und -ausbildungen der Aufrechterhaltung militärischer Traditionen und Fertigkeiten. Die Schießauszeichnungen motivierten die Mitglieder zur regelmäßigen Teilnahme an Übungen und Wettkämpfen.

Die vorliegende zweite Form der Großen Ehrennadel wurde vermutlich in den 1930er Jahren eingeführt, nachdem der DRKB 1933 in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert worden war. Die erste Form stammte noch aus der Weimarer Zeit. Die Umgestaltung der Auszeichnungen spiegelte die ideologische Neuausrichtung der Organisation unter nationalsozialistischer Herrschaft wider.

Die Nadel selbst zeigt typischerweise ein aufwendiges Design mit Schießsport-Symbolik. Charakteristisch für DRKB-Auszeichnungen waren die Verwendung des Kyffhäuser-Motivs sowie militärische Embleme. Die Große Ehrennadel stellte eine höhere Stufe innerhalb des Auszeichnungssystems dar und wurde für besondere schießsportliche Leistungen verliehen, die über die Anforderungen niedrigerer Auszeichnungsstufen hinausgingen.

Die Verleihungskriterien waren in den Satzungen des DRKB genau festgelegt. Mitglieder mussten bei offiziellen Verbandswettkämpfen bestimmte Punktzahlen erreichen und über mehrere Jahre hinweg konstante Leistungen nachweisen. Die Auszeichnung diente nicht nur der individuellen Ehrung, sondern auch der Förderung des Gemeinschaftsgeistes innerhalb der lokalen Kyffhäuser-Kameradschaften.

Die Herstellung solcher Auszeichnungen erfolgte durch verschiedene Metallwarenfabriken und spezialisierte Hersteller von Militaria, vorwiegend in den traditionellen deutschen Zentren der Ordensfertigung wie Gablonz, Lüdenscheid und anderen Standorten. Die zweite Form wurde in größeren Stückzahlen produziert als die seltenere erste Form, da die Mitgliederzahl des DRKB in den 1930er Jahren erheblich anstieg.

Nach 1933 unterlag der DRKB zunehmend der Kontrolle durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Die Organisation wurde instrumentalisiert zur Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie und zur Vorbereitung der Bevölkerung auf den kommenden Krieg. Das Schießwesen erhielt in diesem Kontext eine verstärkt militärische Ausrichtung.

Mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkrieges verloren Friedensauszeichnungen wie die Schießehrennadeln an Bedeutung. 1943 wurde der DRKB schließlich aufgelöst und seine Funktionen anderen NS-Organisationen übertragen. Die Verleihung von Schießauszeichnungen endete damit faktisch.

Nach 1945 waren alle Auszeichnungen des DRKB im Zusammenhang mit der Entnazifizierung zunächst problematisch. In der späteren Bundesrepublik Deutschland wurden Veteranenorganisationen neu gegründet, die sich bewusst von der politischen Instrumentalisierung der Vergangenheit distanzierten. Die historischen DRKB-Auszeichnungen blieben jedoch als Sammlerobjekte und historische Dokumente von Interesse.

Heute sind solche Nadeln wichtige militärhistorische Quellen für das Verständnis der deutschen Veteranenkultur zwischen den Weltkriegen. Sie dokumentieren die Entwicklung paramilitärischer Strukturen, die Pflege militärischer Traditionen in der Zwischenkriegszeit und die spätere Instrumentalisierung durch das NS-Regime. Für Sammler und Historiker bieten sie Einblicke in Organisationsstrukturen, Herstellungstechniken und die soziale Bedeutung von Auszeichnungen in dieser Epoche.