Elastolin - Heer Soldat mit Gewehr zuschlagend " Kolbenschläger "

7,5 cm, Zustand 2.
407312
€ 25,00

Elastolin - Heer Soldat mit Gewehr zuschlagend " Kolbenschläger "

Die Elastolin-Figur eines Heer-Soldaten mit der charakteristischen Bewegung des Kolbenschlägers repräsentiert ein faszinierendes Stück deutscher Spielzeuggeschichte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese 7,5 cm große Figur wurde von der Firma Hausser in Ludwigsburg hergestellt, die unter dem Markennamen Elastolin weltweit bekannt wurde.

Die Firma O. & M. Hausser wurde 1904 von den Brüdern Otto und Max Hausser gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Hersteller von Massefiguren in Deutschland. Der Name Elastolin leitet sich vom verwendeten Material ab, einer elastischen Masse aus Kasein, Kreide, Kaolin, Glycerin und anderen Zusätzen, die über Drahtgestelle modelliert wurde. Diese Technik ermöglichte detailreiche und zugleich robuste Spielzeugfiguren, die sich deutlich von den traditionellen Zinnfiguren unterschieden.

Die Darstellung eines Soldaten in der Bewegung des Kolbenschlags – also dem Zuschlagen mit dem Gewehrkolben – zeigt eine Nahkampftechnik, die fester Bestandteil der militärischen Ausbildung war. Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) und auch im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) gehörte der Kolbenschlag zu den grundlegenden Nahkampftechniken, die bei Grabenkämpfen, Stellungskämpfen und im Häuserkampf zum Einsatz kamen. Die deutsche Heeresdienstvorschrift behandelte diese Kampftechnik ausführlich in der Ausbildung.

Elastolin-Figuren der Wehrmacht und des Heeres wurden hauptsächlich in den 1930er und frühen 1940er Jahren produziert. Die Firma Hausser stellte ganze Serien von Soldatenfiguren her, die verschiedene militärische Posen und Tätigkeiten darstellten. Diese Figuren dienten nicht nur als Spielzeug, sondern hatten auch eine propagandistische Funktion in der NS-Zeit, indem sie militärische Tugenden und Kampfbereitschaft idealisierten.

Die Herstellung von Elastolin-Figuren war ein aufwendiger Prozess. Zunächst wurden Drahtgestelle gebogen, die das Skelett der Figur bildeten. Darüber wurde die Elastolin-Masse modelliert und nach dem Trocknen von Hand bemalt. Die Uniformen und Ausrüstungsgegenstände wurden mit großer Detailtreue wiedergegeben, wobei man sich an den zeitgenössischen Heeresvorschriften orientierte. Die Gewehre wurden häufig separat aus Holz oder Metall gefertigt und in die Hand der Figur eingesetzt.

Die Größe von 7,5 cm entspricht dem gängigen Maßstab der Elastolin-Figuren, der sich als Standard für Massefiguren etabliert hatte. Dieser Maßstab ermöglichte es Kindern, ganze Schlachtszenarien nachzustellen und bot gleichzeitig genug Detailreichtum für Sammler.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion militärischer Spielzeuge in Deutschland zunächst eingeschränkt. Die Firma Hausser stellte nach 1945 vermehrt zivile Figuren her, bevor sie in den 1950er Jahren unter bestimmten Auflagen wieder mit der Produktion von Soldatenfiguren begann, allerdings mit anderen thematischen Schwerpunkten.

Der Sammlerwert von Elastolin-Figuren aus der Vorkriegs- und Kriegszeit ist heute erheblich. Der angegebene Zustand 2 nach der gängigen Sammlerskala (die üblicherweise von 1 für neuwertig bis 6 für stark beschädigt reicht) deutet auf eine sehr gut erhaltene Figur hin mit möglicherweise geringen Gebrauchsspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen. Faktoren wie die Vollständigkeit der Bemalung, das Vorhandensein der Originalwaffe und die Unversehrtheit der Masse beeinflussen die Bewertung erheblich.

Für Militärhistoriker sind solche Figuren interessante Quellen, da sie die zeitgenössische Uniformierung und Ausrüstung dokumentieren. Die Hersteller bemühten sich um Authentizität, auch wenn künstlerische Freiheiten genommen wurden. Die Pose des Kolbenschlägers selbst ist militärhistorisch relevant, da sie eine Kampftechnik zeigt, die in der modernen Kriegsführung zunehmend an Bedeutung verlor, aber in der Ausbildung und im Nahkampf weiterhin gelehrt wurde.

Heute sind Elastolin-Figuren begehrte Sammlerobjekte, die auf Auktionen und in Fachgeschäften gehandelt werden. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte des Spielzeugs, sondern auch die militärische Kultur und die gesellschaftliche Militarisierung in Deutschland während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.