Preußen Helm in Luxusqualität für Offiziere im Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 

Standort Breslau um 1914. Eleganter Helm in der letzten Ausführung, komplett mit allen Beschlägen in vergoldeter Ausführung. Die Helmglocke und die Spitze aus leichtem vernickeltem Blech, nicht magnetisch (!), der Vorder- und der Nackenschirm aus vernickeltem Eisenblech. Vorne der am 01.07.1902 eingeführte fliegende Adler mit dem Bandeau «Pro Gloria et Patria», feuervergoldet mit aufpolierten Kanten. Besondere, vergoldete flache Schuppenketten mit Randprägung an Schrauben, beide Kokarden in der besonderen "althessischen" Form. Innen mit hellbraunem Lederschweißband und grünem Seidenripsfutter, der Vorderschirm mit grünem Leder, der Nackenschirm mit schwarzem Samt gefüttert. Größe ca. 59. Nur ganz leicht getragen in besonders schönem Zustand !

Einer der ganz wenigen Originale in schönem Erhaltungszustand ! Das Highlight für jede Helmsammlung. 
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Preußen Helm in Luxusqualität für Offiziere im Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 

Der preußische Offiziers-Kürassierhelm für das Leib-Kürassier-Regiment „Großer Kurfürst" (Schlesisches) Nr. 1 repräsentiert die letzte und eleganteste Entwicklungsstufe der preußischen Metallhelme vor dem Ersten Weltkrieg. Diese Kopfbedeckung verkörpert sowohl die militärische Tradition eines der ältesten Kavallerieregimenter Preußens als auch die technische und ästhetische Verfeinerung der wilhelminischen Ära.

Das Regiment selbst wurde 1674 als Dragoner-Garde gegründet und durchlief mehrere Umbenennungen, bevor es am 18. September 1866 zum Leib-Kürassier-Regiment Nr. 1 wurde. Die endgültige Bezeichnung Leib-Kürassier-Regiment „Großer Kurfürst" (Schlesisches) Nr. 1 erhielt die Einheit am 27. Januar desselben Jahres. Die Stationierung in Breslau erfolgte am 3. Dezember 1808, wo das Regiment bis zu seiner Auflösung 1918 verblieb.

Die charakteristischste Besonderheit dieses Helmtyps ist der am 1. Juli 1902 eingeführte fliegende Adler mit dem Bandeau „Pro Gloria et Patria". Diese einzigartige Wappenplatte unterschied das Regiment Nr. 1 von allen anderen preußischen Kürassierregimentern und unterstrich seinen Status als Leibregiment. Der Adler wurde feuervergoldet ausgeführt, wobei die Kanten poliert wurden, um einen besonders prächtigen Effekt zu erzielen.

Die Helmform selbst erfuhr am 15. Mai 1899 eine entscheidende Änderung, als die Kürassierhelme für Offiziere ihre endgültige und elegantere Gestalt mit gewölbter Glocke und längerem Nackenschirm erhielten. Offiziershelme unterschieden sich von denen der Mannschaften durch kannelierte Spitzen, kleeblattförmige Spitzenbasen und Schuppenkettenboszen sowie durch abgestufte Vorderschirme. Diese Details waren nicht nur dekorative Elemente, sondern klare Rangabzeichen innerhalb der militärischen Hierarchie.

Die Metallhelme der Kürassiere, oft als Hummerschwanzhelme bezeichnet, waren hauptsächlich dieser Waffengattung vorbehalten und erschienen häufig in Porträts hochrangiger militärischer und politischer Persönlichkeiten. Während die von der Garde du Corps getragene Version aus Tombak mit silbernen Beschlägen gefertigt wurde, bestanden die Helme der Linien-Kürassiere seit 1842 aus poliertem Stahl mit Messingbeschlägen. Offiziershelme zeichneten sich durch leichtere Materialien und höhere Qualität gegenüber den Versionen der Mannschaften aus.

Im Sommer 1915 wurde das Regiment in die Pripjat-Sümpfe und das Gebiet um Pinsk verlegt, wo die Truppen bis Januar 1918 verblieben und für Kavallerie-Melde- und Ordonnanzdienstleistungen eingesetzt wurden. Danach wurde die Division aufgelöst. Die betroffenen Kavallerieregimenter gaben ihre Pferde ab und wurden auf dem Truppenübungsplatz Zossen als Kavallerieschützeneinheiten zu Infanterie umgeschult. Die Vorschriften von 1915 bestimmten, dass Stahlhelme nicht mehr mit Messing, Silber oder Tombak ausgestattet werden sollten, was das Ende der prächtigen Metallhelme markierte.

Nach dem Krieg wurde das ehemalige Leib-Kürassier-Regiment nach Berlin beordert, wo es zum Schutz der Reichsregierung gegen die aufständische Volksmarinedivision eingesetzt wurde. Die offizielle Auflösung erfolgte 1918 mit der Demobilisierung der kaiserlichen Armeen. Die Tradition wurde jedoch am 24. August 1921 durch Befehl des Chefs der Heereslei­tung, General der Infanterie Hans von Seeckt, von der 1. Schwadron des 7. (Preußischen) Kavallerieregiments in Breslau übernommen.

Der hier beschriebene Helm aus der Zeit um 1914 repräsentiert die Spätphase dieser traditionsreichen Helmgattung. Die Verwendung von vernickeltem Blech für Glocke und Spitze sowie die vollständige Vergoldung aller Beschläge zeigen die hohe handwerkliche Qualität, die von privaten Werkstätten für Offiziere nach den geltenden Vorschriften erreicht wurde. Die Innenausstattung mit hellbraunem Lederschweißband und grünem Seidenripsfutter sowie die unterschiedliche Auskleidung der Schirme mit grünem Leder vorne und schwarzem Samt hinten entsprachen den Konventionen für Offiziershelme dieser Epoche.