Deutsche Demokratische Republik ( DDR ) Nationale Volksarmee ( NVA ) Dienstglas 7 x 40

 mit Trageband, mit Okularschutz und Gummi-Abdeckung, Optik klar, das Gehäuse an manchen stellen mehrfach überlackiert, Zustand 2-  
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€ 350,00

Deutsche Demokratische Republik ( DDR ) Nationale Volksarmee ( NVA ) Dienstglas 7 x 40

Das Dienstglas 7 x 40 der Nationalen Volksarmee (NVA) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) repräsentiert ein standardisiertes optisches Beobachtungsgerät, das von den 1950er Jahren bis zur Auflösung der NVA im Jahr 1990 im Dienst stand. Diese Ferngläser waren integraler Bestandteil der militärischen Ausrüstung und wurden von Offizieren, Unteroffizieren und speziellen Einheiten der DDR-Streitkräfte verwendet.

Die Nationale Volksarmee wurde am 18. Januar 1956 offiziell gegründet, nachdem die DDR am 14. Mai 1955 dem Warschauer Pakt beigetreten war. Die militärische Ausrüstung der NVA orientierte sich stark an sowjetischen Standards, wobei jedoch auch eigene Entwicklungen und Produktionen in der DDR stattfanden. Die optische Industrie der DDR, insbesondere in Thüringen und Sachsen, verfügte über eine lange Tradition und hochwertige Fertigungskapazitäten.

Die Spezifikation 7 x 40 bezeichnet die technischen Eigenschaften des Fernglases: Die Zahl 7 steht für die siebenfache Vergrößerung, während 40 den Durchmesser der Objektive in Millimetern angibt. Diese Kombination war besonders für militärische Zwecke geeignet, da sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vergrößerung, Bildstabilität und Lichtstärke bot. Das große Objektiv mit 40mm Durchmesser ermöglichte eine gute Lichtsammlung, was besonders bei Dämmerung und schwierigen Lichtverhältnissen von Vorteil war. Die Dämmerungszahl dieser Konfiguration liegt bei etwa 16,7, was eine brauchbare Beobachtung auch in der Morgen- und Abenddämmerung ermöglichte.

Die NVA-Dienstgläser wurden nach strengen militärischen Spezifikationen gefertigt. Sie mussten robust, wetterfest und unter verschiedensten Einsatzbedingungen zuverlässig funktionieren. Das Gehäuse bestand typischerweise aus einer Metallkonstruktion mit einer schützenden Gummierung oder Lackierung, die das Gerät vor mechanischen Beschädigungen und Witterungseinflüssen schützte. Der Okularschutz und die Gummi-Abdeckungen waren wichtige Elemente zum Schutz der empfindlichen Optik vor Staub, Feuchtigkeit und Beschädigungen während des Transports und der Lagerung.

Die Produktion optischer Geräte in der DDR erfolgte in verschiedenen Volkseigenen Betrieben (VEB). Zu den wichtigsten Herstellern gehörten Carl Zeiss Jena, das eine führende Rolle in der optischen Industrie der DDR spielte, sowie andere spezialisierte Betriebe. Die Qualität der DDR-Optiken war generell hochwertig, basierend auf der deutschen Tradition in der Feinmechanik und Optik, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

Im militärischen Alltag der NVA waren Ferngläser unverzichtbare Ausrüstungsgegenstände. Sie wurden für die Geländebeobachtung, Aufklärung, Artilleriebeobachtung und taktische Lagebeurteilung eingesetzt. Gemäß den Dienstvorschriften der NVA gehörten Ferngläser zur persönlichen Ausrüstung von Offizieren ab bestimmten Dienstgraden sowie zu spezialisierten Einheiten wie Aufklärern, Grenzeinheiten und Artilleriebeobachtern.

Das Trageband ermöglichte das sichere Tragen des Fernglases am Körper und verhinderte Verlust oder Beschädigung durch Herunterfallen. Die Trageriemen waren üblicherweise aus strapazierfähigem Material gefertigt und manchmal mit Kennzeichnungen versehen, die auf die militärische Verwendung hinwiesen.

Die mehrfache Überlackierung des Gehäuses, wie sie bei vielen erhaltenen Exemplaren zu beobachten ist, deutet auf die lange Nutzungsdauer und Instandhaltungspraxis hin. Im Rahmen der militärischen Wartung wurden optische Geräte regelmäßig überholt, gereinigt und bei Bedarf neu lackiert, um ihre Funktionsfähigkeit und ihr Erscheinungsbild zu erhalten. Dies war Teil der sozialistischen Wirtschaftspraxis, Geräte möglichst lange zu nutzen und durch Reparatur und Instandsetzung Ressourcen zu schonen.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurde die NVA aufgelöst und teilweise in die Bundeswehr integriert. Die militärische Ausrüstung wurde entweder übernommen, verschrottet oder verkauft. NVA-Dienstgläser gelangten so in den Sammlermarkt und werden heute als historische Militaria gehandelt und von Sammlern geschätzt.

Die Erhaltung solcher optischen Geräte ist für die militärhistorische Forschung von Bedeutung, da sie Einblick in die technische Ausstattung, Produktionsstandards und den militärischen Alltag der DDR-Streitkräfte geben. Sie sind Zeugnisse einer untergegangenen Armee und eines verschwundenen Staates, die zur Dokumentation der deutschen Teilungsgeschichte beitragen.