Neues Band Preußen Erinnerungskreuz Königgrätz, Main-Armee, Den Treuen Kriegern, 1866
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Das Erinnerungskreuz für die Main-Armee 1866 stellt ein bedeutendes militärhistorisches Zeugnis aus der Zeit des Deutschen Krieges dar, der die politische Landkarte Mitteleuropas grundlegend veränderte. Diese Auszeichnung wurde vom Königreich Preußen gestiftet, um die Teilnehmer der Schlacht bei Königgrätz und des gesamten Feldzuges gegen Österreich zu ehren.
Der Deutsche Krieg von 1866, auch als Preußisch-Österreichischer Krieg bekannt, war ein entscheidender Konflikt um die Vorherrschaft im deutschen Raum. Preußen unter der Führung von Ministerpräsident Otto von Bismarck und König Wilhelm I. strebte die Neuordnung des Deutschen Bundes unter preußischer Führung an, während Österreich seine traditionelle Vormachtstellung zu verteidigen suchte. Der Krieg dauerte nur sieben Wochen und endete mit dem überwältigenden Sieg Preußens.
Die Schlacht bei Königgrätz (auch Schlacht bei Sadowa genannt) am 3. Juli 1866 war die entscheidende Schlacht dieses Krieges. Mit etwa 440.000 Soldaten war sie eine der größten Schlachten des 19. Jahrhunderts. Die preußische Armee unter Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke besiegte die österreichische Nordarmee unter Feldzeugmeister Ludwig von Benedek vernichtend. Der Sieg war maßgeblich der überlegenen preußischen Militärorganisation, der Nutzung des Eisenbahnnetzes zur Truppenverlegung und der Ausrüstung mit dem modernen Zündnadelgewehr zu verdanken.
Das Erinnerungskreuz trägt die Inschrift “Den Treuen Kriegern”, die die Anerkennung für die im Feldzug bewiesene Treue und Tapferkeit ausdrückt. Die Bezeichnung “Main-Armee” bezieht sich auf eine der drei preußischen Armeen, die im Feldzug von 1866 eingesetzt wurden. Die Main-Armee unter dem Kommando von General Edwin von Manteuffel operierte gegen die süddeutschen Verbündeten Österreichs, insbesondere gegen das Königreich Bayern und andere Mittelstaaten, die im 8. Bundeskorps organisiert waren.
Die militärischen Operationen der Main-Armee fanden hauptsächlich in Franken, Thüringen und Hessen statt. Zu den bedeutenden Gefechten gehörten die Kämpfe bei Dermbach, Kissingen, Hammelburg und Tauberbischofsheim. Die Main-Armee erfüllte ihre strategische Aufgabe, die süddeutschen Truppen zu binden und einen Zusammenschluss mit der österreichischen Hauptarmee zu verhindern. Nach dem Sieg bei Königgrätz rückte die Main-Armee in Süddeutschland vor und trug zur vollständigen Niederwerfung des Widerstands bei.
Das vorliegende Band zum Erinnerungskreuz wurde nachträglich gefertigt, wie die Bezeichnung “Neues Band” anzeigt. Das Original-Band des Erinnerungskreuzes für die Main-Armee war in den preußischen Farben Schwarz und Weiß mit zusätzlichen Streifen gehalten. Die Maße von 39 mm Breite und 150 mm Länge entsprechen den typischen Abmessungen für Ordensbänder dieser Epoche, die an der Uniform getragen wurden.
Die Stiftung der Erinnerungskreuze erfolgte durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 20. September 1866. Es wurden verschiedene Versionen des Kreuzes für die unterschiedlichen Armeen geschaffen: für die Ersten und Zweiten Armee, die bei Königgrätz kämpften, sowie für die Main-Armee. Die Kreuze wurden an alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften verliehen, die am Feldzug teilgenommen hatten, unabhängig davon, ob sie in Kampfhandlungen verwickelt waren.
Das Erinnerungskreuz selbst war aus Bronze gefertigt und zeigte auf der Vorderseite die Inschrift “KÖNIGGRÄTZ” oder “MAIN-ARMEE” sowie das Datum “1866”. Auf der Rückseite befand sich in der Regel die Inschrift “GOTT WAR MIT UNS IHM SEI DIE EHRE”. Das Kreuz war nach dem Vorbild des Eisernen Kreuzes gestaltet, jedoch ohne die zentrale königliche Chiffre.
Die historische Bedeutung dieser Auszeichnung liegt nicht nur in ihrer militärischen Dimension, sondern auch in ihren politischen Folgen. Der Sieg von 1866 führte zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung und zum Ausschluss Österreichs aus der deutschen Politik. Dies ebnete den Weg zur Reichsgründung von 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg.
Für Sammler und Historiker stellen solche Erinnerungskreuze und ihre Bänder wichtige Sachzeugen einer Epoche dar, die die deutsche und europäische Geschichte nachhaltig prägte. Sie dokumentieren nicht nur militärische Ereignisse, sondern auch die Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts und die Art und Weise, wie Staaten die Leistungen ihrer Soldaten würdigten und in das kollektive Gedächtnis einschrieben.