Verein für das Deutschtum im Ausland ( VDA )

Mitgliedsabzeichen, 6. Form, 10 mm, an langer Nadel, rückseitig : GES.GESCH., Zustand 2.
372513
€ 20,00

Verein für das Deutschtum im Ausland ( VDA )

Das Mitgliedsabzeichen des Vereins für das Deutschtum im Ausland (VDA) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Kulturpolitik des 20. Jahrhunderts dar. Der VDA wurde am 1. Oktober 1881 in Berlin als Allgemeiner Deutscher Schulverein gegründet und widmete sich ursprünglich der Unterstützung deutscher Schulen und Kultureinrichtungen in Siedlungsgebieten mit deutschsprachiger Bevölkerung außerhalb der Reichsgrenzen.

Die Organisation durchlief mehrere Namensänderungen: 1908 erfolgte die Umbenennung in Verein für das Deutschtum im Ausland, unter dem sie bis 1945 firmierte. Der Verein hatte zum Ziel, die deutsche Sprache und Kultur in den deutschsprachigen Gemeinschaften in Übersee, Osteuropa und anderen Regionen zu fördern und zu bewahren. Vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich der VDA zu einer der größten deutschen Kulturorganisationen mit Hunderttausenden von Mitgliedern.

Das vorliegende Mitgliedsabzeichen in der 6. Form mit einem Durchmesser von 10 mm repräsentiert eine der späteren Entwicklungsstufen der VDA-Abzeichen. Die verschiedenen Formen der Mitgliedsabzeichen spiegeln die organisatorische und zeitliche Entwicklung des Vereins wider. Die Kennzeichnung GES.GESCH. (Gesetzlich Geschützt) auf der Rückseite war eine übliche Praxis bei deutschen Vereins- und Organisationsabzeichen, um das Design vor Nachahmung zu schützen.

Während der Weimarer Republik (1919-1933) setzte der VDA seine Arbeit fort, wobei die Unterstützung der deutschen Minderheiten in den durch den Versailler Vertrag abgetrennten Gebieten besondere Bedeutung gewann. Der Verein finanzierte Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und kulturelle Veranstaltungen in Gebieten wie dem Elsass, Eupen-Malmedy, Nordschleswig, Westpreußen, Posen und dem Sudetenland.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der VDA wie viele andere Organisationen gleichgeschaltet. 1934 wurde der Verein dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland unterstellt und seine Arbeit zunehmend in die nationalsozialistische Außen- und Volkstumspolitik eingebunden. Die ursprünglich kulturell orientierte Mission wurde instrumentalisiert und mit der NS-Ideologie verknüpft.

Die lange Nadel des Abzeichens deutet auf eine Trageweise an der Kleidung hin, typischerweise am Revers oder an der Jacke. Solche Mitgliedsabzeichen dienten nicht nur als Erkennungszeichen, sondern auch als Symbol der Verbundenheit mit der Organisation und ihren Zielen. Die geringe Größe von 10 mm machte das Abzeichen zu einem dezenten, aber erkennbaren Zeichen der Mitgliedschaft.

Der Zustand 2 entspricht nach gängiger Klassifizierung einem gut erhaltenen Stück mit leichten Gebrauchsspuren, was bei einem Alltagsgegenstand dieser Art durchaus üblich ist. Die Tatsache, dass das Abzeichen eine lange Nadel besitzt, deutet auf eine Produktion hin, die für den dauerhaften Gebrauch konzipiert war, im Gegensatz zu temporären Anstecknadeln mit Sicherheitsverschlüssen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der VDA durch die Alliierten aufgelöst. 1955 erfolgte eine Neugründung unter dem Namen Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland, später wieder als VDA. Die Nachkriegsorganisation distanzierte sich explizit von der nationalsozialistischen Vergangenheit und konzentrierte sich auf völkerverbindende Kulturarbeit.

Für Sammler und Historiker sind solche Mitgliedsabzeichen wichtige Quellen zur Erforschung der deutschen Vereinsgeschichte und Volkstumspolitik. Sie dokumentieren die Organisationsstrukturen, Mitgliederzahlen und die visuelle Repräsentation von Verbänden, die erheblichen Einfluss auf die deutsche Gesellschaft und Politik ausübten. Die verschiedenen Formen der VDA-Abzeichen ermöglichen zudem eine zeitliche Einordnung und Zuordnung zu verschiedenen Perioden der Vereinsgeschichte.