Wehrmacht Eichenlaubkranz und Kokarde für die Schirmmütze
Der Wehrmacht Eichenlaubkranz mit Kokarde für die Schirmmütze repräsentiert ein charakteristisches Element der deutschen Militäruniform während des Zweiten Weltkriegs. Diese Komponenten bildeten einen wesentlichen Bestandteil der Kopfbedeckung deutscher Soldaten und Offiziere zwischen 1935 und 1945.
Die Kokarde in den Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und besonders nach der Einführung der neuen Heeresuniform 1935 zu einem zentralen Erkennungsmerkmal. Sie symbolisierte die nationale Zugehörigkeit und wurde in verschiedenen Ausführungen je nach Waffengattung und Rang getragen. Die klassische runde Form der Kokarde bestand aus konzentrischen Ringen in den Reichsfarben.
Der Eichenlaubkranz hatte eine tiefere symbolische Bedeutung in der deutschen Militärtradition. Das Eichenlaub galt seit dem 19. Jahrhundert als Symbol für Tapferkeit, Stärke und Beständigkeit in der deutschen Armee. Die Verwendung von Eichenlaub als militärisches Symbol reicht sogar bis in die preußische Zeit zurück und wurde in der Wehrmacht bewusst fortgeführt, um eine Kontinuität zur früheren deutschen Militärgeschichte herzustellen.
Die technische Ausführung dieser Mützenbeschläge erfolgte typischerweise in Buntmetall, einer Kupferlegierung, die sich gut verarbeiten ließ und eine charakteristische goldene oder messingfarbene Oberfläche aufwies. Die Befestigung an der Schirmmütze erfolgte mittels Metallsplinte, die durch das Mützengewebe gesteckt und auf der Innenseite umgebogen wurden. Diese Konstruktion ermöglichte eine sichere Befestigung bei gleichzeitiger Möglichkeit zum Austausch beschädigter Teile.
Die Schirmmütze selbst war Teil der Ausgehuniform und wurde in verschiedenen Qualitätsstufen hergestellt. Während Offiziere oft handgefertigte Mützen mit hochwertigen Metallbeschlägen trugen, waren die Mannschaftsmützen in der Regel einfacher verarbeitet. Die Position von Kokarde und Eichenlaubkranz war durch die Anzugsordnung der Wehrmacht genau festgelegt: Die Kokarde befand sich zentral über dem Mützenschirm, umgeben oder flankiert vom Eichenlaubkranz.
Im Laufe des Krieges änderten sich die Herstellungsstandards erheblich. Während in den frühen Kriegsjahren noch hochwertige Materialien und aufwendige Verarbeitungstechniken zum Einsatz kamen, musste ab 1942/43 aufgrund von Materialknappheit zunehmend auf vereinfachte Produktionsmethoden zurückgegriffen werden. Dennoch blieb das grundsätzliche Design dieser Mützenabzeichen bis Kriegsende weitgehend unverändert.
Die verschiedenen Waffengattungen der Wehrmacht – Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine – verwendeten unterschiedliche Farbkombinationen und teilweise auch variierende Designs für ihre Mützenabzeichen. Das Heer nutzte silberfarbene bzw. weiße Metallausführungen, während die Luftwaffe goldgelbe Ausführungen bevorzugte. Diese farblichen Unterscheidungen dienten der schnellen Identifikation der Truppenzugehörigkeit.
Aus sammlerhistorischer Perspektive sind diese Mützenabzeichen heute wichtige Zeugnisse der Uniformgeschichte. Ihre Erhaltung in komplettem Zustand mit allen Befestigungselementen ist dabei von besonderer Bedeutung für die historische Dokumentation. Die Klassifizierung des Zustands erfolgt nach standardisierten Kriterien, wobei Originalität, Vollständigkeit und Erhaltungsgrad die entscheidenden Faktoren darstellen.
Die historische Einordnung dieser Objekte erfordert eine differenzierte Betrachtung. Sie sind einerseits technisch-handwerkliche Produkte ihrer Zeit und dokumentieren Herstellungstechniken und Materialverwendung. Andererseits stehen sie im Kontext eines verbrecherischen Regimes und eines Angriffskrieges, der Millionen Opfer forderte. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient dem historischen Verständnis und der Aufarbeitung dieser dunklen Periode der deutschen Geschichte.
In musealen Sammlungen weltweit finden sich solche Uniformteile als Bestandteile umfassenderer Dokumentationen zur Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Sie ergänzen dort die Gesamtdarstellung der Uniform- und Ausrüstungsentwicklung und tragen zum Verständnis der materiellen Kultur des Militärs bei.