Deutsche Bronzene Verdienstmedaille

38 mm in "Blockschrift". Ausführung aus Feinzink, Fertigung des Hauptmünzamtes in Wien, im Ring "30" markiert, die Bronzierung verblaßt, komplett am or9ignal BAnd mit Tragenadel. Zustand 2.
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500,00

Deutsche Bronzene Verdienstmedaille

Die Deutsche Bronzene Verdienstmedaille gehört zu den bedeutendsten zivilen Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands und wurde während des Zweiten Weltkriegs verliehen. Diese Medaille repräsentiert ein wichtiges Kapitel in der Geschichte deutscher Orden und Ehrenzeichen.

Die Stiftung dieser Auszeichnung erfolgte durch Adolf Hitler am 1. September 1939, dem Tag des Überfalls auf Polen und damit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Verdienstmedaille war Teil eines umfassenden Systems von Auszeichnungen, das verschiedene Grade umfasste: die Bronzene Verdienstmedaille als niedrigste Stufe, gefolgt von der Silbernen Verdienstmedaille und schließlich der Goldenen Verdienstmedaille.

Die vorliegende Ausführung zeigt charakteristische Merkmale der Kriegsproduktion. Mit einem Durchmesser von 38 mm entspricht sie den offiziellen Vorgaben. Besonders bemerkenswert ist die Fertigung aus Feinzink anstelle von Bronze, was auf die kriegsbedingte Materialknappheit hinweist. Ab Mitte des Krieges mussten zunehmend Ersatzmaterialien verwendet werden, da Bronze für die Rüstungsindustrie benötigt wurde. Die Medaillen aus Feinzink wurden anschließend bronziert, um das Aussehen der regulären Bronze-Ausführungen zu imitieren.

Die Fertigung durch das Hauptmünzamt Wien ist von besonderer historischer Bedeutung. Nach dem “Anschluss” Österreichs 1938 wurde die Wiener Münzprägestätte in das deutsche Prägesystem integriert. Die Markierung “30” im Ring identifiziert eindeutig diese Herstellungsstätte. Das Hauptmünzamt Wien produzierte während des Krieges große Mengen an Orden und Ehrenzeichen für das Deutsche Reich.

Die Gestaltung der Medaille folgte klaren Vorgaben. Auf der Vorderseite befand sich typischerweise ein Hakenkreuz innerhalb eines Eichenkranzes, während die Rückseite die Inschrift “Für Verdienste” trug. Die erwähnte Blockschrift bezieht sich auf den verwendeten Schrifttyp, der sachlich und klar gestaltet war und dem ästhetischen Ideal der Zeit entsprach.

Die Verleihungspraxis der Bronzenen Verdienstmedaille war umfassend. Sie wurde an Zivilpersonen und Angehörige paramilitärischer Organisationen verliehen, die sich in verschiedenen Bereichen verdient gemacht hatten. Dies umfasste Leistungen in der Kriegswirtschaft, im Luftschutz, bei der Versorgung der Bevölkerung oder bei anderen kriegswichtigen Tätigkeiten. Die Medaille konnte auch an Ausländer verliehen werden, die dem Deutschen Reich Dienste geleistet hatten.

Das originale Band in der charakteristischen Farbgebung - rot mit schwarzen Seitenstreifen - entspricht den offiziellen Tragevorschriften. Die Trageweise erfolgte an der linken Brustseite, wobei die beiliegende Tragenadel die Befestigung an der Zivilkleidung ermöglichte. Bei mehreren Auszeichnungen existierten genaue Rangfolgen für die korrekte Trageanordnung.

Der Erhaltungszustand dieser Medaille spiegelt ihre Geschichte wider. Die verblaßte Bronzierung ist typisch für Stücke aus Feinzink, da die aufgebrachte Bronzeschicht im Laufe der Jahrzehnte oxidiert und sich verändert hat. Dies ist ein authentisches Alterungsmerkmal, das bei vielen Kriegsfertigungen aus Ersatzmaterialien zu beobachten ist.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Auszeichnungen die Mobilisierung der gesamten Gesellschaft während des totalen Krieges. Das NS-Regime nutzte Orden und Ehrenzeichen systematisch zur Motivation und Kontrolle der Bevölkerung. Die massenhafte Produktion von Auszeichnungen sollte Loyalität belohnen und weitere Anstrengungen fördern.

Nach dem Kriegsende 1945 wurde das Tragen aller nationalsozialistischen Auszeichnungen durch die Alliierten Kontrollratsgesetze verboten. Bis heute ist in Deutschland das öffentliche Zeigen von Orden mit NS-Symbolen nur zu wissenschaftlichen oder aufklärerischen Zwecken gestattet. Diese rechtliche Regelung unterstreicht die fortdauernde historische Verantwortung im Umgang mit diesem Erbe.

Für Sammler und Historiker bieten solche Stücke wichtige Einblicke in die Produktionsmethoden, Verleihungspraktiken und die materielle Kultur des Dritten Reiches. Die Kennzeichnung durch Herstellermarken wie die “30” des Wiener Hauptmünzamtes ermöglicht eine präzise Zuordnung und Datierung. Das Studium dieser Objekte trägt zum Verständnis der historischen Zusammenhänge bei, ohne die verbrecherische Natur des Regimes zu relativieren.