Luftwaffe - Großer Nachlass eines Feldwebels im Jagdgeschwader " Schlageter " Nr.26

NSFK-Flugbuch, begonnen am 17.1.1937, eingetragene A- und B-Gleitflieger-Prüfung sowie C-Segelflieger-Prüfung und Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer, mit Foto, letzte ärztlicher Untersuchungsbefund ist vom 31.5.1957, ausgestellt in Marburg an der Lahn am 19.8.1938, insgesamt sind 187 Flüge eingetragen wovon 106 bis zum 1.7.1944 und danach ab dem 28.10.1951 wieder; Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer, ausgestellt in Wiesbaden am 16.10.1942, mit Foto; Luftwaffen-Flugzeugführerschein, ausgestellt in Stubendorf am 13.12.1941, mit Foto, Beförderungen bis zum Feldwebel eingetragen; Soldbuch ist ausgestellt am 14.2.1945 durch die 2.Staffel/I./J.G.26, mit Foto, weitere Einheiten : 3./Flg.Ausb.Btl.26 Heiligenhafen, Fl.H.Kdtr.Magdeburg, 6./Fl.Ausb.Rgt.31, Schüko/Flugzeugführerschule A/B 110, 2./Jagdfliegerschule, Jagdfliegerschule 4 Fürth, 1./Erg.-Jagdgruppe Süd, 2./I./J.G. Nr.26, 1./Frontflieger-Sammelgruppe; Auszeichnungen : Schützenschnur Stufe 1, Flugzeugführerabzeichen, Frontflugspange für Jäger in Bronze, Frontflugspange für Jäger in Silber, Eisernes Kreuz 2. Klasse, Eisernes Kreuz 1. Klasse, Frontflugspange für Jäger in Gold, Spanisches Flugzeugführerabzeichen, Verwundetenabzeichen in Schwarz, Verwundetenabzeichen in Silber.
- Besitzzeugnis für die Schützenschnur Stufe 1 in der Schiessklasse II für Karabiner im Schiessjahr 1939/40, als Flieger der 3./Flg.Ausb.Btl.26, ausgestellt in Heiligenhafen am 25.9.1940.
- Verleihungsurkunde für das Abzeichen für Flugzeugführer, ausgestellt am 3.1.1942.
- Verpflichtungsschein für 12. Dienstjahre, als Gefreiter der 2./Jagdflieger-Vorschule 3, ausgestellt in Wien-Schwechat am 27.3.1942.
- Verleihungsurkunde für die Frontflug-Spange für Jäger in Bronze, als Gefreiter der 2./Jagdgeschwader " Schlageter " Nr. 26, ausgestellt am 11.3.1943 durch Oberstleutnant Hannes Trautloft - Geschwaderkommodore ( Ritterkreuz am 27.7.1941 ).
- Verleihungsurkunde für die Frontflug-Spange für Jäger in Silber, als Unteroffizier der 2./Jagdgeschwader " Schlageter " Nr. 26, ausgestellt am 11.3.1943 durch Oberstleutnant Hannes Trautloft.
- Verleihungsurkunde für das Eiserne Kreuz 2. Klasse, ausgestellt am 30.8.1943 durch Oberst Max-Josef Ibel - Höherer Jagdfliegerführer West ( Ritterkreuz am 22.8.1940 ).
- Verleihungsurkunde für das Eiserne Kreuz 1. Klasse, ausgestellt am 15.11.1943 durch Generalfeldmarschall Hugo Sperrle - Chef der Luftflotte 3 ( Ritterkreuz am 17.5.1940 ).
- Verleihungsurkunde für die Frontflug-Spange für Jäger in Gold, ausgestellt am 29.7.1944 durch Oberstleutnant Josef Priller - Geschwaderkommodore ( Ritterkreuz am 19.10.1940, das 28. Eichenlaub am 20.7.1941 und die 73. Schwerter am 2.7.1944 ).
- großformatige Verleihungsurkunde für das spanische Flugzeugführerabzeichen, ausgestellt in Madrid am 16.2.1944, anbei die deutsche Übersetzung für den Kriegsflugzeug-Piloten.
- Anschreiben an den Vater zur Bekanntgabe der Beförderung des Jungen zum Feldwebel vom 12.11.1944.
- Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Schwarz, als Feldwebel der I./J.G." Schlageter " Nr.26, für seine Verwundung am 3.8.1944, ausgestellt am 13.2.1945 durch Major Karl Borris - Gruppenkommandeur ( Ritterkreuz am 25.11.1944 ).
- Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Silber, ebenfalls für seine einfache Verwundung am 3.8.1944, ausgestellt im Res.-Laz. Marburg am 4.3.1945.
- Verleihungsurkunde für das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, als Oberrechnungsrat in Frankfurt am Main, ausgestellt in Bonn am 30.11.1978 durch Bundespräsident Walter Scheel.
- 3 Flugbücher mit insgesamt 1323 Flügen, begonnen am 5.4.1941 und abgeschlossen am 3.8.1944, davon 114 Feindflüge, angefangen als Begleiter in einer Fw 44 und später als Führer auch von Bü 131, Kl 35, Ar 66, Fw 56, He 46, W 33 und ab 26.8.1942 auch mit Bf 109 B und am 12.12.1942 den 1. Feindflug über Frankreich, 20.1.1943 Tiefangriff auf London, 23.2. Tiefangriffe auf Ilmensee, Freie Jagd über Rußland, Begleitschutz Kursk, Abschuß einer Douglas-Boston, Abschuß Boeing B 17, Feindberührung mit Spitfires und Hurricane über Belgien, ab 8.1.1944 als Fluglehrer/Jagdlehrer tätig, 20.7. Luftkampf mit Spitfire über Frankreich und Tiefangriffe.
- Flugbuch in Hartkarton, begonnen am 5.4.1941 mit 1140 eingetragenen Flügen bis zum 18.3.1954
- 2 Fotoalben " Kriegserinnerungen " und braun beledert mit aufgesetztem Geschwaderwappen " S " für Schlageter.
- 1. Album beginnt mit seiner RAD-Zeit 1940, Luftwaffen-Dienstzeit ab dem 15.7.1940 mit Rekrutenzeit, Ausbildung, ab 1941 Flugzeugführerschule mit Fliegerausbildung auf verschiedenen Flugzeugtypen, ab 1942 in der Jagdflieger-Vorschule 9, ab 19.11.1942 im Fronteinsatz im Westen und Osten bei der 2./I./Jagdgeschwader Nr.26 " Schlageter ", Reichsmarschall Hermann Göring und Oberst Adolf Galland beim Frontbesuch, Leitwerk von Galland's Me109 mit 82 Abschüssen, Gruppenkommandeur und Ritterkreuzträger Major Johannes Seifert, getarnte Fw190.
- 2. Album beginnt in Rußland, Zielübungen, sein zweiter Abschuß war ein zweimotoriger russischer Fernaufklärer, seine schwarze "2" auf einem Flugplatz in Rußland, Schwerterträger Priller in seiner Maschine, Beerdigung eines Staffelkameraden, eine abgeschossene amerikanische fliegende Festung vom Typ Boeing-Fortreß B17 wurde wieder flugklar gemacht und allen Jagdfliegern vorgeführt ( mit deutschen Hoheitsabzeichen ), Eichenlaubträger Viktor Bauer als Kommandeur der Ergänzungsjagdgruppe, Vereidigung der spanischen Freiwilligen " Blaue Division " die als selbstständiger Verband gegen Rußland im Einsatz war, der Pater der spanischen Einheit, das letzte Bild in Uniform und auf der letzten Seite 3 Fotos vom Turbinenjäger Messerschmitt Me262 ( fälschlicherweise als 263 beschrieben ) mit bereits ausgebauten Turbinen stehend in einem Wäldchen mit amerikanischen Besatzungssoldaten.
Auszeichnungen :
- Eisernes Kreuz 2. Klasse, Eisenkern, mit Bandspange und 2 x Band für das Knopfloch
- Eisernes Kreuz 1. Klasse, Eisenkern, Hersteller 65 auf der Nadel, im schwarzen Verleihungsetui mit EK-Aufdruck
- Verwundetenabzeichen in Schwarz, Eisen geschwärzt, Hersteller : 107, an Nadel
- Verwundetenabzeichen in Silber, Buntmetall, Hersteller : 127, an Nadel
- Flugzeugführerabzeichen, Zink, Hersteller : BSW, an Nadel
- Frontflugspange für Jäger in Gold, Buntmetall, an Nadel, im blauen Verleihungsetui " Frontflugspange für Jäger gold "
- spanisches Flugzeugführerabzeichen, Buntmetall, Auflagen aufgenietet, mit dem besonderen Verschluß, komplett mit dem blauen Etui des Herstellers J.Saz, anbei eine Miniatur aus der Nachkriegszeit
- Schützenschnur Stufe 1 für Gewehrschützen, grau geflochten mit silbernen Durchzügen, Zinkauflage
- Satz Kragenspiegel und Schulterstücke sowie Brustadler
- Ärmelband " Jagdgeschwader Schlageter " für Mannschaften, maschinengestickte Ausführung, 38,5 cm lang
- Bundesverdienstkreuz mit Knopflochdekoration, im blauen Verleihungsetui
- 2 Miniaturspangen zu 5 Auszeichnungen : Frontflugspange für Jäger in Gold und Eisernes Kreuz 2. Klasse, Eisernes Kreuz 1. Klasse, Verwundetenabzeichen in Silber, Flugzeugführerabzeichen

Die Dokumente wie auch die meisten Auszeichnungen sind im leicht gebrauchten Zustand. Ein toller Nachlass, den wir direkt von der Familie erwerben konnten.


























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Luftwaffe - Großer Nachlass eines Feldwebels im Jagdgeschwader " Schlageter " Nr.26

Dieser außergewöhnliche militärische Nachlass dokumentiert die vollständige Karriere eines Jagdfliegers vom zivilen Segelflug bis zum Fronteinsatz bei einem der berühmtesten Jagdgeschwader der Luftwaffe. Die Sammlung umfasst Flugbücher, Ausweisdokumente, Verleihungsurkunden, Auszeichnungen mit Originaletuis, Uniformabzeichen und zwei Fotoalben, die direkt von der Familie erworben wurden.

Die Laufbahn beginnt am 17. Januar 1937 mit dem NSFK-Flugbuch, das die erfolgreiche Absolvierung der A- und B-Gleitflieger-Prüfung sowie der C-Segelflieger-Prüfung dokumentiert. Der am 19. August 1938 in Marburg an der Lahn ausgestellte Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer belegt insgesamt 187 Flüge, wovon 106 bis zum 1. Juli 1944 erfolgten. Nach dem Krieg setzte der Pilot seine fliegerische Tätigkeit fort, wie Einträge ab dem 28. Oktober 1951 bis zum 18. März 1954 zeigen.

Der militärische Dienst begann am 15. Juli 1940 und führte durch verschiedene Ausbildungseinheiten: 3./Flg.Ausb.Btl.26 Heiligenhafen, Fl.H.Kdtr.Magdeburg, 6./Fl.Ausb.Rgt.31, SchÜko/Flugzeugführerschule A/B 110, 2./Jagdfliegerschule und Jagdfliegerschule 4 Fürth. Die drei erhaltenen Flugbücher dokumentieren 1.323 Flüge vom 5. April 1941 bis zum 3. August 1944, darunter 114 Feindflüge. Die Ausbildung begann als Begleiter in einer Fw 44 und umfasste später verschiedene Typen wie Bü 131, Kl 35, Ar 66, Fw 56, He 46 und W 33. Ab dem 26. August 1942 erfolgte die Schulung auf der Bf 109.

Der erste Feindflug fand am 12. Dezember 1942 über Frankreich statt. Die Flugbücher verzeichnen bemerkenswerte Einsätze: am 20. Januar 1943 einen Tiefangriff auf London, am 23. Februar Tiefangriffe auf Ilmensee, Freie Jagd über Russland, Begleitschutz bei Kursk, den Abschuss einer Douglas-Boston und einer Boeing B-17 sowie Feindberührungen mit Spitfires und Hurricanes über Belgien. Ab dem 8. Januar 1944 war der Pilot als Fluglehrer/Jagdlehrer tätig, führte aber weiterhin Einsätze durch, darunter am 20. Juli 1944 einen Luftkampf mit einer Spitfire über Frankreich.

Das Jagdgeschwader 26 “Schlageter” wurde am 1. Mai 1939 aufgestellt und nach Albert Leo Schlageter benannt, einem Weltkriegsveteranen und Freikorpsmitglied, der 1923 von französischen Truppen hingerichtet wurde und zum nationalsozialistischen Märtyrer stilisiert wurde. Die Einheit kämpfte in der Luftschlacht um Frankreich und der Luftschlacht um England und blieb von 1941 bis 1944 das einzige Jagdgeschwader in Frankreich und Belgien im Kampf gegen RAF und USAAF. Die Alliierten kannten die Einheit als “Abbeville Boys” wegen ihrer aggressiven Taktik. Das Geschwader war mit Bf 109 E/F/G/K und Fw 190 A/D ausgerüstet und führte typischerweise 90 bis 120 Jagdflugzeuge.

Die Verleihungsurkunden tragen die Unterschriften bedeutender Ritterkreuzträger. Oberstleutnant Hannes Trautloft (Ritterkreuz am 27. Juli 1941, 58 Luftsiege, später Generalleutnant der Bundesluftwaffe) verlieh am 11. März 1943 die Frontflugspange für Jäger in Bronze und Silber. Oberst Max-Josef Ibel (Ritterkreuz am 22. August 1940) verlieh als Höherer Jagdfliegerführer West am 30. August 1943 das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Generalfeldmarschall Hugo Sperrle (Ritterkreuz am 17. Mai 1940), Chef der Luftflotte 3 und ehemaliger Kommandeur der Legion Condor, verlieh am 15. November 1943 das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Oberstleutnant Josef Priller (Ritterkreuz am 19. Oktober 1940, Eichenlaub am 20. Juli 1941, Schwerter am 2. Juli 1944, 101 Luftsiege) verlieh am 29. Juli 1944 die Frontflugspange für Jäger in Gold.

Die Frontflugspangen wurden am 30. Januar 1941 von Hermann Göring eingeführt: Bronze nach 20 Einsätzen, Silber nach 60, Gold nach 110. Die Eisernen Kreuze wurden für Kampfverdienste verliehen. Die Verwundetenabzeichen in Schwarz und Silber dokumentieren die Verwundung am 3. August 1944. Das Besitzzeugnis in Schwarz wurde am 13. Februar 1945 durch Major Karl Borris (Ritterkreuz am 25. November 1944, 41 Luftsiege) als Gruppenkommandeur der I./JG 26 ausgestellt.

Das am 16. Februar 1944 in Madrid ausgestellte spanische Flugzeugführerabzeichen wurde von spanischen Behörden an deutsches Personal verliehen, das mit spanischen Kräften diente oder diese unterstützte. Das Abzeichen mit der besonderen Verschlussform stammt vom Hersteller J.Saz und ist im blauen Originaletui erhalten.

Das Ärmelband “Jagdgeschwader Schlageter” wurde am 8. Dezember 1938 autorisiert und am rechten Unterärmel getragen, um den Korpsgeist der Einheit zu fördern. Das vorliegende Exemplar in maschinengestickter Ausführung mit 38,5 cm Länge war für Mannschaften und Unteroffiziere bestimmt.

Die Beförderung zum Feldwebel erfolgte im November 1944, wie ein Schreiben an den Vater vom 12. November 1944 belegt. Nach Kriegsende verfolgte der ehemalige Pilot eine Karriere im öffentlichen Dienst als Oberrechnungsrat in Frankfurt am Main. Am 30. November 1978 verlieh Bundespräsident Walter Scheel das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Nach deutschem Recht von 1957 dürfen Weltkriegsauszeichnungen nur ohne nationalsozialistische Embleme getragen werden.