NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK-Motorstaffel III/M82 - Willi Seifert Gedenkfahrt 26. Juli 1936 "

Feinzink, 58 x 58 mm, mit 3 Bohrungen, Zustand 2.
336717
280,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK-Motorstaffel III/M82 - Willi Seifert Gedenkfahrt 26. Juli 1936 "

Die NSKK-Motorstaffel III/M82 Willi Seifert Gedenkfahrt vom 26. Juli 1936 repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der nationalsozialistischen Motorsportkultur und des Gedenkwesens innerhalb des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK). Diese nichttragbare Teilnehmerplakette dokumentiert die Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung, die zu Ehren eines gefallenen oder verstorbenen NSKK-Mitglieds durchgeführt wurde.

Das NSKK wurde 1931 als Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich zu einer der wichtigsten paramilitärischen Gliederungen der NSDAP. Nach der Machtübernahme 1933 übernahm das NSKK die Aufgabe, die deutsche Bevölkerung kraftfahrtechnisch zu schulen und für den Kriegsfall vorzubereiten. Bis 1945 wuchs die Organisation auf über 500.000 Mitglieder an.

Die Organisationsstruktur des NSKK war hierarchisch aufgebaut und orientierte sich an militärischen Prinzipien. Die Motorstaffeln bildeten dabei die grundlegenden Einheiten auf lokaler Ebene. Die Bezeichnung “III/M82” weist auf eine spezifische Staffel innerhalb der NSKK-Motorgruppe 82 hin, wobei die römische Ziffer III die dritte Staffel kennzeichnet. Diese Einheiten waren über das gesamte Deutsche Reich verteilt und führten regelmäßig Ausbildungsveranstaltungen, Geländefahrten und Orientierungsfahrten durch.

Im Jahr 1936, dem Jahr dieser Gedenkfahrt, befand sich das NSKK in einer Phase intensiver Expansion und Professionalisierung. Die Organisation spielte eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele in Berlin und demonstrierte durch zahlreiche Veranstaltungen die vermeintliche kraftfahrtechnische Überlegenheit des nationalsozialistischen Deutschlands.

Gedenkfahrten waren ein wichtiges Element der NSKK-Tradition und dienten mehreren Zwecken. Sie ehrten verstorbene Kameraden, stärkten den Korpsgeist und boten gleichzeitig eine Gelegenheit zur praktischen Fahrausbildung. Solche Veranstaltungen wurden oft als Orientierungsfahrten oder Geschicklichkeitsprüfungen organisiert und verlangten von den Teilnehmern sowohl fahrerisches Können als auch Kenntnisse in Navigation und Fahrzeugtechnik.

Die vorliegende Teilnehmerplakette aus Feinzink mit den Maßen 58 x 58 mm ist charakteristisch für nichttragbare NSKK-Auszeichnungen der mittleren 1930er Jahre. Die drei Bohrungen dienten der Befestigung, vermutlich an einem Fahrzeug oder an einer Gedenktafel. Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die an der Uniform getragen wurden, waren solche Plaketten als dauerhafte Erinnerungsstücke konzipiert.

Die Materialwahl Feinzink war für Teilnehmerplaketten dieser Art typisch. Zink ließ sich kostengünstig in größeren Stückzahlen produzieren, bot aber dennoch ausreichende Detailtreue für Prägungen und Reliefs. Die Herstellung erfolgte meist durch spezialisierte Firmen, die auf die Produktion von Abzeichen und Plaketten für NSDAP-Organisationen spezialisiert waren.

Der Name Willi Seifert verweist auf ein Mitglied der Motorstaffel, dessen Andenken durch diese Gedenkfahrt bewahrt werden sollte. Es war üblich, dass lokale NSKK-Einheiten verstorbene Kameraden durch jährlich wiederkehrende Gedenkveranstaltungen ehrten. Diese Praxis diente der Mythenbildung und der Schaffung einer spezifischen Erinnerungskultur innerhalb der Organisation.

Das Datum 26. Juli 1936 fällt in die Sommerzeit, die traditionell für NSKK-Motorsportveranstaltungen bevorzugt wurde. Im Juli 1936 richtete sich die weltweite Aufmerksamkeit auf Deutschland wegen der Olympischen Spiele, die vom 1. bis 16. August in Berlin stattfanden. Es ist anzunehmen, dass die Gedenkfahrt bewusst in diesem Zeitrahmen angesetzt wurde, um von der erhöhten öffentlichen Wahrnehmung zu profitieren.

Solche Teilnehmerplaketten sind heute wichtige historische Dokumente für die Erforschung der nationalsozialistischen Alltagskultur und der regionalen Organisationsstrukturen des NSKK. Sie ermöglichen Einblicke in lokale Traditionen, Netzwerke und Aktivitäten, die in offiziellen Dokumenten oft nicht ausreichend dokumentiert wurden. Für Sammler und Historiker bieten sie wertvolle Informationen über die dezentrale Organisation und die vielfältigen Aktivitäten der NS-Verbände auf lokaler Ebene.