Reichspost/Postschutz/Transportflotte Speer Eichenlaubkranz und Kokarde für die Schirmmütze
Die Reichspost, Postschutz und Transportflotte Speer stellten wichtige Organisationen im Deutschen Reich dar, die während des Zweiten Weltkriegs essenzielle Funktionen für die Aufrechterhaltung der Kommunikation und Logistik erfüllten. Der hier beschriebene Eichenlaubkranz mit Kokarde für die Schirmmütze aus Feinzink repräsentiert ein charakteristisches Rangabzeichen dieser Organisationen.
Die Deutsche Reichspost war seit 1876 die staatliche Post- und Telegrafenverwaltung des Deutschen Reiches. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Reichspost zunehmend in das totalitäre System eingebunden. Der Postschutz wurde als paramilitärische Einheit etabliert, um Posteinrichtungen, Kommunikationsinfrastruktur und Transportwege zu sichern. Diese Kräfte trugen spezielle Uniformen mit charakteristischen Abzeichen, die ihre Zugehörigkeit zur Reichspost kennzeichneten.
Der Eichenlaubkranz hatte in der deutschen Militär- und Beamtentradition eine lange Geschichte. Die Eiche galt seit dem 19. Jahrhundert als Symbol für Stärke, Beständigkeit und deutsche Tugenden. Auf Schirmmützen angebracht, umrahmte der Eichenlaubkranz traditionell die Kokarde – das nationale Hoheitsabzeichen. Die Kokarde in den Farben des Deutschen Reiches (Schwarz-Weiß-Rot bis 1935, danach zunehmend mit nationalsozialistischen Symbolen kombiniert) diente der unmittelbaren Identifikation der Trägerzugehörigkeit.
Die Transportflotte Speer wurde nach Reichsminister Albert Speer benannt, der ab 1942 als Reichsminister für Bewaffnung und Munition und später als Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion fungierte. Diese Organisation war für den Transport kriegswichtiger Güter, insbesondere auf Binnenwasserstraßen, zuständig. Die Binnenschifffahrt spielte eine entscheidende Rolle für die deutsche Kriegswirtschaft, da sie große Mengen an Rohstoffen, Kohle und Fertigprodukten transportieren konnte.
Die Herstellung solcher Mützenabzeichen aus Feinzink war typisch für die Kriegsjahre. Während in Friedenszeiten oft hochwertigere Materialien wie Tombak oder versilbertes Metall verwendet wurden, zwang der zunehmende Materialmangel ab 1939 zur Verwendung von Ersatzmaterialien. Zink war reichlich verfügbar und ließ sich gut gießen, was eine Massenproduktion ermöglichte. Die Abzeichen wurden in Druckguss-Verfahren hergestellt und oft mit einer Grün- oder Graupatina versehen.
Die Schirmmütze selbst war ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Beamten- und Militäruniform. Das Mützenabzeichen wurde zentral an der Vorderseite angebracht und war sofort sichtbar. Die Kombination aus Eichenlaubkranz und Kokarde folgte streng reglementierten Vorschriften bezüglich Größe, Ausführung und Trageweise. Diese Vorschriften waren in diversen Uniformbestimmungen und Dienstanweisungen festgelegt.
Der Postschutz wurde im Verlauf des Krieges zunehmend wichtiger, da Sabotageakte und Partisanenangriffe auf Kommunikationseinrichtungen zunahmen. Die Angehörigen des Postschutzes waren bewaffnet und erhielten eine paramilitärische Ausbildung. Sie trugen feldgraue Uniformen, die sich an militärischen Vorbildern orientierten, jedoch durch spezifische Abzeichen ihre Zugehörigkeit zur Reichspost kennzeichneten.
Die Bewahrung solcher historischen Objekte ist für die Geschichtswissenschaft von erheblicher Bedeutung. Sie dokumentieren nicht nur die materielle Kultur einer vergangenen Epoche, sondern ermöglichen auch Einblicke in die organisatorischen Strukturen, die Ressourcenverwaltung und die visuelle Repräsentation staatlicher Macht. Der Zustand solcher Objekte – hier als “Zustand 2” bezeichnet – gibt Auskunft über Erhaltungsgrad und Authentizität.
In der militärhistorischen Forschung dienen solche Abzeichen als Quellen für das Verständnis der komplexen Organisationsstrukturen des NS-Staates. Die Vielzahl unterschiedlicher Organisationen, jede mit eigenen Uniformen und Abzeichen, spiegelt die polykratische Struktur des Dritten Reiches wider. Heute sind solche Objekte wichtige Studienobjekte in Museen und wissenschaftlichen Sammlungen, die der historischen Aufarbeitung und Bildung dienen.