XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Offizielles Teilnehmerabzeichen für einen Sportler in der Sportdisziplin Reiten

Tombak, Abzeichen mit Matrikelnummer 3518 und Hersteller : L.Chr.Lauer Nürnberg-Berlin, anhängend das dunkellila Band mit Aufdruck " Reiten ", an Nadel, Zustand 2. 
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800,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Offizielles Teilnehmerabzeichen für einen Sportler in der Sportdisziplin Reiten

Das offizielle Teilnehmerabzeichen der XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin stellt ein bedeutendes Zeugnis einer der kontroversesten Olympischen Veranstaltungen der Geschichte dar. Diese Abzeichen wurden an aktive Sportler ausgegeben, die an den Wettkämpfen teilnahmen, und dienten als offizieller Nachweis ihrer Teilnahmeberechtigung sowie als Identifikationszeichen während der Spiele.

Die Olympischen Spiele von 1936 fanden vom 1. bis 16. August in Berlin statt und wurden vom nationalsozialistischen Regime als Propagandaveranstaltung instrumentalisiert. Trotz internationaler Boykottaufrufe nahmen 49 Nationen mit insgesamt 3.961 Athleten teil, was damals einen Rekord darstellte. Die Spiele wurden unter der Schirmherrschaft des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des deutschen Organisationskomitees durchgeführt.

Das vorliegende Abzeichen wurde vom renommierten Hersteller L.Chr. Lauer aus Nürnberg-Berlin gefertigt. Die Firma Christian Lauer war einer der führenden Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Abzeichen im Deutschen Reich und wurde häufig mit der Produktion offizieller staatlicher und sportlicher Auszeichnungen beauftragt. Das Abzeichen besteht aus Tombak, einer Kupfer-Zink-Legierung, die aufgrund ihrer goldähnlichen Farbe und guten Verarbeitungseigenschaften häufig für dekorative Zwecke verwendet wurde.

Jedes Teilnehmerabzeichen trug eine individuelle Matrikelnummer, in diesem Fall die Nummer 3518, die den jeweiligen Athleten zugeordnet war. Diese Nummerierung ermöglichte eine präzise Kontrolle und Registrierung aller Teilnehmer und diente gleichzeitig als Zugangsberechtigung zu den Wettkampfstätten und offiziellen Veranstaltungen. Die systematische Nummerierung spiegelt die charakteristische deutsche Organisationsgenauigkeit wider, die bei der Durchführung dieser Spiele zur Anwendung kam.

Besonders bemerkenswert ist das anhängende dunkellila Band mit der Aufschrift "Reiten". Die olympischen Reitsportveranstaltungen von 1936 fanden hauptsächlich auf dem Maifeld und im Deutschlandhalle-Komplex sowie in Döberitz statt. Der Reitsport war traditionell eine der prestigeträchtigsten olympischen Disziplinen und umfasste die Wettkämpfe in Dressur, Springreiten und Military (Vielseitigkeitsprüfung). An den Reitwettbewerben nahmen ausschließlich Offiziere teil, da dies bis 1948 eine olympische Voraussetzung war.

Bei den Spielen 1936 konkurrierten im Reitsport 133 Teilnehmer aus 21 Nationen. Die deutschen Reiter erzielten beachtliche Erfolge und gewannen mehrere Medaillen, was dem gastgebenden Reich zusätzlichen Prestigegewinn verschaffte. Die Reitveranstaltungen zogen ein internationales Publikum an und galten als gesellschaftliche Höhepunkte der Spiele.

Die farbliche Kodierung der Bänder diente der schnellen visuellen Identifikation der verschiedenen Sportdisziplinen. Jede Sportart hatte ihre eigene Bandfarbe, was die Organisation und Zugangskontrolle bei den verschiedenen Veranstaltungsorten erheblich erleichterte. Das dunkellila Band für den Reitsport war Teil dieses ausgeklügelten Systems.

Aus militärhistorischer Perspektive sind diese Abzeichen besonders interessant, da die Olympischen Spiele von 1936 in einer Zeit stattfanden, in der Deutschland bereits massiv aufrüstete und sich auf den kommenden Konflikt vorbereitete. Viele der teilnehmenden Athleten, insbesondere im Reitsport, waren aktive oder ehemalige Militärangehörige. Die Spiele wurden bewusst genutzt, um die vermeintliche Friedfertigkeit und Normalität des nationalsozialistischen Deutschlands zu demonstrieren, während gleichzeitig die militärische und organisatorische Stärke des Regimes zur Schau gestellt wurde.

Die Authentizität solcher Abzeichen lässt sich durch mehrere Merkmale überprüfen: die korrekte Herstellermarkierung, die Materialzusammensetzung, die Qualität der Prägung, die Nummerierung sowie die Beschaffenheit und Beschriftung des Bandes. Das vorliegende Exemplar weist alle charakteristischen Merkmale eines originalen Teilnehmerabzeichens auf.

Heute sind diese Abzeichen gesuchte Sammlerobjekte, die sowohl sporthistorisch als auch zeitgeschichtlich von großer Bedeutung sind. Sie dokumentieren die Teilnahme an einem welthistorischen Ereignis, das trotz seiner Instrumentalisierung durch das NS-Regime sportliche Höchstleistungen hervorbrachte und gleichzeitig als Mahnmal für die Gefahren der Politisierung des Sports dient.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der Sammlerterminologie einem sehr guten Erhaltungszustand mit nur geringfügigen Gebrauchsspuren, was bei einem über 85 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist. Dies deutet darauf hin, dass das Abzeichen sorgfältig aufbewahrt wurde und seine historische Integrität weitgehend bewahrt hat.

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