Preußen 1. Weltkrieg Feldbindenschloß für Offiziere

Um 1915. Eisen, aufgeklammert die Chiffre «♔WII», feldgrau lackiert. Zustand 2.
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200,00

Preußen 1. Weltkrieg Feldbindenschloß für Offiziere

Die vorliegende Feldbindenschließe für Offiziere aus der Zeit des Ersten Weltkriegs repräsentiert ein bedeutendes Element der preußischen Militärausrüstung. Datiert um 1915, zeigt dieses Exemplar die charakteristische Chiffre “WII” (Wilhelm II.), die als aufgeklammerte Applikation auf der feldgrauen Lackierung angebracht ist.

Historischer Kontext: Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 erfuhr die preußische Militärausrüstung grundlegende Veränderungen. Die prächtigen, glänzenden Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der Vorkriegszeit wurden zunehmend durch praktischere, feldgraue Varianten ersetzt. Diese Entwicklung spiegelte die neue Realität des modernen Krieges wider, in dem Tarnung und Funktionalität über repräsentative Aspekte gestellt wurden.

Die Feldbinde war ein essentieller Bestandteil der Offiziersuniform und diente sowohl praktischen als auch symbolischen Zwecken. Sie wurde über der Uniform getragen und kennzeichnete den Träger als Offizier. Die Schließe, die die beiden Enden der Binde zusammenhielt, war dabei ein besonders wichtiges Detail, das häufig mit königlichen oder kaiserlichen Monogrammen versehen war.

Die Chiffre “WII” steht für Kaiser Wilhelm II. (1859-1941), der von 1888 bis 1918 als Deutscher Kaiser und König von Preußen regierte. Seine Monogramme und Chiffren wurden auf zahlreichen militärischen Ausrüstungsgegenständen angebracht und symbolisierten die Treue zum Monarchen sowie die Zugehörigkeit zur kaiserlichen Armee.

Material und Herstellung: Die Verwendung von Eisen für diese Schließe um 1915 ist charakteristisch für die Kriegszeit. Während Friedenszeiten wurden häufig wertvollere Materialien wie vergoldetes Messing verwendet, musste die Rüstungsindustrie während des Krieges auf weniger kostbare, aber verfügbarere Materialien zurückgreifen. Die feldgraue Lackierung entspricht der allgemeinen Umstellung auf Tarnfarben, die ab 1910 eingeführt und während des Krieges konsequent durchgesetzt wurde.

Die aufgeklammerte Technik der Chiffre-Anbringung war eine gängige Herstellungsmethode, bei der das Monogramm separat gefertigt und dann mechanisch mit der Grundplatte verbunden wurde. Diese Technik ermöglichte eine effiziente Massenproduktion, die angesichts des enormen Bedarfs während des Krieges notwendig war.

Militärische Vorschriften: Die preußische Armee folgte strengen Vorschriften bezüglich der Uniform und Ausrüstung ihrer Offiziere. Die Adjustierungsvorschriften legten genau fest, wie die Feldbinde zu tragen war und welche Ausführungen für welche Ränge und Waffengattungen vorgesehen waren. Offiziere waren in der Regel verpflichtet, ihre Ausrüstung selbst zu beschaffen, was zu Variationen in Qualität und Ausführung führte.

Bedeutung und Symbolik: Die Feldbindenschließe war mehr als nur ein funktionales Objekt. Sie symbolisierte die militärische Hierarchie, die Loyalität zum Kaiser und die Zugehörigkeit zum Offizierskorps der preußischen Armee. Das Tragen der kaiserlichen Chiffre war eine Ehre und verdeutlichte die besondere Stellung der Offiziere innerhalb der Streitkräfte.

Kriegsende und historische Einordnung: Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 und dem Ende der Monarchie verloren solche Insignien ihre offizielle Bedeutung. Sie wurden jedoch zu wichtigen historischen Zeugnissen einer vergangenen Epoche und sind heute gesuchte Sammlerobjekte, die wichtige Einblicke in die militärische Kultur des Kaiserreichs bieten.

Die Erhaltung in Zustand 2 (nach gängiger Sammlerbewertung) deutet auf einen guten Erhaltungszustand mit geringen Gebrauchsspuren hin, was für ein über hundert Jahre altes Objekt bemerkenswert ist und seinen historischen Wert unterstreicht.