Wehrmacht Heer Paar Überschübe für Schulterklappen Mannschaft Artillerie Regiment "69"
Die vorliegenden Überschübe für Schulterklappen der Wehrmacht Heer stellen ein authentisches Beispiel der Rangabzeichen dar, die von Mannschaftsdienstgraden der deutschen Artillerie während des Zweiten Weltkriegs getragen wurden. Diese speziellen Überschübe gehörten zum Artillerie Regiment 69 und zeigen die charakteristische Waffenfarbe Hochrot der Artillerietruppe auf feldgrauem Untergrund.
Die Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) 299 regelte ab 1935 detailliert die Uniformierung und Abzeichenwesen der Wehrmacht. Schulterklappen und deren Überschübe dienten der unmittelbaren Identifikation von Truppengattung und Einheitszugehörigkeit. Die Waffenfarbe Hochrot war seit der Reichswehr-Zeit der Artillerie zugeordnet und wurde in der Wehrmacht beibehalten. Diese Farbzuordnung hatte ihre Wurzeln in der preußischen Militärtradition des 19. Jahrhunderts.
Das Artillerie-Regiment 69 wurde im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht aufgestellt. Die Regimentsnummer “69” wurde in Kurbelstickerei ausgeführt, einer maschinellen Sticktechnik, die ab Mitte der 1930er Jahre zunehmend die aufwendigere Handstickerei ersetzte. Kurbelstickmaschinen ermöglichten eine schnellere und kostengünstigere Produktion bei gleichbleibender Qualität, was angesichts des enormen Bedarfs an Uniformeffekten während der Aufrüstungsphase und später im Kriegsverlauf von großer Bedeutung war.
Überschübe wurden über die eigentlichen Schulterklappen gezogen und hatten mehrere praktische Funktionen: Sie schützten die darunter liegenden Schulterklappen vor Verschmutzung und Verschleiß, ermöglichten eine flexible Anpassung bei Versetzungen zu anderen Einheiten und konnten bei Bedarf schnell gewechselt werden. Dies war besonders wichtig, da Soldaten bei Verlegungen oder Umgliederungen ihre Regimentszugehörigkeit ändern mussten, ohne dass neue Uniformstücke ausgegeben werden konnten.
Die feldgraue Grundfarbe entsprach der ab 1935 eingeführten Standard-Uniformfarbe der Wehrmacht, die die verschiedenen Grautöne der Reichswehr ablöste. Feldgrau sollte eine bessere Tarnung im Gelände gewährleisten und wurde bis Kriegsende beibehalten, wobei die Farbqualität aufgrund von Rohstoffmangel im späteren Kriegsverlauf variierte.
Die Artillerie spielte in der deutschen Militärdoktrin eine zentrale Rolle. Artillerie-Regimenter waren in der Regel Divisionen unterstellt und bestanden typischerweise aus mehreren Abteilungen mit unterschiedlichen Kaliber- und Aufgabenbereichen. Die klare Kennzeichnung durch Waffenfarben und Regimentsnummern ermöglichte eine schnelle Identifikation und trug zur militärischen Organisation bei.
Für Sammler militärhistorischer Objekte sind solche Überschübe von besonderem Interesse, da sie die Organisationsstruktur und das Kennzeichnungssystem der Wehrmacht dokumentieren. Der angegebene Zustand 2 deutet auf gut erhaltene Stücke hin, die möglicherweise nicht oder nur wenig getragen wurden. Die Erhaltung solcher Textilien über mehr als acht Jahrzehnte ist bemerkenswert, da Stoff und Stickerei anfällig für Motten, Feuchtigkeit und Alterungsprozesse sind.
Die Provenienz solcher Objekte ist oft schwer nachzuvollziehen. Viele Uniformeffekten gelangten nach Kriegsende durch verschiedene Wege in Privatbesitz – durch heimkehrende Soldaten, Kriegsbeute alliierter Truppen oder spätere Auflösungen militärischer Depots. Heute dienen sie als materielle Zeugnisse einer bedeutenden historischen Epoche und ermöglichen Forschern und Interessierten einen direkten Zugang zur Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts.