III. Reich Gau Mecklenburg nichttragbare Auszeichnung der Gauhauptstadt Schwerin "Für Treue Dienste"

Bronzemedaille 107 mm Durchmesser, neues Modell ab 1939 nach dem Entwurf Hans Matthies Bildhauer aus Schwerin, mit dem "neue" Stadtwappen nach dem Entwurf von Prof. Schweitzer 1938. Zustand 2
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300,00

III. Reich Gau Mecklenburg nichttragbare Auszeichnung der Gauhauptstadt Schwerin "Für Treue Dienste"

Die nichttragbare Auszeichnung “Für Treue Dienste” der Gauhauptstadt Schwerin aus dem Gau Mecklenburg stellt ein bedeutendes Zeugnis der kommunalen Ehrungspraxis während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Diese Bronzemedaille mit einem Durchmesser von 107 mm repräsentiert die Anerkennung langjähriger Dienstleistungen für die Stadt und ihre Verwaltung in einer Zeit tiefgreifender politischer Umwälzungen.

Nach der Machtübernahme 1933 wurde das Deutsche Reich in Gaue unterteilt, administrative Einheiten der NSDAP, die die traditionellen Länderstrukturen überlagerten. Mecklenburg bildete einen solchen Gau, wobei Schwerin als dessen Hauptstadt eine besondere administrative und symbolische Bedeutung erhielt. Die Gauhauptstadt pflegte ein eigenes System kommunaler Auszeichnungen, das parallel zu reichsweiten und parteipolitischen Ehrungen existierte.

Das vorliegende Exemplar stammt aus der Zeit nach 1939 und basiert auf einem Entwurf des Schweriner Bildhauers Hans Matthies. Diese Neugestaltung erfolgte im Kontext der nationalsozialistischen Bestrebungen, kommunale Symbolik zu modernisieren und ideologisch anzupassen. Besonders bemerkenswert ist die Verwendung des “neuen” Stadtwappens, das 1938 nach einem Entwurf von Professor Schweitzer geschaffen wurde. Diese Wappenreform spiegelt die systematische Überarbeitung heraldischer Symbole im Dritten Reich wider, bei der traditionelle Elemente oft mit nationalsozialistischer Ästhetik und Ideologie verbunden wurden.

Nichttragbare Auszeichnungen wie diese Medaille unterschieden sich grundlegend von tragbaren Orden und Ehrenzeichen. Sie wurden typischerweise in repräsentativen Etuis überreicht und dienten als Erinnerungsstücke und Statussymbole, die im häuslichen oder beruflichen Umfeld präsentiert wurden. Der beträchtliche Durchmesser von 107 mm unterstreicht ihren Charakter als Schau- und Prunkstück, das bei feierlichen Anlässen ausgestellt werden konnte.

Die Auszeichnung “Für Treue Dienste” wurde üblicherweise an städtische Bedienstete, Beamte und Personen verliehen, die sich über Jahre oder Jahrzehnte hinweg in den Dienst der Stadtverwaltung gestellt hatten. In der NS-Zeit gewann der Begriff der “Treue” eine besondere ideologische Dimension, die über die traditionelle Dienstpflicht hinausging und Loyalität zum Regime implizierte. Solche kommunalen Ehrungen ergänzten das komplexe System von Auszeichnungen, das von Partei-, Staats- und militärischen Orden bis hin zu Dienstauszeichnungen verschiedener Verwaltungsebenen reichte.

Der Bildhauer Hans Matthies aus Schwerin war Teil einer Generation von Künstlern, die in der NS-Zeit im Bereich der Medaillenkunst und Monumentalplastik tätig waren. Seine Arbeit an dieser Medaille zeigt die charakteristische Formensprache der späten 1930er Jahre, die klassische Elemente mit der monumentalen Ästhetik des Nationalsozialismus verband. Die Wahl von Bronze als Material entsprach der Tradition der Medaillenkunst und gewährleistete eine würdige, dauerhafte Ausführung.

Die Wappenreform von 1938 unter Professor Schweitzer war Teil umfassenderer Bemühungen, kommunale Identitäten zu standardisieren und an nationalsozialistische Vorstellungen anzupassen. Viele Städte im Reich erhielten in dieser Zeit überarbeitete oder völlig neue Wappen, wobei oft mittelalterliche oder frühneuzeitliche Elemente wiederbelebt oder neu interpretiert wurden. Diese heraldischen Änderungen sollten eine Verbindung zwischen lokaler Tradition und der nationalsozialistischen “Volksgemeinschaft” herstellen.

Für Sammler und Historiker sind solche Medaillen heute wichtige Quellen zur Erforschung der kommunalen Verwaltungsgeschichte und der Alltagskultur des Dritten Reiches. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Symbolik und Ideologie, selbst in scheinbar unpolitischen Bereichen wie der Ehrung langjähriger Dienstleistung. Die Erhaltung solcher Objekte dient der historischen Dokumentation und Aufarbeitung, nicht der Verherrlichung der Epoche.

Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Medaille mit geringen Gebrauchsspuren hin, was bei nichttragbaren Auszeichnungen nicht ungewöhnlich ist, da sie meist sorgfältig aufbewahrt wurden. Die Patina der Bronze und eventuelle Abnutzungserscheinungen können wichtige Hinweise auf die Authentizität und Geschichte des Stücks geben.

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