Luftwaffe - Urkundengruppe für einen Kanonier, später Obergefreiter  3./leichte Flakabteilung 75

- Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse, für den Obergefreiten Kurt Naumann, ausgestellt am 12. März 1944, unterzeichnet vom Generalleutnant Alfons Luczny,- Deutsches Kreuz in Gold 29. März 1944,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 9. Juni 1944,  mittig einmal gefaltet und gelocht, Zustand 2

- Verleihungsurkunde zum Flakkampfabzeichen, ausgestellt am 26. August 1942, unterzeichnet vom Generalleutnant der 6. Flakdivision, gelocht und mittig einmal gefaltet, Zustand 2

- Verleihungsurkunde zur Goldkordel zum Ärmeltätigkeitsabzeichen des Kraftfahrpersonals der Luftwaffe, ausgestellt im Hauptquartier den 14. Dezember 1943, unterzeichnet und gestempelt vom General der Flieger des Luftflottenkommando 1 Curt Pflugbeil,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Ritterkreuz am 5. Oktober 1941, Eichenlaub am 27. August 1944, Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 17. April 1918. Die Urkunde ist mittig einmal gefaltet und seitlich gelocht, Zustand 2

- Verleihungsurkunde zur Medaille Winterschlacht im Osten, ausgestellt am 16. Juli 1942, unterzeichnet vom Hauptmann und Batteriechef, mittig gefaltet, gelocht, Zustand 2

- Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Silber, für seine dreimalige Verwundungen, ausgestellt am 1. September 1944, gestempelt und Unterzeichnet vom Oberarzt und Chefarzt, mittig einmal gefaltet, gelocht, Zustand 2

- Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Schwarz, für seine einmalige Verwundung, ausgestellt am 25. September 1941, gestempelt und Unterzeichnet vom Hauptmann und Abteilung Kommandeur, mittig einmal gefaltet, gelocht, Zustand 2 
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Luftwaffe - Urkundengruppe für einen Kanonier, später Obergefreiter  3./leichte Flakabteilung 75

Diese bemerkenswerte Urkundengruppe dokumentiert die außergewöhnliche militärische Laufbahn eines Angehörigen der leichten Flakabteilung 75 der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Die Sammlung umfasst insgesamt sechs Verleihungsurkunden und Besitzzeugnisse, die zwischen 1941 und 1944 ausgestellt wurden und die Entwicklung vom einfachen Kanonier zum mehrfach ausgezeichneten Obergefreiten Kurt Naumann nachzeichnen.

Die leichten Flakabteilungen der Luftwaffe spielten eine entscheidende Rolle in der deutschen Luftverteidigung. Ausgestattet mit 2-cm- und 3,7-cm-Flugabwehrkanonen waren diese Einheiten sowohl für die Abwehr feindlicher Tiefflieger als auch für die Bodenunterstützung zuständig. Die Abteilung 75 war vermutlich im Rahmen größerer Flakverbände an verschiedenen Fronten eingesetzt, wie die Verleihungsdaten und die unterschiedlichen unterzeichnenden Offiziere nahelegen.

Die früheste Urkunde in dieser Sammlung ist das Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Schwarz vom 25. September 1941, das für eine einmalige Verwundung verliehen wurde. Das Verwundetenabzeichen wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler gestiftet und existierte in drei Stufen: Schwarz für ein- bis zweimalige Verwundung, Silber für drei- bis viermalige Verwundung und Gold für fünf- und mehrmalige Verwundung. Diese frühe Verwundung deutet auf Kampfhandlungen vermutlich an der Ostfront oder möglicherweise auf dem Balkan hin.

Das Flakkampfabzeichen, verliehen am 26. August 1942 und unterzeichnet vom Generalleutnant der 6. Flakdivision, war eine spezielle Auszeichnung der Luftwaffe, die am 10. Januar 1941 gestiftet wurde. Es würdigte die besondere Leistung des Flakpersonals im Kampf gegen feindliche Luftziele sowie im Erdkampf. Die Verleihungsvoraussetzungen waren streng: Der Träger musste mindestens 16 Punkte erreichen, wobei jedes abgeschossene Flugzeug unterschiedlich gewertet wurde. Alternativ konnte das Abzeichen nach fünf erfolgreichen Einsätzen im Erdkampf verliehen werden.

Die Verleihungsurkunde zur Medaille Winterschlacht im Osten vom 16. Juli 1942 dokumentiert Naumanns Teilnahme am ersten katastrophalen Winter der Wehrmacht in Russland 1941/42. Diese Medaille, volkstümlich auch als “Gefrierfleischorden” bezeichnet, wurde allen Soldaten verliehen, die zwischen dem 15. November 1941 und dem 15. April 1942 an der Ostfront kämpften. Die extremen Witterungsbedingungen mit Temperaturen bis minus 40 Grad Celsius führten zu enormen Verlusten und Entbehrungen.

Besonders bemerkenswert ist die Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse vom 12. März 1944, unterzeichnet von Generalleutnant Alfons Luczny. Das Eiserne Kreuz, ursprünglich 1813 gestiftet und 1939 von Hitler erneuert, war die bekannteste deutsche Tapferkeitsauszeichnung. Die 2. Klasse wurde für Tapferkeit vor dem Feind oder herausragende Führungsleistungen verliehen und war Voraussetzung für höhere Auszeichnungen.

Die Goldkordel zum Ärmeltätigkeitsabzeichen des Kraftfahrpersonals der Luftwaffe, verliehen am 14. Dezember 1943 und unterzeichnet vom General der Flieger Curt Pflugbeil, Kommandeur der Luftflotte 1, zeugt von Naumanns technischen Fähigkeiten. General Pflugbeil war eine bedeutende Figur in der Luftwaffe und führte große Verbände an der Ostfront. Die Goldkordel war die höchste Stufe dieses Abzeichens und wurde erst nach mehrjähriger tadelloser Tätigkeit verliehen.

Das Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Silber vom 1. September 1944 dokumentiert, dass Naumann bis zu diesem Zeitpunkt dreimal verwundet worden war. Dies unterstreicht die Härte der Kämpfe, an denen er teilnahm, insbesondere während der zunehmend verzweifelten Rückzugsgefechte der Wehrmacht im Sommer 1944.

Die physische Beschaffenheit der Urkunden – alle mittig gefaltet und gelocht – entspricht der typischen militärischen Praxis. Die Lochung ermöglichte das Abheften in den Soldbüchern oder Personalakten, während die Faltung der Aufbewahrung in Kartentaschen oder Brieftaschen diente. Der durchweg gute Erhaltungszustand 2 (nach dem üblichen Bewertungssystem von 1 bis 6) macht diese Sammlung besonders wertvoll.

Interessant ist auch die Erwähnung hochrangiger Auszeichnungen bei der Unterschrift von General Pflugbeil auf dessen Urkunde: Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern aus dem Ersten Weltkrieg unterstreichen die Bedeutung des unterzeichnenden Offiziers.

Diese Urkundengruppe ist ein authentisches Zeugnis der Realität des Krieges aus der Perspektive eines einfachen Soldaten der Flakartillerie. Sie dokumentiert nicht nur militärische Erfolge, sondern auch das persönliche Leid durch mehrfache Verwundungen und die extremen Bedingungen des Krieges, insbesondere an der Ostfront. Für die historische Forschung und das Verständnis des Zweiten Weltkriegs sind solche persönlichen Dokumentengruppen von unschätzbarem Wert, da sie die individuellen Erfahrungen hinter den großen strategischen Ereignissen sichtbar machen.