Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft - Ordensstern und Ordenskleinod

Es handelt sich bei dem Ordensstern um die Ausführung der 2. Verleihungserie von 1938. Der Sternkörper besteht aus Platin, im Zentrum das Medaillon der Pallas Athene aus Gold, der Hintergrund in roter Emaille. Die 4 aufgesetzten Hoheitsadler aus Gold. Der Brillantreif um das Medaillon mit 40 Brillanten im 8/8 Schliff besetzt. Die Fassung ist rückseitig durchbrochen (à jour) gearbeitet. Rückseitig mit 6 Vollnieten, auf der Nadel mit Herstellerbezeichnung "Juwelier Hülse Berlin W.8", das Nadelsystem ist mit einem besonderen Sicherungshaken versehen. Im Fachbuch "Orden 1700-2000" Band 4 von Karsten Klingbeil/Andreas Thies ist auf den Seiten 124 - 129 der Ordenssatz aus dem Besitz von Prof. August Bier abgebildet mit dem Bruststern der 1. Verleihungsserie von 1937. Die Bruststerne unterscheiden sich nur minimal durch ein Detail im Schriftreif: während der Stern zwischen "Für" und "Wissenschaft" kleiner ist und separat aufgesetzt wurde, so ist der Stern beim 2. Modell deutlich größer und ein Teil des Schriftrings. Bei dem Kopf der Pallas Athene gibt es ebenfalls ein paar geringfügige Unterschiede in den Details.
Dazu das Ordenskleinod. Es handelt sich bei diesem Stück um das offizielle Vorlagemuster des Ordens, welches jedoch abgelehnt wurde. Modell mit dem Kopf der Pallas Athene im Vorderseitenmedaillon. Silber vergoldet und emailliert. Diese Ordensdekoration wurde von dem Bildhauer Hermann Müller als Vorlagemuster für eine Schärpendekoration in Ergänzung zu dem von ihm entworfenen Stern zum Nationalpreis geschaffen. Bei Stiftung des Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft wurde jedoch nur der Bruststern als Ordensdekoration angenommen. Extrem seltene Ordensdekoration in besonders feiner Juweliersarbeit, die große stilistische und fertigungstechnische Übereinstimmung mit den konkret verliehenen Bruststernen aufweist. Interessant auch wie in der Formgebung Stilelemente des preußischen Ordens Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste aufgenommen wurden.

Der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft war ein Ehrenpreis und die höchste Friedensauszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Er wurde 1937 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte an die Stelle des Nobelpreises treten, den anzunehmen Hitler – als Reaktion auf die Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky 1936 – „für alle Zukunft Deutschen“ untersagte. Der Preis wurde nur 1937 und 1938 verliehen.
Am 25. Juni 1936 sprach das Nobelpreiskomitee des norwegischen Parlaments dem inhaftierten Karl von Ossietzky den Friedensnobelpreis zu. Die Reichsregierung protestierte gegen den Beschluss; am 26. November äußerte sie ihr „äußerstes Befremden“ darüber und erklärte, sich „alle Schlussfolgerungen aus dem Vorfall vorbehalten“ zu wollen. Am 30. Januar 1937 stiftete Adolf Hitler schließlich den Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft: „Um für alle Zukunft beschämenden Vorgängen vorzubeugen, verfüge ich mit dem heutigen Tage die Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft. Dieser Nationalpreis wird jährlich an drei verdiente Deutsche in der Höhe von je 100 000 Reichsmark zur Verteilung gelangen. Die Annahme des Nobelpreises wird damit für alle Zukunft Deutschen untersagt. ". Die Durchführungsbestimmungen wurden von Propagandaminister Joseph Goebbels erlassen. Die Verleihung sollte demnach jährlich in einem feierlichen Akt auf dem Reichsparteitag der NSDAP stattfinden. Organisation und Durchführung des Festaktes oblag dem Reichspropagandaleiter im Einvernehmen mit dem Reichsorganisationsleiter Robert Ley. Details der Auszeichnung Entwurf: Gerdy Troost Ausführung: Franziska Kobell Mappe: Frieda Thiersch. Die Auszeichnung beinhaltete neben der eigentlichen Ordensdekoration, dem Bruststern, eine prächtige Schärpe mit Agraffe, eine aufwendig gearbeitete Ordenskassette mit vergoldeten Eckbeschlägen in Adlerform und eine Urkundenmappe aus terrabraunem genarbtem Leder. Am 7. Dezember 1937 notierte Goebbels: „Urkunden zum Nationalpreis fertig. Sehr gut geworden. Frau Troost zeigt sie. Meisterstück!“. Es wurden verschiedene Mustervorlagen des Bruststerns angefertigt, unter anderem von Richard Klein und Herbert Zeitner, die jedoch von Hitler verworfen wurden, möglicherweise weil ihm ihr Symbolgehalt bezüglich der Begriffe „Kunst“ und „Wissenschaft“ zu schwach ausgeprägt war. Die endgültige Fassung der Dekoration basiert auf einem Entwurf des Bildhauers Hermann Müller. Der gegossene und polierte Sternenkorpus besitzt einen Durchmesser von 95 mm und besteht aus Platin. Aufgelegt sind vier 20 × 22 mm große Adler aus 18-karätigem Gold. Das Medaillon zeigt auf rot emailliertem Grund den nach links gewandten Kopf der Pallas Athene. Der Schriftring trägt auf elfenbeinfarbig emailliertem Grund, die handgesägte und polierte umlaufende Inschrift: „FÜR * KUNST * UND * WISSENSCHAFT“ und wird umgeben von einem Medaillonring, besetzt mit 40 Diamanten in 8/8-Schliff mit facettierter Tafel. Um den Brillanten Licht zu geben, ist der Medaillonring nach hinten offen segmentiert. Das Gesamtgewicht der Dekoration beträgt je nach Version 205,0 (1937) oder 210,47 (1938) Gramm. Goebbels notierte am 15. Dezember: „Der Orden zum Nationalpreis ist nun fertig. Der Führer ist begeistert davon.“. Mit der Ausführung wurde der Juwelier Wilhelm Hülse in Berlin betraut. Die Beauftragung des relativ unbekannten Juweliers erfolgte entweder durch Goebbels selbst oder durch eine seiner Dienststellen. Anlässlich der „Ersten Deutschen Architektur- und Kunsthandwerkausstellung“ vom 22. Januar bis 18. April 1938 in München wurde im Haus der Deutschen Kunst das Exemplar von Paul Ludwig Troost ausgestellt. Im Auftrag von Heinrich Doehle wurden Fotos davon für die Präsidialkanzlei gemacht, die er als Vorlage für seine Publikationen zur Ordenskunde gebrauchte. Symbolik Pallas Athene gilt in der griechischen Mythologie als die jungfräuliche Göttin der Weisheit, Künste und Wissenschaften, Schirmherrin der Städte und Patronin des Handwerks. Der Adler auf Agraffe, Schatulle und Bruststern ist der des Reiches, blickt also nach heraldisch rechts, zu seiner rechten Schwinge – der Parteiadler blickte nach heraldisch links – und trägt ein Hakenkreuz in seinen Klauen. Der Adler ist frei gestaltet und entspricht keinem der gängigen Typen von Staat oder Partei. Auf der Tagung der Reichsfilmkammer, 1935 im Berliner Schillertheater, war ein derartiger Adler im Großformat an der Stirnwand des Festsaales angebracht, was dafür spricht, dass die Form vom Propagandaministerium vorgegeben wurde.  
Der Deutsche Nationalpreis wurde insgesamt an neun Personen vergeben. Die 1. Preisverkündung fand am 7. September 1937 im „Nürnberger Opernhaus“ statt, die Übergabe der Preise erfolgte am 30. Januar 1938 durch Adolf Hitler in der Reichskanzlei. Die fünf ersten Preisträger waren:
der Baumeister und Architekturprofessor Paul Ludwig Troost (posthum),
Reichsleiter Alfred Rosenberg,
der Asien- und Südpolarforscher Wilhelm Filchner,
die Chirurgen August Bier und Ferdinand Sauerbruch (geteilter Preis).
Die 2. Preisverkündung erfolgte am 6. September 1938, die Übergabe am 30. Januar 1939 durch Adolf Hitler in der Reichskanzlei. Die Preisträger dieses zweiten Jahrgangs waren:
der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen und Leiter der militärischen Bauorganisation Organisation Todt Fritz Todt,
der Autobauer Ferdinand Porsche,
die Flugzeugkonstrukteure Willy Messerschmitt und Ernst Heinkel (geteilter Preis).
 
Historisch als auch ordenskundlich wohl die bedeutendste und kostbarste Auszeichnung des III. Reiches. Das Stück von Prof. Porsche befindet sich im Porsche Museum in Stuttgart, die Orden von Dr. Fritz Todt wurden gestohlen. Es kann sich also bei diesem Orden nur um das Stück aus dem Besitz von Prof. Willi Messerschmitt bzw. Prof. Ernst Heinkel handeln.

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Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft - Ordensstern und Ordenskleinod

Der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft stellt die höchste Friedensauszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches dar und zugleich eine der seltensten Orden der deutschen Geschichte. Die Stiftung dieser außergewöhnlichen Auszeichnung erfolgte durch Adolf Hitler am 30. Januar 1937 als direkte Reaktion auf ein Ereignis, das das NS-Regime als internationale Provokation empfand: die Verleihung des Friedensnobelpreises an den inhaftierten deutschen Journalisten Carl von Ossietzky am 25. Juni 1936.

Die Reichsregierung reagierte auf die Nobelpreis-Entscheidung mit äußerstem Befremden und kündigte weitreichende Konsequenzen an. Hitler ging über bloßen Protest hinaus und verbot per Dekret allen Deutschen “für alle Zukunft” die Annahme des Nobelpreises. An dessen Stelle trat der neu geschaffene Deutsche Nationalpreis, der jährlich an bis zu drei verdiente Deutsche im Bereich Kunst oder Wissenschaft vergeben werden sollte, jeweils dotiert mit 100.000 Reichsmark.

Die Gestaltung dieser prestigeträchtigen Auszeichnung durchlief einen bemerkenswerten Entwicklungsprozess. Verschiedene Entwürfe, darunter solche von Richard Klein und Herbert Zeitner, wurden von Hitler persönlich verworfen. Die endgültige Fassung basierte auf dem Entwurf des Bildhauers Hermann Müller. Das Gesamtkonzept stammte von Gerdy Troost, die Ausführung oblag Franziska Kobell, während Frieda Thiersch die Urkundenmappe gestaltete. Am 15. Dezember 1937 notierte Propagandaminister Joseph Goebbels in sein Tagebuch: “Der Orden zum Nationalpreis ist nun fertig. Der Führer ist begeistert davon.”

Die Herstellung des Bruststerns übernahm der Berliner Juwelier Wilhelm Hülse (Berlin W.8). Der gegossene und polierte Sternenkorpus mit einem Durchmesser von 95 Millimetern besteht aus Platin und wiegt je nach Version 205,0 Gramm (Serie 1937) oder 210,47 Gramm (Serie 1938). Auf dem Stern sind vier Reichsadler aus 18-karätigem Gold aufgelegt, jeweils 20 × 22 Millimeter groß. Diese Adler blicken heraldisch nach rechts und tragen ein Hakenkreuz in ihren Klauen. Das zentrale Medaillon zeigt auf rot emailliertem Grund den nach links gewandten Kopf der Pallas Athene, der griechischen Göttin der Weisheit, Künste und Wissenschaften. Der Schriftring trägt auf elfenbeinfarbig emailliertem Grund die handsägten und polierten Goldbuchstaben “FÜR * KUNST * UND * WISSENSCHAFT”. Ein Ring mit 40 Diamanten im 8/8-Schliff mit facettierter Tafel umgibt das Medaillon, wobei die Fassung nach hinten offen segmentiert ist, um den Brillanten Licht zu geben.

Zwischen der ersten Serie von 1937 und der zweiten von 1938 existieren nur minimale Unterschiede: Bei der ersten Ausführung ist der Stern zwischen “Für” und “Wissenschaft” kleiner und separat aufgesetzt, während er bei der zweiten Version deutlich größer ist und Teil des Schriftrings bildet. Auch im Kopf der Pallas Athene gibt es geringfügige Detailunterschiede.

Zur vollständigen Ausstattung gehörten neben dem Bruststern eine prächtige Schärpe mit Agraffe, eine aufwendig gearbeitete Ordenskassette mit vergoldeten Eckbeschlägen in Adlerform und eine Urkundenmappe aus terrabraunem genarbtem Leder. Die Verleihung sollte jährlich während des Reichsparteitags der NSDAP verkündet und am 30. Januar, dem Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme, von Hitler persönlich in der Reichskanzlei übergeben werden.

Der Preis wurde nur zweimal verliehen, insgesamt an neun Personen. Die erste Verleihung wurde am 7. September 1937 im Nürnberger Opernhaus angekündigt, die Übergabe erfolgte am 30. Januar 1938. Die fünf Preisträger waren der Architekt Paul Ludwig Troost (posthum), Alfred Rosenberg, der Forscher Wilhelm Filchner sowie die Chirurgen August Bier und Ferdinand Sauerbruch, die sich einen Preis teilten. Die zweite Verkündung fand am 6. September 1938 statt mit Übergabe am 30. Januar 1939. Ausgezeichnet wurden der Ingenieur Fritz Todt, der Automobilkonstrukteur Ferdinand Porsche sowie die Flugzeugkonstrukteure Willy Messerschmitt und Ernst Heinkel, die ebenfalls einen gemeinsamen Preis erhielten.

Nach 1938 wurden keine weiteren Verleihungen vorgenommen, vermutlich aufgrund des Kriegsbeginns. Der Deutsche Nationalpreis ist damit noch seltener als der Deutsche Orden. Das Tragen dieser Auszeichnung wurde durch das westdeutsche Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 in jeder Form verboten. Anders als bei bestimmten militärischen Auszeichnungen der NS-Zeit, die in entnazifizierter Form getragen werden durften, unterlag der Nationalpreis einem vollständigen Verbot. Der heutige rechtliche Status in Deutschland erlaubt die Zurschaustellung nur zu historischen, pädagogischen oder wissenschaftlichen Zwecken.

Von den neun verliehenen Exemplaren sind nur wenige bekannt: Der Bruststern von Ferdinand Porsche befindet sich im Porsche Museum Stuttgart, die Auszeichnungen von Fritz Todt wurden als gestohlen gemeldet. Die extreme Seltenheit macht diese Dekoration zur historisch und ordenskundlich wohl bedeutendsten und kostbarsten Auszeichnung des Dritten Reiches.

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