XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - bronzene Teilnehmermedaille zur Rad-Stern-Fahrt

70 mm, Stempelschneider : Otto Placzek Berlin. Die Medaille kommt mit dem originalen Standfuß aus Glas. Zustand 2/2-.

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350,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - bronzene Teilnehmermedaille zur Rad-Stern-Fahrt

Die bronzene Teilnehmermedaille zur Rad-Stern-Fahrt der XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der olympischen Geschichte und der deutschen Sportkultur der Zwischenkriegszeit. Diese spezielle Medaille, geschaffen vom renommierten Stempelschneider Otto Placzek aus Berlin, wurde nicht für die Hauptwettbewerbe der Olympiade verliehen, sondern für ein besonderes Rahmenprogramm, das die olympischen Spiele begleitete.

Die Olympischen Spiele 1936 fanden vom 1. bis 16. August in Berlin statt und waren die ersten Sommerspiele, die in Deutschland ausgetragen wurden. Sie standen unter intensiver internationaler Beobachtung, da das nationalsozialistische Regime die Spiele als Propagandaplattform nutzte. Trotz der politischen Umstände waren die Spiele aus organisatorischer und sportlicher Sicht bemerkenswert und führten zahlreiche Innovationen ein.

Die Rad-Stern-Fahrt war eine der vielen Begleitveranstaltungen, die das kulturelle und sportliche Rahmenprogramm der Olympiade bildeten. Solche Sternfahrten waren in den 1920er und 1930er Jahren beliebte Veranstaltungsformen, bei denen Radfahrer aus verschiedenen Richtungen zu einem zentralen Zielpunkt convergierten. Im Kontext der Olympischen Spiele diente diese Veranstaltung dazu, die Begeisterung für Sport und Olympia in die Breite der Bevölkerung zu tragen und Teilnehmer aus verschiedenen Regionen nach Berlin zu führen.

Otto Placzek (1884-1945) war einer der bedeutendsten deutschen Medailleure und Stempelschneider seiner Zeit. Er hatte seine Ausbildung an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin erhalten und arbeitete eng mit der Preußischen Münze zusammen. Placzek schuf zahlreiche Medaillen für sportliche, kulturelle und staatliche Anlässe. Seine Arbeiten zeichneten sich durch präzise Ausführung und künstlerische Qualität aus. Für die Olympischen Spiele 1936 war er an der Gestaltung verschiedener offizieller und semi-offizieller Medaillen beteiligt.

Die Medaille mit einem Durchmesser von 70 mm ist relativ groß und repräsentativ gestaltet. Solche Teilnehmermedaillen wurden nicht für sportliche Leistungen im engeren Sinne verliehen, sondern als Erinnerungsstücke und Anerkennungen für die Teilnahme an besonderen Veranstaltungen im olympischen Rahmen. Sie unterschieden sich damit grundlegend von den offiziellen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen der eigentlichen olympischen Wettbewerbe.

Besonders bemerkenswert ist, dass diese Medaille mit ihrem originalen Glasstandfuß erhalten geblieben ist. Solche Präsentationsständer waren üblich, um die Medaillen würdevoll aufzustellen und auszustellen. Der Glasstandfuß ermöglichte es dem Besitzer, die Medaille als Erinnerungsstück prominent zu präsentieren. Die Tatsache, dass beide Komponenten zusammen erhalten sind, erhöht den historischen und sammlerischen Wert erheblich.

Die Produktion von Bronze-Medaillen folgte in den 1930er Jahren etablierten Techniken der Münzprägung und Medaillenherstellung. Nach der Gestaltung durch den Stempelschneider wurden Stahlstempel gehärtet, die dann zur Prägung der Bronzeronden verwendet wurden. Die Qualität der Ausführung spiegelt die hohen handwerklichen Standards wider, die in der deutschen Medaillenkunst dieser Ära galten.

Im Kontext der Olympischen Spiele 1936 wurden zahlreiche verschiedene Medaillen und Plaketten für unterschiedliche Zwecke hergestellt. Neben den offiziellen Sieges- und Teilnehmermedaillen gab es Erinnerungsmedaillen für Funktionäre, Helfer, Besucher besonderer Veranstaltungen und eben auch für Teilnehmer an Begleitveranstaltungen wie der Rad-Stern-Fahrt. Diese Vielfalt spiegelt die umfassende Organisation und das Bestreben wider, möglichst viele Menschen in das olympische Ereignis einzubeziehen.

Heute sind solche Medaillen wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Sportkultur und die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1930er Jahre geben. Sie dokumentieren nicht nur die sportliche Geschichte, sondern auch die kunsthandwerklichen Traditionen und die Repräsentationsformen ihrer Zeit. Für Sammler olympischer Memorabilia und historischer Sportartefakte stellen sie bedeutende Zeugnisse dar.

Der angegebene Erhaltungszustand 2/2- entspricht nach numismatischer Bewertungsskala einer sehr guten bis nahezu prägefrischen Erhaltung mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Dies ist für ein über 85 Jahre altes Objekt bemerkenswert und spricht dafür, dass die Medaille pfleglich behandelt und aufbewahrt wurde.