Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Bundeswehr ( BW ) Heer Dienstjacke für einen Hauptmann der Pioniere  

hohe Qualität, Innentasche mit Stempelung "KKB" Kleiderkasse Koblenz, Armlänge 60 cm, Brustumfang 86, Länge 65 cm, Zustand 2

 
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100,00

Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Bundeswehr ( BW ) Heer Dienstjacke für einen Hauptmann der Pioniere  

Die Dienstjacke der Bundeswehr für Offiziere stellt ein bedeutendes Element der militärischen Uniformgeschichte der Bundesrepublik Deutschland dar. Das hier beschriebene Objekt ist eine Dienstjacke eines Hauptmanns der Pioniere, die einen wichtigen Einblick in die Uniformtradition und organisatorische Struktur der deutschen Streitkräfte nach 1955 gewährt.

Die Bundeswehr wurde am 12. November 1955 offiziell gegründet, nachdem die Bundesrepublik Deutschland der NATO beigetreten war. Die Entwicklung einer eigenständigen Uniformierung war von Anfang an ein sensibles Thema, da man einerseits an militärische Traditionen anknüpfen, andererseits aber deutlich von der Wehrmacht-Uniform abgrenzen wollte. Der Designer und ehemalige Oberst Wolf Wucherpfennig entwickelte zusammen mit anderen Experten die charakteristische Uniform der Bundeswehr, die 1956 eingeführt wurde.

Die Dienstjacke für Offiziere war Teil der Dienstuniform, die zu offiziellen Anlässen, im Dienst und bei repräsentativen Aufgaben getragen wurde. Sie zeichnete sich durch ihre charakteristische graugrüne Farbe aus, die als “Steingrau-oliv” bezeichnet wurde. Die hochwertige Verarbeitung der Offiziersuniformen spiegelte den Status und die Verantwortung der Träger wider.

Die Stempelung “KKB” (Kleiderkasse Koblenz) in der Innentasche ist ein wichtiges organisatorisches Detail. Die Kleiderkassen waren zentrale Einrichtungen der Bundeswehr, die für die Beschaffung, Lagerung und Ausgabe von Bekleidung zuständig waren. Koblenz war und ist ein bedeutender Bundeswehrstandort mit langer militärischer Tradition. Die Stadt beherbergte verschiedene wichtige militärische Einrichtungen und Verwaltungsstellen. Die Kennzeichnung durch die Kleiderkasse diente der Inventarisierung und Nachverfolgung der ausgegebenen Uniformteile.

Der Rang eines Hauptmanns entspricht der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere und ist der niedrigste Stabsoffiziersrang im Heer. Ein Hauptmann führt typischerweise eine Kompanie mit 100 bis 250 Soldaten. Der Dienstgrad wurde durch entsprechende Schulterstücke gekennzeichnet, die bei Offizieren der Bundeswehr aus geflochtenem Material in Silber oder Gold bestanden, abhängig von der Waffengattung.

Die Pioniertruppe ist eine der ältesten Waffengattungen der deutschen Militärgeschichte. In der Bundeswehr sind die Pioniere für militärische Bau- und Sprengaufgaben, Minenräumung, Brückenbau, Kampfmittelbeseitigung und verschiedene technische Unterstützungsleistungen zuständig. Die Waffenfarbe der Pioniere ist Schwarz, was sich in verschiedenen Uniformelementen wie Kragenspiegel und Biesen widerspiegelte.

Die angegebenen Maße der Jacke (Armlänge 60 cm, Brustumfang 86 cm, Länge 65 cm) entsprechen einer Standardgröße für einen durchschnittlich gebauten Offizier. Die Bundeswehr verwendete ein detailliertes Größensystem, um eine optimale Passform zu gewährleisten. Die hohe Qualität der Verarbeitung war charakteristisch für Offiziersdienstuniformen, die oft auch von privaten Schneidermeisterbetrieben nach Bekleidungsvorschriften angefertigt wurden.

Im Laufe der Jahrzehnte unterlag die Bundeswehruniform mehreren Reformen. Die grundlegende Form der Dienstjacke blieb jedoch lange Zeit erhalten. Erst mit der Einführung des neuen Dienstanzugs ab 1990 und den weiteren Reformen nach der Wiedervereinigung und im 21. Jahrhundert änderte sich das Erscheinungsbild grundlegend.

Uniformen wie diese Dienstjacke sind heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Organisation und Hierarchie, sondern auch die gesellschaftliche Einbindung der Bundeswehr in die demokratische Grundordnung der Bundesrepublik. Die Konzeption der Bundeswehruniform als “Bürger in Uniform” sollte den Unterschied zur Wehrmacht verdeutlichen und die Einbindung der Streitkräfte in die Gesellschaft symbolisieren.

Für Sammler und Militärhistoriker sind solche Uniformstücke von besonderem Interesse, da sie die Entwicklung der deutschen Streitkräfte in der Nachkriegszeit dokumentieren. Der Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Stück hin, das seine historische Aussagekraft bewahrt hat.