Wehrmacht Heer Ärmelschild der Russischen Befreiungsarmee POA

Bevo-gewebte Ausführung. Ungetragen, Zustand 2+

Die Russische Befreiungsarmee ( Русская освободительная армия – РОА, Russkaja oswoboditel'naja armija – ROA), nach ihrem ersten Kommandeur auch Wlassow-Armee genannt, war ein russischer Freiwilligenverband, der auf der deutschen Seite im Zweiten Weltkrieg kämpfte. Die Aufstellung wurde Ende 1944 von Adolf Hitler ermöglicht, während Freiwillige nichtrussischer Völker der Sowjetunion schon drei Jahre früher in den Ostlegionen organisiert wurden.

Die ROA wurde von dem früheren Generalleutnant der Roten Armee Andrei Wlassow organisiert, der alle Russen im Kampf gegen die Sowjetunion vereinen wollte. Unter den Freiwilligen waren Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und russische Emigranten. Die ROA erhielt den Status der Armee eines verbündeten Staates und war der Wehrmacht in operativen Fragen unterstellt.
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Wehrmacht Heer Ärmelschild der Russischen Befreiungsarmee POA

Das Ärmelschild der Russischen Befreiungsarmee (ROA) stellt ein bedeutendes Zeugnis einer der kontroversesten militärischen Formationen des Zweiten Weltkriegs dar. Diese in Bevo-Webtechnik hergestellte Abzeichen wurde von Angehörigen russischer Freiwilligenverbände getragen, die auf deutscher Seite gegen die Sowjetunion kämpften.

Die Russische Befreiungsarmee (russisch: Русская освободительная армия – РОА) wurde offiziell erst Ende 1944 auf Befehl Adolf Hitlers aufgestellt, obwohl russische Freiwilligenverbände bereits seit 1941 in verschiedenen Formationen dienten. Die Verzögerung der offiziellen Anerkennung resultierte aus der nationalsozialistischen Ideologie, die Slawen als “Untermenschen” betrachtete und lange Zeit eine gleichberechtigte Zusammenarbeit ablehnte.

Die Führung der ROA übernahm Generalleutnant Andrei Andrejewitsch Wlassow, ein ehemaliger hochrangiger Offizier der Roten Armee. Wlassow hatte sich während der Schlacht um Moskau 1941 ausgezeichnet und galt als einer der fähigsten sowjetischen Kommandeure. Nach seiner Gefangennahme im Juli 1942 während der Wolchow-Schlacht entschied er sich zur Kollaboration mit Deutschland. Seine Motive waren komplex: persönliche Verbitterung über Stalin, ideologische Opposition gegen den Kommunismus und der Glaube, nur durch Zusammenarbeit mit Deutschland ein freies Russland schaffen zu können.

Das Ärmelschild zeigt typischerweise die Farben der russischen Trikolore – Weiß, Blau und Rot – und trug häufig die Buchstaben “РОА” oder andere nationale russische Symbole. Diese Symbolik sollte den Anspruch unterstreichen, für ein befreites Russland und nicht für Nazideutschland zu kämpfen. Die Bevo-Webtechnik, benannt nach der Barmer Bandweberei Ewald Vorsteher, war das Standardverfahren für hochwertige Wehrmacht-Abzeichen und zeichnete sich durch feine Detailgenauigkeit und Haltbarkeit aus.

Die Zusammensetzung der ROA war heterogen. Sie umfasste sowjetische Kriegsgefangene, die den katastrophalen Bedingungen deutscher Lager entkommen wollten, Ostarbeiter (Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion), russische Emigranten aus der Zeit nach 1917 und ideologisch motivierte Gegner des Stalin-Regimes. Die genaue Zahl der Angehörigen ist umstritten, aber Schätzungen gehen von etwa 50.000 bis 130.000 Mann aus, die in verschiedenen Verbänden dienten.

Rechtlich erhielt die ROA den Status einer Armee eines verbündeten Staates, war jedoch in operativen Fragen der Wehrmacht unterstellt. Am 14. November 1944 wurde das Prager Manifest veröffentlicht, das die politischen Ziele der Bewegung definierte: die Beseitigung des Stalin-Regimes, Frieden mit Deutschland und die Schaffung eines neuen, nichtkommunistischen Russlands. Diese Erklärung kam jedoch zu spät, um noch militärische oder politische Bedeutung zu erlangen.

Die wichtigsten militärischen Einsätze der ROA fanden erst in den letzten Kriegsmonaten statt. Die 1. Division der ROA unter General Sergei Buniachenko war im April 1945 an der Oder stationiert. Die bekannteste Aktion war jedoch die Beteiligung am Prager Aufstand im Mai 1945, als sich Teile der ROA gegen ihre deutschen Verbündeten wandten und versuchten, durch Unterstützung der tschechischen Aufständischen eine Begnadigung durch die Westalliierten zu erwirken.

Nach Kriegsende wurden die meisten ROA-Angehörigen an die Sowjetunion ausgeliefert, entsprechend den Vereinbarungen von Jalta. General Wlassow wurde im Mai 1945 von der Roten Armee gefangen genommen, zum Tode verurteilt und am 1. August 1946 hingerichtet. Tausende seiner Soldaten wurden hingerichtet oder in Gulag-Lager deportiert. Die Auslieferungen, besonders die durch britische und amerikanische Truppen durchgeführten, wurden später als “Operation Keelhaul” bekannt und bleiben ein umstrittenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

Das Ärmelschild der ROA ist heute ein seltenes Sammlerstück, das die tragische Geschichte russischer Kollaborateure dokumentiert. Diese Männer befanden sich zwischen zwei totalitären Systemen und mussten unmögliche Entscheidungen treffen. Während sie in der Sowjetunion pauschal als Verräter galten, ist ihre Geschichte in Wirklichkeit weitaus komplexer und zeigt die menschlichen Dimensionen eines ideologischen Weltkriegs. Die historische Bewertung der ROA bleibt kontrovers: Waren sie Freiheitskämpfer gegen Stalin oder Kollaborateure des Nationalsozialismus? Diese Frage beschäftigt Historiker bis heute.