1. Weltkrieg - Originalunterschrift des Pour le Mérite mit Eichenlaub Trägers Generalleutnant Freiherr Oskar von Watter

auf einer Verleihungsurkunde für das Eiserne Kreuz 2. Klasse, für einen Ersatz-Reservisten der 11.Komp.Großhzgl.Mecklb.Res.Inf.Regt.No.90, ausgestellt am 26.5.1917 mit sehr schöner Tintensignatur " Frhr von Watter " als Königlich württembergischer Generalmajor und Divisions-Kommandeur der 54. Infanterie-Division; gefaltet und rückseitig mit Stoff bezogen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_von_Watter
252423
150,00

1. Weltkrieg - Originalunterschrift des Pour le Mérite mit Eichenlaub Trägers Generalleutnant Freiherr Oskar von Watter

Generalleutnant Freiherr Oskar von Watter und die Verleihungsurkunde des Eisernen Kreuzes 2. Klasse aus dem Ersten Weltkrieg

Die vorliegende Verleihungsurkunde für das Eiserne Kreuz 2. Klasse aus dem Jahr 1917 trägt die Unterschrift eines der bedeutendsten deutschen Militärführer des Ersten Weltkriegs: Generalmajor Freiherr Oskar von Watter, der zu diesem Zeitpunkt die 54. Infanterie-Division im königlich württembergischen Dienst kommandierte.

Oskar von Watter wurde am 24. September 1861 in Trier geboren und entstammte einer traditionsreichen Offizierfamilie. Seine militärische Karriere begann im preußischen Heer, wo er durch Fachkompetenz und taktisches Geschick schnell aufstieg. Während des Ersten Weltkriegs erwies sich von Watter als einer der fähigsten Divisionskommandeure der deutschen Armee. Seine herausragenden Leistungen wurden am 11. Oktober 1917 mit der Verleihung des Pour le Mérite, Preußens höchster militärischer Auszeichnung, gewürdigt. Am 6. Juni 1918 erhielt er zusätzlich das Eichenlaub zum Pour le Mérite, eine Auszeichnung, die nur 122 Offizieren während des gesamten Krieges verliehen wurde und außergewöhnliche Führungsqualitäten bezeugte.

Die 54. Infanterie-Division, die von Watter 1917 befehligte, war eine württembergische Formation, die an mehreren wichtigen Frontabschnitten eingesetzt wurde. Die Division kämpfte sowohl an der Westfront als auch zeitweise an der Ostfront und war in bedeutende Operationen involviert. Als Divisionskommandeur war von Watter für tausende von Soldaten verantwortlich und hatte die Befugnis, Orden und Ehrenzeichen zu verleihen.

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse war die am häufigsten verliehene Tapferkeitsauszeichnung des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs. Es wurde von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen im Jahr 1813 während der Befreiungskriege gestiftet und 1870 sowie 1914 erneuert. Die Verleihung erfolgte für bewährte Tapferkeit vor dem Feind oder herausragende militärische Verdienste. Schätzungsweise wurden während des Ersten Weltkriegs etwa 5 Millionen Eiserne Kreuze 2. Klasse verliehen, was die Intensität und den Umfang des Konflikts verdeutlicht.

Der in dieser Urkunde genannte Empfänger gehörte zur 11. Kompanie des Großherzoglich Mecklenburgischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 90. Dieses Regiment war Teil der mecklenburgischen Kontingente innerhalb der preußischen Armee. Reserve-Regimenter wurden bei Kriegsausbruch aus Reservisten gebildet und spielten eine entscheidende Rolle bei der massiven Expansion der deutschen Streitkräfte von 1914 bis 1918. Ein “Ersatz-Reservist” war ein Soldat, der als Ersatz für Gefallene, Verwundete oder anderweitig ausgefallene Soldaten an die Front kam.

Die Ausstellung der Urkunde am 26. Mai 1917 fällt in eine Phase des Krieges, die von intensiven Kämpfen an der Westfront geprägt war. Im Frühjahr 1917 führten die Alliierten mehrere Großoffensiven durch, darunter die verlustreiche Nivelle-Offensive und die Schlacht von Arras. Die deutsche Armee hatte sich auf die befestigte Siegfriedstellung (von den Alliierten Hindenburg-Linie genannt) zurückgezogen und verteidigte diese Position gegen anhaltende Angriffe.

Die formale Gestaltung solcher Verleihungsurkunden folgte strengen militärischen Vorschriften. Sie enthielten typischerweise den Namen und die Einheit des Empfängers, das Datum der Verleihung, die Begründung (oft in allgemeiner Form) sowie die Unterschrift des verleihenden Kommandeurs. Die Unterschrift von Watters als “Königlich württembergischer Generalmajor und Divisions-Kommandeur” bestätigt seine Position innerhalb der württembergischen Militärhierarchie, obwohl er ursprünglich aus Preußen stammte.

Die physische Beschaffenheit der Urkunde – gefaltet und rückseitig mit Stoff bezogen – ist typisch für Dokumente, die von Soldaten an der Front aufbewahrt wurden. Soldaten trugen ihre wichtigsten Papiere oft in speziellen Taschen bei sich, und die textile Verstärkung diente dem Schutz vor Feuchtigkeit und Beschädigung unter den harten Bedingungen des Grabenkriegs.

Nach dem Krieg spielte von Watter eine kontroverse Rolle während der revolutionären Unruhen 1919-1920. Er wurde zum Befehlshaber des Wehrkreises V ernannt und war an der militärischen Niederschlagung der Münchner Räterepublik beteiligt. Seine militärische Karriere endete mit seiner Pensionierung im Jahr 1920. Er verstarb am 4. September 1934 in Bad Reichenhall.

Solche signierten Verleihungsurkunden besitzen heute erheblichen historischen und sammlerischen Wert, insbesondere wenn sie von hochdekorierten Offizieren wie von Watter unterzeichnet wurden. Sie dokumentieren nicht nur individuelle Tapferkeit, sondern auch die komplexe militärische Organisation des Kaiserreichs und die Hierarchien, durch die Anerkennung und Ehre verliehen wurden. Die Kombination aus persönlicher Geschichte des einfachen Soldaten und der Signatur eines späteren Pour le Mérite-Trägers macht solche Dokumente zu bedeutenden historischen Zeugnissen des Ersten Weltkriegs.

r