RLB Reichsluftschutzbund Schulterklappe für Mannschaften und Unterführer

Ausführung zum einnähen. Getragen, Zustand 2.
Auf der Uniform wurde nur eine Schulterklappe auf der rechten Schulter getragen.
463323
70,00

RLB Reichsluftschutzbund Schulterklappe für Mannschaften und Unterführer

Die Schulterklappe des Reichsluftschutzbundes (RLB) für Mannschaften und Unterführer stellt ein charakteristisches Ausrüstungsstück der zivilen Luftschutzorganisation des Deutschen Reiches dar. Der Reichsluftschutzbund wurde am 29. April 1933 gegründet und entwickelte sich zur größten zivilen Schutzorganisation im nationalsozialistischen Deutschland.

Der RLB entstand aus der Zusammenführung verschiedener lokaler Luftschutzvereine und wurde dem Reichsluftfahrtministerium unterstellt. Unter der Leitung von Generalleutnant Friedrich-Karl von Schröder und später Hugo Geissler wuchs die Organisation bis 1939 auf etwa 13 bis 15 Millionen Mitglieder an. Der primäre Auftrag bestand darin, die Zivilbevölkerung auf Luftangriffe vorzubereiten und im Ernstfall zu schützen.

Die Uniform des RLB war der Wehrmacht nachempfunden, jedoch in dunkelblauem Stoff gehalten, um die zivile Natur der Organisation zu betonen. Die Schulterklappe wurde gemäß den Uniformvorschriften nur auf der rechten Schulter getragen, was eine Besonderheit darstellte und den RLB von militärischen Einheiten unterschied, die üblicherweise Schulterklappen paarweise trugen.

Die hier beschriebene Ausführung zum Einnähen war die Standardvariante für die dauerhafte Befestigung an der Uniform. Schulterklappen für Mannschaften und Unterführer waren in der Regel einfach gehalten, ohne die aufwendigen Rangabzeichen höherer Dienstgrade. Sie bestanden typischerweise aus dunkelblauem Grundstoff mit hellblauen oder silberfarbenen Einfassungen.

Die Rangstruktur des RLB war komplex und umfasste zahlreiche Dienstgrade vom einfachen Luftschutzmann bis zum Präsidenten. Unterführer bildeten die untere Führungsebene und trugen auf ihren Schulterklappen entsprechende Kennzeichnungen, meist in Form von Litzen oder Schnüren. Die genaue Ausgestaltung änderte sich mehrfach während des Bestehens der Organisation zwischen 1933 und 1945.

Der Reichsluftschutzbund hatte vielfältige Aufgaben: Er organisierte Verdunkelungsübungen, bildete Luftschutzwarte aus, betrieb Aufklärungsarbeit über das Verhalten bei Luftangriffen und koordinierte den Bau von Luftschutzkellern und Bunkern. Mit zunehmender Intensität der alliierten Bombenangriffe ab 1942 gewann die Organisation immer größere praktische Bedeutung.

Die Mitgliedschaft im RLB war formal freiwillig, wurde jedoch durch sozialen und politischen Druck faktisch zur Pflicht. Die Organisation war straff hierarchisch strukturiert und in Orts-, Kreis- und Gaugruppen gegliedert. Lokale Luftschutzwarte waren für die Durchführung von Schutzmaßnahmen in ihren Bereichen verantwortlich.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsluftschutzbund wie alle nationalsozialistischen Organisationen aufgelöst. Seine Uniformen und Abzeichen wurden zu Sammlerstücken, die heute wichtige Zeugnisse der Zivilschutzgeschichte darstellen. Der Erhaltungszustand solcher Stücke variiert erheblich, wobei getragene Exemplare authentische Gebrauchsspuren aufweisen.

Für Sammler und Historiker sind RLB-Schulterklappen von Interesse, da sie die Entwicklung des zivilen Luftschutzes dokumentieren. Sie ermöglichen Rückschlüsse auf Uniformvorschriften, Organisationsstruktur und die materielle Kultur der Zeit. Die Authentizitätsprüfung erfordert Kenntnisse über Herstellungstechniken, verwendete Materialien und die historischen Tragevorschriften.