SA Schaftmütze für Mannschaften der SA Gruppe Hessen

um 1934. Leichte Ausführung aus parteibraunem Tuch, komplett mit Hoheitsadler 1. Model und vernickelter Knopf, brauner Ledersturmriemen, dunkelblaue Besatzfarbe für Gruppe "Hessen". Innen mit hellbraunem Schweißband, auf dem Wachstuchfutter mit Hersteller "Die gute Qualität MK", Größe ca. 55. Ungetragen etwas stockfleckig, auf dem dunkelblauem Besatztuch seitlich mit Mottenschaden. Zustand 2.
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1.500,00

SA Schaftmütze für Mannschaften der SA Gruppe Hessen

Die SA-Schirmmütze (auch Schaffnermütze genannt) war ein wesentlicher Bestandteil der Uniform der Sturmabteilung (SA), der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP. Das vorliegende Exemplar stammt aus der Zeit um 1934 und repräsentiert die Ausrüstung einfacher Mannschaften der SA-Gruppe Hessen, einer der regionalen Gliederungen der SA im Deutschen Reich.

Die SA wurde 1920/1921 gegründet und entwickelte sich unter der Führung von Ernst Röhm zu einer Massenorganisation mit mehreren Millionen Mitgliedern. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 erreichte die SA ihren Höhepunkt, wurde jedoch bereits im Juni 1934 während der sogenannten “Röhm-Affäre” oder “Nacht der langen Messer” entmachtet. Das Datierung dieses Objekts auf 1934 platziert es somit in eine Übergangsphase der SA-Geschichte.

Die Uniformierung der SA folgte präzisen Vorschriften, die in mehreren Uniformordnungen festgelegt wurden. Die charakteristische braune Farbe, die der SA den Spitznamen “Braunhemden” einbrachte, wurde zum Symbol der nationalsozialistischen Bewegung. Die Schirmmütze war Teil der Ausgehuniform und wurde zu offiziellen Anlässen getragen.

Die SA-Gruppe Hessen war eine der territorialen Untergliederungen der SA und umfasste das Gebiet des ehemaligen Volksstaates Hessen. Die SA war in Gruppen, Brigaden, Standarten, Sturmbanne, Stürme und Scharen organisiert. Die Kennung der verschiedenen Gruppen erfolgte unter anderem durch spezifische Kragenspiegel-Farben. Die dunkelblaue Besatzfarbe kennzeichnete dabei die Zugehörigkeit zur Gruppe Hessen, während andere Gruppen andere Farben trugen (beispielsweise Hochland: hellblau, Franken: schwarz, Nordmark: weiß).

Die technische Ausführung dieser Mütze entspricht den typischen Standards der frühen 1930er Jahre. Das parteibraune Tuch war das vorgeschriebene Material für SA-Uniformteile. Der Hoheitsadler des ersten Modells auf der Mütze zeigt das Hakenkreuz-Symbol, das von einem stilisierten Adler gehalten wird. Dieser wurde in der Regel aus Metall gefertigt und auf dem vorderen Teil der Mütze angebracht. Der vernickelte Knopf und der braune Ledersturmriemen waren weitere standardisierte Elemente.

Besonders bemerkenswert ist die Herstellermarkierung “Die gute Qualität MK” auf dem Wachstuchfutter. Während der NS-Zeit existierten zahlreiche Uniformhersteller, die SA-Ausrüstung produzierten. Die Kennzeichnung mit Herstellermarken war üblich und diente der Qualitätskontrolle. Die angegebene Größe von etwa 55 entspricht einem Kopfumfang von 55 Zentimetern und war eine Standardgröße.

Der Zustand des Objekts als “ungetragen” mit Stockflecken und Mottenschäden ist typisch für gelagerte Uniformteile aus dieser Zeit. Dies deutet darauf hin, dass die Mütze möglicherweise als Reserveausrüstung beschafft, aber nie aktiv verwendet wurde. Nach der Entmachtung der SA 1934 verlor die Organisation rapide an Bedeutung, was erklären könnte, warum viele Uniformteile aus dieser Zeit ungetragen blieben.

Die historische Bedeutung solcher Objekte liegt in ihrer Funktion als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Die SA spielte eine zentrale Rolle bei der Etablierung der NS-Diktatur, war verantwortlich für zahlreiche Gewalttaten gegen politische Gegner und die jüdische Bevölkerung und trug wesentlich zur Zerstörung der Weimarer Demokratie bei. Nach 1934 wurde die SA zunehmend von der SS verdrängt, blieb aber bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bestehen.

Für militärhistorische Sammlungen und Museen stellen solche Uniformteile wichtige Studienobjekte dar, die helfen, die Organisation, Struktur und Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung zu dokumentieren und zu verstehen. Sie dienen als Mahnung und Lehrmittel für kommende Generationen.