XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Offizielles Teilnehmerabzeichen für einen Sportler in der Sportdisziplin Rudern

Tombak, Abzeichen mit Matrikelnummer 4490 und Hersteller : L.Chr.Lauer Nürnberg-Berlin, anhängend das hellblaue Band mit Aufdruck " Rudern ", an Nadel, das Band etwas fleckig, Zustand 2-. 
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750,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Offizielles Teilnehmerabzeichen für einen Sportler in der Sportdisziplin Rudern

Das offizielle Teilnehmerabzeichen der XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin stellt ein bedeutendes Zeugnis der olympischen Geschichte dar und dokumentiert ein komplexes Kapitel der Sportgeschichte im Kontext des nationalsozialistischen Deutschlands. Diese Abzeichen wurden an alle aktiven Athleten ausgegeben, die an den Olympischen Sommerspielen vom 1. bis 16. August 1936 teilnahmen.

Die XI. Olympischen Spiele fanden in einer Zeit statt, in der das nationalsozialistische Regime unter Adolf Hitler versuchte, die internationale Bühne zur Selbstdarstellung zu nutzen. Das Internationale Olympische Komitee hatte Berlin bereits 1931 als Austragungsort gewählt, zwei Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Trotz internationaler Boykottaufrufe, insbesondere aus den Vereinigten Staaten, fanden die Spiele wie geplant statt und wurden zu den bis dahin größten und am aufwendigsten organisierten Olympischen Spielen.

Das vorliegende Abzeichen wurde vom renommierten Hersteller L. Chr. Lauer aus Nürnberg-Berlin produziert, einem der führenden Medaillen- und Abzeichenhersteller jener Zeit. Die Firma Lauer war seit dem 19. Jahrhundert für ihre qualitativ hochwertigen Metallarbeiten bekannt und erhielt zahlreiche offizielle Aufträge. Das Abzeichen besteht aus Tombak, einer Kupfer-Zink-Legierung, die sich durch ihre goldähnliche Farbe und gute Verarbeitbarkeit auszeichnete.

Jedes Teilnehmerabzeichen trug eine individuelle Matrikelnummer, in diesem Fall die Nummer 4490, die eine präzise Zuordnung zu einem bestimmten Athleten ermöglichte. Diese Nummerierung diente der Organisation und Kontrolle, da die Abzeichen als offizieller Ausweis für die Athleten fungierten und ihnen Zugang zu den olympischen Anlagen gewährten.

Das hellblaue Band mit dem Aufdruck “Rudern” kennzeichnet die spezifische Sportdisziplin des Trägers. Die Ruder-Wettkämpfe der Olympischen Spiele 1936 fanden auf der eigens hergerichteten Regattastrecke Grünau in Berlin statt. Die Anlage wurde für die Spiele modernisiert und bot ideale Bedingungen für die Wettkämpfe. Insgesamt wurden sieben Ruder-Wettbewerbe für Männer ausgetragen, darunter Einer, Zweier, Vierer und Achter in verschiedenen Bootsklassen.

Die Ruder-Wettkämpfe waren besonders prestigeträchtig, da sie eine lange olympische Tradition hatten und mehrere Nationen starke Mannschaften entsandten. Besonders bemerkenswert war der Sieg des amerikanischen Achters der University of Washington, der unter schwierigen Bedingungen Gold gewann. Deutschland selbst erzielte mehrere Medaillen im Rudern, was die nationale Bedeutung dieser Sportart unterstrich.

Die Gestaltung der Teilnehmerabzeichen folgte einem einheitlichen Konzept, das olympische Symbolik mit zeitgenössischem Design verband. Das Organisationskomitee legte großen Wert auf repräsentative Ausführung, da diese Abzeichen nicht nur praktische Funktionen erfüllten, sondern auch als Erinnerungsstücke und Symbole der olympischen Teilnahme dienten.

Aus historischer Perspektive sind diese Abzeichen heute zwiespältig zu betrachten. Einerseits dokumentieren sie die sportlichen Leistungen von Athleten aus 49 Nationen, die in fairer Konkurrenz antraten. Andererseits stehen sie im Kontext der nationalsozialistischen Propaganda, die die Spiele für ihre Zwecke instrumentalisierte. Die internationale Gemeinschaft diskutierte kontrovers über die Teilnahme, doch letztlich entschieden sich die meisten Nationen für die Entsendung ihrer Athleten.

Die Olympischen Spiele 1936 waren auch deshalb bedeutsam, weil sie erstmals umfassend durch Film und Medien dokumentiert wurden. Leni Riefenstahls Film “Olympia” setzte neue Maßstäbe in der Sportfilmproduktion. Die technische und organisatorische Durchführung der Spiele war auf höchstem Niveau, was international Anerkennung fand.

Für Sammler und Historiker sind diese Teilnehmerabzeichen heute wichtige Primärquellen. Sie ermöglichen die Rekonstruktion der Teilnehmerlisten und bieten Einblicke in die Organisation und Durchführung der Spiele. Die Matrikelnummern können teilweise mit historischen Dokumenten und Teilnehmerlisten abgeglichen werden, wodurch sich individuelle Sportlerbiographien nachvollziehen lassen.

Der Erhaltungszustand des vorliegenden Abzeichens mit dem originalen Band ist bemerkenswert, da viele dieser Stücke im Laufe der Jahrzehnte verloren gingen oder beschädigt wurden. Die leichten Flecken auf dem Band zeugen von der authentischen Nutzung und dem Alter des Objekts, mindern jedoch nicht seine historische Bedeutung.

Zusammenfassend repräsentiert dieses Teilnehmerabzeichen ein bedeutendes Kapitel der olympischen und deutschen Geschichte, das sowohl sporthistorisch als auch zeitgeschichtlich von großer Relevanz ist und eine sorgfältige, kontextbezogene Betrachtung erfordert.

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