Das Reichsheer und seine Tradition,

Kartoniert, Großformat, 328 Bilder, komplett, Zustand 2
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65,00

Das Reichsheer und seine Tradition,

Das Reichsheer und seine Tradition ist ein bedeutendes historisches Werk, das die militärische Entwicklung und die Traditionspflege der deutschen Streitkräfte dokumentiert. Dieses großformatige, kartonierte Buch mit 328 Abbildungen stellt ein wichtiges Zeugnis der deutschen Militärgeschichte dar und reflektiert die Bemühungen der Weimarer Republik, die Kontinuität zwischen dem alten kaiserlichen Heer und dem neuen Reichsheer herzustellen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Unterzeichnung des Versailler Vertrages im Jahr 1919 wurde das Deutsche Reich gezwungen, seine Streitkräfte drastisch zu reduzieren. Die deutsche Armee, einst eine der mächtigsten Militärmaschinnen Europas, wurde auf ein Reichsheer von maximal 100.000 Mann beschränkt. Diese neue Streitmacht, offiziell gegründet am 1. Januar 1921, stand vor der Herausforderung, ihre Identität und Legitimität in einer völlig veränderten politischen Landschaft zu etablieren.

In diesem Kontext entstanden zahlreiche Publikationen, die darauf abzielten, die militärische Tradition zu bewahren und weiterzugeben. Werke wie “Das Reichsheer und seine Tradition” dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die Verbindung zu den ruhmreichen Kapiteln der preußisch-deutschen Militärgeschichte aufrechterhalten, die Moral der stark verkleinerten Truppe stärken und gleichzeitig eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Die 328 Bildtafeln in diesem Werk dokumentieren vermutlich verschiedene Aspekte des militärischen Lebens, Uniformen, Ausrüstung, Truppenteile und historische Ereignisse. Solche umfangreichen Bildsammlungen waren in den 1920er und 1930er Jahren besonders wertvoll, da sie in einer Zeit vor der Massenverbreitung von Fotografie und Fernsehen eine der wenigen Möglichkeiten darstellten, militärische Geschichte visuell zu vermitteln.

Die Traditionspflege im Reichsheer war ein komplexes Unterfangen. Einerseits wollte man an die militärischen Erfolge der preußischen Armee unter Friedrich dem Großen, die Befreiungskriege gegen Napoleon und die Einigungskriege des 19. Jahrhunderts anknüpfen. Andererseits musste man mit dem schwierigen Erbe des verlorenen Weltkrieges umgehen. Die Reichswehr entwickelte daher ein differenziertes System der Traditionspflege, bei dem jedes Regiment und jede Einheit bestimmte historische Verbindungen pflegte.

Das großformatige Design solcher Publikationen war typisch für militärische Standardwerke der Epoche. Das Format ermöglichte eine eindrucksvolle Präsentation von Fotografien, technischen Zeichnungen und historischen Darstellungen. Die kartonierte Bindung machte das Werk erschwinglicher als eine Lederausgabe, was auf eine breitere Zielgruppe hindeutet – nicht nur für Offiziere, sondern auch für Unteroffiziere, Militärhistoriker und interessierte Bürger.

Solche Werke spielten eine wichtige Rolle in der militärischen Ausbildung der Weimarer Zeit. Sie wurden in Offiziersschulen, Kasernen und militärischen Bibliotheken verwendet und dienten als Referenzwerke für Fragen der Uniform, des Zeremoniells und der Geschichte einzelner Truppenteile. Die visuelle Dokumentation half dabei, Standards zu bewahren und weiterzugeben, die sonst in der drastischen Verkleinerung der Armee verloren gegangen wären.

Die politische Dimension solcher Publikationen darf nicht übersehen werden. In der Weimarer Republik war das Verhältnis zwischen Militär und Gesellschaft angespannt. Werke über militärische Traditionen dienten auch dazu, die Legitimität der Streitkräfte in den Augen der Öffentlichkeit zu stärken und eine positive Wahrnehmung des Militärs zu fördern. Sie waren Teil einer größeren Bemühung, die militärische Kultur in einer zunehmend antimilitaristischen Gesellschaft zu bewahren.

Aus heutiger Sicht sind solche historischen Werke wertvolle Quellen für die Militärgeschichtsforschung. Sie dokumentieren nicht nur die äußeren Erscheinungsformen des Militärs – Uniformen, Ausrüstung, Organisation – sondern geben auch Einblick in das Selbstverständnis und die Identität der Streitkräfte ihrer Zeit. Die Art und Weise, wie Geschichte dargestellt und Tradition interpretiert wird, verrät viel über die zeitgenössischen Werte und Prioritäten.

Für Sammler militärischer Antiquitäten stellen solche Publikationen heute begehrte Objekte dar. Der Zustand des Werkes – hier als “Zustand 2” angegeben, was auf eine gute bis sehr gute Erhaltung hindeutet – ist ein wichtiger Faktor für den historischen und materiellen Wert. Die Vollständigkeit mit allen 328 Bildern erhöht die Bedeutung als historisches Dokument erheblich.