NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Daimler 1834-1934 Stuttgart-Cannstatt Schorndorf "

Buntmetall bronziert, 60 x 85 mm, mit 3 Bohrungen, Hersteller : M.& W. Stuttgart, Zustand 2.
335025
280,00

NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Daimler 1834-1934 Stuttgart-Cannstatt Schorndorf "

NSKK/DDAC Teilnehmerplakette zum Daimler-Jubiläum 1834-1934

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette aus bronziertem Buntmetall dokumentiert eine bedeutende Veranstaltung im nationalsozialistischen Deutschland, die das hundertjährige Jubiläum der Geburt von Gottlieb Daimler (1834-1900) würdigte. Diese Plakette, hergestellt von der renommierten Firma M. & W. Stuttgart, repräsentiert die enge Verflechtung zwischen der aufstrebenden Automobilindustrie und den motorisierten Organisationen des NS-Regimes.

Historischer Kontext

Das Jahr 1934 markierte einen wichtigen Wendepunkt in der deutschen Automobilgeschichte. Die Nationalsozialisten hatten die Bedeutung der Motorisierung für ihre politischen und militärischen Ziele früh erkannt. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) war 1931 als paramilitärische Organisation gegründet worden und wurde 1934 unter NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein erheblich ausgebaut. Parallel dazu existierte der Deutsche Automobil-Club (DDAC), der 1933 gleichgeschaltet und eng mit dem NSKK verbunden wurde.

Die Feierlichkeiten zum hundertsten Geburtstag Gottlieb Daimlers boten eine ideale Gelegenheit, die deutsche Ingenieurskunst zu glorifizieren und sie in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda zu stellen. Daimler, geboren am 17. März 1834 in Schorndorf, hatte zusammen mit Wilhelm Maybach in der Werkstatt in Stuttgart-Cannstatt den schnelllaufenden Benzinmotor entwickelt und damit die Grundlagen für die moderne Automobilindustrie geschaffen.

Die Jubiläumsveranstaltungen 1934

Die Städte Stuttgart-Cannstatt und Schorndorf, die auf der Plakette genannt werden, spielten zentrale Rollen im Leben Daimlers. In Schorndorf wurde er geboren, in Cannstatt befand sich seine berühmte Werkstatt in der Taubenheimstraße, wo 1885/86 der erste Motorwagen entstand. Die Jubiläumsfeierlichkeiten 1934 umfassten verschiedene Veranstaltungen, darunter Ausstellungen, Motorradrennen, Automobilkorsos und Gedenkfeiern, bei denen die Errungenschaften der deutschen Ingenieurskunst gefeiert wurden.

Das NSKK und der DDAC nutzten solche Anlässe, um ihre Mitglieder zu mobilisieren und die Bedeutung der Motorisierung für das “Dritte Reich” zu unterstreichen. Die Teilnehmer dieser Veranstaltungen erhielten als Erinnerung nichttragbare Plaketten wie die vorliegende, die als Sammlerstücke und Andenken dienten.

Technische Merkmale und Herstellung

Die Plakette mit den Maßen 60 x 85 mm wurde aus bronziertem Buntmetall gefertigt, einem in der Medaillenherstellung häufig verwendeten Material. Die drei Bohrungen dienten der Befestigung an Möbeln, Wandtafeln oder in Vitrinen. Der Hersteller M. & W. Stuttgart (Mayer & Wilhelm) war eine etablierte Firma für Metallwaren und Abzeichen, die zahlreiche offizielle und halboffizielle Plaketten, Medaillen und Ehrenzeichen für verschiedene Organisationen des NS-Staates produzierte.

Die Gestaltung solcher Plaketten folgte den ästhetischen Vorstellungen der Zeit, häufig mit historisierenden Elementen, technischen Motiven oder symbolischen Darstellungen. Die Verbindung der Jahreszahlen 1834-1934 betonte die hundertjährige Kontinuität deutscher Ingenieursleistung.

NSKK und DDAC im NS-Staat

Das NSKK entwickelte sich von einer SA-Unterorganisation zu einem wichtigen Instrument der vormilitärischen Ausbildung. Mit über 500.000 Mitgliedern in den späten 1930er Jahren diente es der Heranbildung von Kraftfahrern für die Wehrmacht. Der DDAC wurde 1933 unter Führung von Adolf Hühnlein zum Monopolverband und erreichte bis 1939 eine Mitgliederzahl von über 1,8 Millionen.

Beide Organisationen waren tief in die NS-Ideologie eingebunden und spielten eine aktive Rolle bei der Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Sie organisierten Fahrerschulungen, technische Kurse und Propagandaveranstaltungen, bei denen die Motorisierung als Zeichen deutscher Überlegenheit dargestellt wurde.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute sind solche Plaketten wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die die Instrumentalisierung technischer Errungenschaften durch das NS-Regime illustrieren. Sie zeigen, wie historische Jubiläen für propagandistische Zwecke genutzt wurden und wie eng die Automobilindustrie mit den politischen Strukturen des “Dritten Reiches” verwoben war. Für Sammler militärhistorischer Objekte und Automobilhistoriker bieten sie Einblicke in die Erinnerungskultur und Selbstdarstellung dieser Epoche.

Die Erhaltung solcher Objekte dient der historischen Forschung und Bildung, indem sie materielle Zeugnisse einer dunklen Periode deutscher Geschichte bewahren.