NSKK schwarze Stiefelhose 

um 1937. Fertigung aus schwarzem Tuch, die Knöpfe wurden durch HJ-DJ Knöpfe ergänzt, die Hosenbeine zum schnüren. Das RZM Etikett "NSKK Stiefelhose W" ist vorhanden sowie Größenetikett "54". Bundumfang 82 cm, Länge 100 cm, kommt mit Hosenträgern, leicht verschmutzt, Zustand 2.
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550,00

NSKK schwarze Stiefelhose 

Die NSKK Stiefelhose stellt ein charakteristisches Kleidungsstück der nationalsozialistischen Organisationen im Deutschen Reich dar. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 gegründet und entwickelte sich zu einer paramilitärischen Organisation, die eng mit der NSDAP verbunden war. Unter der Führung von Adolf Hühnlein ab 1934 wuchs das NSKK zu einer bedeutenden Gliederung der Partei heran.

Die schwarze Uniform des NSKK orientierte sich bewusst an militärischen Vorbildern und sollte Autorität und Disziplin ausstrahlen. Die Stiefelhose aus schwarzem Tuch war ein integraler Bestandteil dieser Uniform und wurde typischerweise zu hohen schwarzen Stiefeln getragen. Die Gestaltung mit schnürbaren Hosenbeinen ermöglichte eine enge Passform über den Stiefeln und entsprach dem paramilitärischen Charakter der Organisation.

Das Vorhandensein des RZM-Etiketts ist von besonderer historischer Bedeutung. Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde 1929 gegründet und war die zentrale Beschaffungs- und Prüfstelle für Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der NSDAP und ihrer Gliederungen. Ab 1935 wurde die RZM-Kennzeichnung für alle offiziellen Uniformteile obligatorisch. Das Etikett “NSKK Stiefelhose W” bestätigt die offizielle Zulassung und Herstellung gemäß den Vorschriften der Organisation. Der Buchstabe “W” verweist möglicherweise auf den Hersteller oder eine Produktkategorie.

Die Datierung um 1937 fällt in eine Phase intensiver Expansion des NSKK. In dieser Zeit diente die Organisation vor allem der vormilitärischen Ausbildung im Kraftfahrwesen und der Motorisierung der deutschen Gesellschaft. Das NSKK organisierte Fahrschulen, technische Schulungen und Motorsportveranstaltungen und bereitete seine Mitglieder auf den Einsatz in motorisierten Einheiten vor.

Bemerkenswert ist die nachträgliche Ergänzung der Knöpfe durch HJ-DJ Knöpfe. Die Hitler-Jugend (HJ) und das Deutsche Jungvolk (DJ) waren die jugendlichen Gliederungen der NSDAP. Diese Modifikation deutet darauf hin, dass das Kleidungsstück später von einem jüngeren Träger verwendet oder für die Nutzung in einem jugendlichen Kontext angepasst wurde. Solche Umnutzungen waren während und nach der Zeit des Nationalsozialismus nicht ungewöhnlich, besonders in den letzten Kriegsjahren, als Ressourcen knapp wurden.

Die Größenangabe 54 und die Maße (Bundumfang 90 cm, Länge 100 cm) entsprechen den standardisierten Größensystemen, die in der deutschen Bekleidungsindustrie der 1930er Jahre verwendet wurden. Die Beigabe von Hosenträgern war typisch für Uniformhosen dieser Zeit, da sie den korrekten Sitz der Hose gewährleisteten.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Uniformteile die umfassende Uniformierung und Militarisierung der deutschen Gesellschaft im Nationalsozialismus. Das NSKK hatte 1939 etwa 500.000 Mitglieder und spielte eine wichtige Rolle in der Kriegsvorbereitung. Während des Zweiten Weltkriegs wurden NSKK-Angehörige häufig als Fahrer, in Transporteinheiten und in der militärischen Logistik eingesetzt.

Die Erhaltung solcher Objekte dient heute ausschließlich der historischen Dokumentation und Forschung. Sie ermöglichen Einblicke in die Organisationsstruktur, die Uniformvorschriften und die materielle Kultur der nationalsozialistischen Organisationen. Für die Militärgeschichte und die Kostümkunde liefern sie wichtige Informationen über Herstellungstechniken, Materialien und die Standardisierung von Bekleidung in dieser Epoche.

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